Hamilton-Manöver: Rennleitung war informiert
McLaren-Mercedes legt gegen die Hamilton-Strafe Protest ein - auch, weil die Rennleitung das Manöver zunächst für in Ordnung befunden hatte
(Motorsport-Total.com) - Immer höhere Wellen schlägt die Strafe gegen Lewis Hamilton beim Grand Prix von Belgien am vergangenen Sonntag, gegen die McLaren-Mercedes heute offiziell bei der FIA Protest eingelegt hat. In Bezug auf das fragliche Überholmanöver gegen Kimi Räikkönen in La Source sind nämlich einige neue Fragezeichen aufgetaucht.
Bereits unmittelbar nach der Entscheidung der Rennleitung, Hamilton nachträglich mit einer 25-Sekunden-Strafe zu belegen und ihm damit den Sieg abzuerkennen, hatten sich zahlreiche Experten kritisch geäußert. Nun kam ein weiteres Detail zum Vorschein, das die Stimmung unter den Experten weiter aufheizen wird: Der McLaren-Mercedes-Kommandostand hatte das Hamilton-Manöver gegen Räikkönen nämlich von der Rennleitung absegnen lassen!
Rennleitung hatte keine Bedenken
"Wir haben die Rennleitung von der Boxenmauer aus gebeten, zu bestätigen, dass sie damit einverstanden sind, wie Lewis Kimi passieren hat lassen, und sie haben bestätigt, dass die Position auf eine Art und Weise zurückgegeben wurde, die 'okay' war. Wenn die Rennleitung stattdessen irgendwelche Bedenken hinsichtlich Lewis' Verhalten geäußert hätte, dann hätten wir Lewis instruiert, Kimi ein zweites Mal überholen zu lassen", so McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh.
Zum Hintergrund sei an dieser Stelle erläutert, dass Rennleitung und die drei Rennkommissare, die die Entscheidung zu treffen hatten, zwei unterschiedliche Dinge sind. Die Rennleitung ist jenes FIA-Kontrollbüro, das beispielsweise über Safety-Car-Phasen, Abbrüche oder dergleichen entscheidet - unter der Leitung von Charlie Whiting. Die drei Rennkommissare greifen hingegen nur ein, wenn Zwischenfälle untersucht und Strafen ausgesprochen werden müssen.