News Flash-Speicher: Toshiba wählt Bain-Konsortium als Käufer

MichaG

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#1
Toshiba hat sich dazu entschieden, die Speichersparte an ein von Bain Capital geführtes Konsortium zu verkaufen. Am Mittwoch teilte Toshiba den vom Vorstand getragenen Entschluss mit. Der Deal soll einen Wert von 2 Billionen Yen (14,9 Mrd. Euro) umfassen. Mit dem Geld will Toshiba Milliarden-Verluste im Atomgeschäft ausgleichen.

Zur News: Flash-Speicher: Toshiba wählt Bain-Konsortium als Käufer
 

MichaG

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#2
Artikel-Update: Inzwischen hat Toshiba als Reaktion auf Western Digitals (WDC) jüngsten rechtlichen Schritt mit einer eigenen Stellungnahme reagiert. Darin heißt es, dass Toshiba noch keinerlei Dokumente vorgelegt wurden, doch dass man über das Vorgehen enttäuscht sei. Toshiba hält aber daran fest, dass Fab 6 eine „einseitige Investition“ ohne Beteiligung des Partners sein wird. Begründet wird dies mit der „Unwilligkeit, vernünftigen kommerziellen Bedingungen zuzustimmen“, die Toshiba der WDC-Tochter SanDisk vorwirft.

Zitat von Toshiba:
Although Toshiba has not yet received a formal copy of the arbitration request, and is therefore not in a position to comment regarding its substance, Toshiba is disappointed by Western Digital’s initiation of additional arbitration at this important time for the parties’ collaboration.

As previously announced, production at Fab 6 will be entirely devoted to BiCS FLASHTM, Toshiba’s premiere 3D Flash memory product. Phase-1 of the fab is scheduled for completion in summer 2018, and will be a unilateral investment by Toshiba following SanDisk’s unwillingness to agree to reasonable commercial terms.
 
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#3
Solange Toshiba und WD nicht 50:50 Partner sind, wovon ich aktuell ausgehe, spielt es keine Rolle was WD glaubt oder möchte. Wenn Toshiba die Sparte verkaufen will sollen sie das tun. Ist halt pech für WD.
 
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#4
Aber warum verkauft man seine Boom-Sparte, um diverse Verlustgeschäfte (davon gibt es bei Toshiba weit mehr als nur Atom...) zu subventionieren?

Dass ich mit den Gewinnen etwas subventionieren oder überbrücken kann, okay, aber mit einem Verkauf?

Entweder Toshiba geht davon aus, dass der Flash-Boom bald vorbei ist und sie jetzt am Höhepunkt abspringen und die anderen Sparten nur etwas Überbrückung brauchen und dann wieder anlaufen, oder das war eine sehr fragwürdige Entscheidung.
 
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#5
Ich denke das Atomgeschäft wird wieder anlaufen, da es in Japan der einzig Sinnvolle Weg ist Strom zu produzieren. Atom bedeutet ja auch nicht gleich AKW sondern wenn man mal die Zukunft betrachtet auch Kernfusion. Die brauch halt aktuell etwas Hilfe aber das wird wieder.

Der Flash-Boom wird denke ich nicht so schnell enden aber die Profite werde ab nächstem Jahr deutlich runter gehen sobald neue Fabs stehen. Daher versucht man jetzt natürlich etwas Geld mit dem Verkauf zu machen.

Es kann sogar sehr klug sein jetzt zu verkaufen und in 1-2 Jahren die Sparte wieder zu kaufen.
 

Coloneo

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#6
Toshiba hat sein Atom-Geschäft komplett abgeschrieben und die Sparte (Westinghouse) in die Insolvenz geschickt.
http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/westinghouse-insolvenz-toshibas-globaler-atom-traum-ist-geplatzt/19586540.html

Der Verkauf der Flash-Sparte ist daher ein absoluter Verzweiflungsakt um den Gesamtkonzern zu retten, quasi wird das Tafelsilber verscherbelt.
Nachhaltig ist das auf keinen Fall.
Glück im Unglück für Toshiba sind die derzeitigen Allzeithoch Flash Preise, so bekommen die immerhin einen guten Preis für den Konzernteil.
 

Holt

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#7

Goodplayer

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#8
Genau das ist was ich weiter oben schrieb. Nur weil ein Bereich der Atomenergie tot ist (der Uran Weg) bedeutet das nicht das aus für Atomenergie. Ja ich bin voll hinter dir das Thorium auch Probleme hat aber es wäre z.B. ein Weg wie man unseren aktuellen Atommüll weg bekommen könnte. Sicherheitstechnisch ist es deutlich besser aufgestellt als der aktuelle Weg. Im Gegensatz zu Uran muss ich nichts kühlen sondern erhitzen. Geht die Hitze weg stopt die Reaktion. Geht die Kühlung aktueller AKWs weg und na ja man sieht das Ergebnis in Ttschernobyl und Fukushima...
https://www.youtube.com/watch?v=MmPrWr4pY10
 
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#9
@Goodplayer

Danke für das Video, da hatte ich mich geirrt was den Zeitraum anging. Dann habe ich den deutschen Brüter wohl mit einem Ami verwechselt.

Ändert aber nichts an dem Fakt, dass der Reaktor eine Zukunft hat siehe:

https://www.environmentalleader.com...ions-for-nuclear-energy-in-the-united-states/
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Chinas-neue-Atomreaktoren-3322912.html

Das Problem, wie schon weiter oben angesprochen, ist das bei uns die Regierung nicht aktiv mitmachen will. Alle Probleme die Lesch angesprochen hat und ich auch anerkannt habe, kann man beheben es ist halt eine Frage des Gelds.
 

Holt

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#10
Welche Zukunft die Atomkraft hat oder nicht, ist für Toshiba irrelevant, da deren Atomkraftwerkstochter Westinghouse pleite ist und von einer möglichen Zukunft irgendwelcher Reaktortypen sowieso nicht mehr profitieren kann.
 
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#11
Klar das stimmt aber ich denke die werden sich erholen können. Ist jetzt nicht so dass die alles hinschmeißen. Da wird ein Insolvenzverwalter kommen und das Unternehmen in eine neue Richtung lenken evtl. auch in China wobei ein Japanisches Unternehmen dort kaum chancen haben wird ohne chinesische Leitung.
 

MichaG

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#12
Artikel-Update: Wie Reuters berichtet, hat Toshiba am Montag seine Banken darüber informiert, dass Apple wesentlichen Aspekten des Deals noch nicht zugestimmt hat. Aus diesem Grund sei die Vereinbarung zum Verkauf an die Bain-Gruppe noch nicht unterzeichnet worden. Der langwierige Prozess wird sich somit weiter verzögern, was angesichts des bisherigen Verlaufs der Verhandlungen nicht überrascht.
 

MichaG

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#13
Artikel-Update: Wie Bloomberg berichtet, hat Apple nun den Bedingungen zugestimmt und damit den Weg zum Abschluss des Deals freigemacht. Analog berichtet das Wall Street Journal, dass Toshiba eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf der Speichersparte an die Bain-Gruppe unterzeichnet hat. Erneut ist von 2 Billionen Yen als Kaufpreis die Rede. Die Sparte soll aber auch nach dem Verkauf eine Toshiba-Tochter bleiben, so das WSJ.

Zu den Käufern zählen unter Führung von Bain Capital die Technikunternehmen Apple, Dell, Hoya, Seagate und SK Hynix. Laut Bloombergs Quelle könnte schon heute eine offizielle Ankündigung über die Vereinbarung erfolgen.
 
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#14
Zitat von News Update 12:44 Uhr:
Inzwischen hat Toshiba als Reaktion auf Western Digitals (WDC) jüngsten rechtlichen Schritt mit einer eigenen Stellungnahme reagiert. Darin heißt es, dass Toshiba noch keinerlei Dokumente vorgelegt wurden, doch dass man über das Vorgehen enttäuscht sei. Toshiba hält aber daran fest, dass Fab 6 eine „einseitige Investition“ ohne Beteiligung des Partners sein wird. Begründet wird dies mit der „Unwilligkeit, vernünftigen kommerziellen Bedingungen zuzustimmen“, die Toshiba der WDC-Tochter SanDisk vorwirft.
Werden in dieser Fabrik Patente/Lizensen von WD (SanDisk) aus der Kooperation mit WD verwendet. Mit Sicherheit ja, denn sonst würde WD nicht intervenieren. "Vernünftige kommerziellen Bedingungen" sicher für Toshiba und die anderen, aber nicht für WD.
Zitat von News Update 28.09.2017 10:11 Uhr:
Zu den Käufern zählen unter Führung von Bain Capital die Technikunternehmen Apple, Dell, Hoya, Seagate und SK Hynix.
Merkt Toshiba hier den Widerspruch nicht oder wird er wohlwollend ignoriert. Interessant wäre wie die Vereinbarungen sind, weil es sicher nicht funktionieren kann, dass Segate über die Hintertür an Patente/Lizensen von WD (SanDisk) gelangt.
Zitat von News:
Die Sparte soll aber auch nach dem Verkauf eine Toshiba-Tochter bleiben, so das WSJ
Das wird wohl der (hinterhältige) Trick sein, mit dem sie die Vereinbarungen aushebeln. Schade das die Manager nicht mehr nach den alten japanischen Traditionen handeln.
 
Zuletzt bearbeitet: (Ergänzung)

NMA

Lieutenant
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#15
Verstehe ich das richtig, dass Toshiba nach wie vor die Hand auf der Flash Abteilung hat und die Fäden zieht und andere Unternehmen sich lediglich eingekauft haben um die Produktionsstätten nach belieben nutzen zu dürfen?
 

MichaG

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#18
Artikel-Update: Toshiba verkündet getroffene Vereinbarung
Inzwischen liegt ein offizielles Statement von Toshiba vor, das die Unterzeichnung der Vereinbarung bestätigt und weitere Details enthüllt. Demnach werden Toshiba und Bain Capital nach der Transaktion der Toshiba Memory Corporation (TMC) gemeinsam die Führung der neuen Firma Pangea übernehmen. Die Anteile der jeweiligen Investoren werden wie folgt aufgeschlüsselt:
Toshiba 350.5 billion yen (re-investment); Bain Capital 212 billion yen; Hoya Corporation (Hoya) 27 billion yen; SK hynix, Inc. (SK hynix) 395 billion yen; US investors 415.5 billion yen.“ Zu den US-Investoren zählen Apple, Dell, Kingston und Seagate. Zusätzlich werden Kredite in Höhe von 600 Milliarden Yen von Banken angestrebt.

US-Investoren erhalten weder Aktien noch Stimmrechte

Der Anteil japanischer Unternehmen (inklusive Toshiba und Hoya) an den Pangea-Stammaktien soll über 50 Prozent betragen. Die US-Investoren sollen im Rahmen der Vereinbarung dagegen weder Stammaktien noch Abstimmungsrechte erhalten. SK Hynix ist als NAND-Flash-Hersteller direkter Konkurrent und soll keinen Zugriff auf „proprietäre Informationen“ erhalten. Zudem wird SK Hynix für einen Zeitraum von zehn Jahren untersagt, mehr als 15 Prozent der Stimmrechte zu besitzen.

Zukunft der Joint Ventures mit SanDisk ungewiss

Unklar bleibt, was nun genau mit den Flash Ventures passiert, die Toshiba mit SanDisk unterhält. In der Vereinbarung heißt es, sollten die von Toshiba gehaltenen Anteile an den Joint Ventures nicht auf die TMC übertragen werden, werde der geschätzte Wert dieser Anteile vor der Schließung als „Kaufpreisanpassung“ abgezogen.

Der SanDisk-Mutterkonzern Western Digital hat mehrfach versucht, einen Verkauf der TMC zu verhindern, um weiterhin Zugriff auf Technik und Fertigungsstätten zu haben. Die laufenden Klagen vor der Internationalen Handelskammer und einem US-Gericht stehen dem Verkauf von TMC ebenso wie die üblichen Prüfungen durch Regulierungsbehörden noch im Wege. Sollten letztlich keine Einwände mehr bestehen, wird ein Abschluss der Transaktion für Ende März 2018 erwartet.

Seagate will sich NAND-Flash sichern

Seagate hat in einem Statement eine Investition in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar bestätigt. Pikant ist, dass Seagate direkter Konkurrent von Western Digital ist. Das Unternehmen erhofft sich, durch die Beteiligung Zugriff auf NAND-Flash für viele Jahre zu sichern.
 
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#19
Seagate will sich NAND-Flash sichern

Seagate hat in einem Statement eine Investition in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar bestätigt. Pikant ist, dass Seagate direkter Konkurrent von Western Digital ist. Das Unternehmen erhofft sich, durch die Beteiligung Zugriff auf NAND-Flash für viele Jahre zu sichern.
Bestätigt meine Vermutung, dass Segeate über die Hintertür an Patente von WD(SanDisk) kommt. Falls das nicht von Gerichten gestoppt wird, kann kein Unternehmen mehr Kooperationen eingehen, da es davon ausgehen muss, dass die Konkurrenz über diesen Vorgehen/Trick an geheime Daten kommt. Genauso kritisch ist, dass SK Hynix mit dabei ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass SK Hynix trotz der Einschränkungen an geheime Daten komm. Das ganze kann sehr zum Nachteil für den Konsumenten werden, nämlich dann, wenn WD so geschädigt wird, das sie nicht mehr konkurrenzfähig sind.
 
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