Leserartikel Glorious Model D-

DaysShadow

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Einleitung

In diesem Erfahrungsbericht werde ich die „Model D-“ Gaming Maus von Glorious ein wenig näher beleuchten. Diese wurde freundlicherweise von ComputerBase und Caseking für 5 glückliche Tester bereitgestellt.

Ich habe mit Absicht keine anderen Reviews gelesen, auch nicht jenes von ComputerBase, um mich von diesen nicht beeinflussen zu lassen und alles so persönlich wie möglich beurteilen und wiedergeben zu können.

Meine eigene Maus ist zur Zeit eine „Corsair Harpoon RGB Wireless“, diese wird daher immer mal wieder für Vergleiche herangezogen.

Hersteller

Mir war der Hersteller „Glorious PC Gaming Race“ bislang nicht bekannt. Den Test der Model O auf ComputerBase hatte ich wohl mal bemerkt, mich aber nicht tiefer dafür interessiert.

Die Firma wurde 2014 gegründet, um Hardware von PC Gamern für PC Gamer zu machen und dabei unnötigen Schnickschnack fernzuhalten sowie den Preis fair und möglichst klein zu halten. Sie stammen aus den USA und haben ihren Sitz in Dallas, Texas.

Marketingtechnisch setzt man dabei allgemein, der Name zeigt es schon, auf die ursprünglich als Scherz gedachte Bezeichnung „Glorious PC Gaming Master Race“, um allzu ernste PC Gamer in ihrer Überzeugung der Überlegenheit gegenüber anderen Plattformen auf die Schippe zu nehmen.
Der Begriff wurde allerdings nicht als Scherz in der großen Weite der Community aufgefasst, sondern wird seitdem tatsächlich in Bezug auf die Überlegenheit von PC Gamern gegenüber Konsolen Gamern genutzt. Dabei wird sich zumeist auf die bessere Grafik, höhere Framerate sowie die Aufrüstbarkeit sowie Auswahlmöglichkeiten der eigenen Hardware bezogen.

Dementsprechend scheint sich diese Firma als Hardwaremanifestation im Eingabegerätebereich dieser Community zu sehen, die sich auch entsprechend mit Sprüchen wie „May your frame rate be mighty and your draw distance far“ präsentiert und auf der Webseite https://www.pcgamingrace.com hausiert ;)

Übersicht der „Model D-“

Wie bereits erwähnt geht es um die „Model D-“, welche, den Abmessungen nach, als kleinere Variante der „Model D“ zur Seite steht. Neben diesen beiden gibt es noch die „Model O“ sowie „Model O-“ mit dem gleichen Prinzip.

Die wichtigsten Eigenschaften der „Model D-“:
  • Pixart 3360 Sensor (gilt mitunter als der beste Sensor am Markt)
  • Bis zu 12000 DPI
  • 1000 Hz Pollingrate
  • 2mm Lift Off Distance
  • 61g Matte (Glossy 62g)
  • 2m Kabel mit Ummantelung
  • RGB Beleuchtung mit 8 Effekten
    • Farben per Software konfigurierbar
    • Modi auch ohne Software durchschaltbar sowie je nach Modus auch eine begrenzte Anzahl an festen Farben durchschaltbar
    • Auch komplett abschaltbar, ebenfalls ohne Software!
Das kurze Manual packe ich hier mal dazu, hilfreich um den letzten Punkt nachvollziehen zu können:

D-QS-page1.jpgD-QS-page2.jpg

Wer die kompletten Spezifikationen nachschauen möchte kann dies unter https://www.pcgamingrace.com/products/glorious-model-d-matte-black tun.

Wer sich jetzt fragt „Wo ist denn der Unterschied zur ‚Model O‘?“ und dann wie ich die Spezifikationen dieser anschaut wird feststellen: Dort sind sie nicht zu finden. Technisch sind die „Model O“ und „Model D“ exakt gleich.

Der Unterschied liegt in der Form der Maus. Die „Model O“ hat eine ambidextröse Form, was bedeutet, dass sowohl Rechts- als auch Linkshänder die Maus der Form nach gleichermaßen nutzen können. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Maus gleichermaßen für beide gut nutzbar wäre, da die Daumentasten nicht auf magische Art und Weise auf die andere Seite wandern.

Die „Model D“ hingegen hat eine für Rechtshänder angepasste Form mit von links nach rechts abfallender Oberfläche.

Wäre ich bei Glorious tätig, würde ich entsprechend eine „Model A“ mit entsprechender Form für Linkshänder einführen ;)

Das Paket und die „Model D-“

Das Päckchen von Caseking enthält eine kleine handliche Packung die, bis auf eine orange Seite, in schwarz und gräulicher Farbe gehalten ist und mit glänzender „Model -D“ Aufschrift und teilweiser Zeichnung der Maus auf der Vorderseite den neuen Besitzer zu überzeugen versucht, aber seht selbst:

package_front.JPGpackage_front_standing.JPGpackage_side_left.JPGpackage_side_right.JPGpackage_back_standing.JPGpackage_side_bottom.JPGpackage_side_top.JPG

Beim Öffnen der Verpackung erblicken wir die Maus und das Kabel:

first_open.JPG

Nimmt man die Maus heraus und entfernt den Plastikboden, kommen einige weitere Dinge zum Vorschein. Darunter zwei glorreiche Sticker, ein Zettel zum Auffalten mit ein paar Worten vom CEO und der Erklärung wie „Ascend“ ausgesprochen wird und der Bedeutung des Wortes (links), ein weiterer Zettel zum Auffalten mit weiteren Produkten von Glorious (rechts) sowie noch einem Pappaufsteller mit einem Willkommensgruß zur Community und einer Erklärung des CEO(mitte). Die Worte des CEO sind in beiden Fällen ein kurzer Abriss zur Firma und was die Beweggründe für die Produkte sind und natürlich auch, dass man nun auch Teil dieser glorreichen Truppe ist.

Zusätzlich zwei größere Skates die man zusätzlich zu den vorab befestigten Skates selbst aufkleben kann.

Weiterhin findet man die oben angezeigte Kurzanleitung, die eine Übersicht über die Maus und ihre Tasten beinhaltet, beschreibt wie die Beleuchtung ohne Software zu steuern ist, wie die zusätzlichen Skates befestigt werden sollten sowie der Hinweis zur Software und wo man sie herbekommt.

Alles ausgepackt schaut das Ganze dann so aus:

unpacked_2.JPGunpacked_4.JPG

Witzig finde ich die „Ascend“ Spielerei. Außen auf der Verpackung steht quasi die Auffordung „Ascend“ und wenn man die Verpackung dann öffnet liest man „Ascended“. Auch hier wieder also der Anspruch zur Überlegenheit beizutragen. Findet sich auch in den Zetteln, deswegen auch die Erklärung des Wortes, welche, frei nach Glorious natürlich, u.a. lautet „To accept all superiority of PC gaming over all other gaming platforms“.

Diese Anspielungen fliegen einem beim Auspacken an quasi jeder Ecke um die Ohren. Ich find‘s witzig, weil ich diese ganze Begrifflichkeit nie ernsthaft verwende sondern wenn dann immer nur im Spaß. Mancher mag sich evtl. daran stören oder kann schlicht nichts damit anfangen.

Hat man die Maus erst einmal ausgepackt, muss man sich damit allerdings auch gar nicht mehr befassen ;)

Die „Model D-“ im Detail und Vergleich

Die Maus selbst ist erst einmal der Form nach unauffällig, die Löcher in Wabenform auf der Oberseite fallen hingegen sofort ins Auge. An der linken Seite vor den Seitentasten prangt das „Glorious“ Männchen als Firmenlogo.

Die Maus wiegt 61g und fühlt sich sehr leicht an. Man hat fast das Gefühl es fehlt etwas. Die allgemeine Verarbeitung ist anstandslos, keine verschobenen Spalte, Kratzer oder störende Kanten. Ihre Maße betragen 120mm x 67mm x 40mm, womit sie minimal länger und schmaler ist als die Harpoon, deren Maße 116mm x 68mm x 40mm betragen. Die Harpoon wiegt allerdings satte 99g.

Hier im Vergleich mit meiner Hand:

hand_mouse_size.JPG

Aufgrund der Maße und wohl auch der Form liegt mir die „Model D-“ sofort wie gewohnt in bzw. an der Hand, lediglich das Gewicht ist sofort als deutlicher Unterschied bemerkbar.

Tasten an der Zahl hat diese 6, linke und rechte Maustaste, klickbares Mausrad, Vor- und Zurücktaste an der Seite sowie der DPI Schalter unterhalb des Mausrads. Standard, kein Schnickschnack. Die linke, rechte und mittlere Maustaste hat einen knackigen Druck und Klick der mir gut gefällt. Die Seitentasten hingegen sind im Druck etwas matschig, da gefallen mir die Seitentasten meiner Harpoon besser, diese sind dort knackiger. Der Klick ist aber ebenso hörbar. Besonders die Zurücktaste ist jedoch etwas wackelig und kann ein wenig nach oben und unten verschoben werden. Stört im Gebrauch nicht, aber verschafft dem sonst qualitativ guten, straffen Eindruck eine kleine Delle.

Das Kabel der Maus ist als besonders beweglich angepriesen und tatsächlich ist es das auch. Kein Vergleich z.B. zum beigelegten Kabel der Harpoon, welches man in Form biegen kann :D Das Kabel der „Model D-“ fühlt sich ähnlich an wie ein Schnürsenkel, passt sich an und ist nicht störrisch. Wie schon erwähnt ist dieses mit Stoff ummantelt, welcher ziemlich weich ist.

Die RGB Beleuchtung beschränkt sich auf jeweils einen Streifen links und rechts sowie das Mausrad. Standardmäßig leuchten diese im „Glorious“ Modus, was ein einfach nur ein RGB Farbverlauf von hinten nach vorne ist.
Unterhalb der Maus ist noch ein farblicher DPI Indikator, den ich ziemlich nutzlos finde. Ich persönlich will „im Gefecht“ nicht auf die Unterseite meiner Maus schauen, falls mir nicht klar ist welche DPI Einstellung ich gerade erwischt habe. Hier hätte es eine kleine LED in der DPI Taste getan, so wie es bei der Harpoon gelöst ist, oder man hätte kurz die RGB Effekte in den entsprechenden DPI Farben blinken lassen können. Möglichkeiten sind meines Erachtens vorhanden.
Die RGB Beleuchtung ist bei der Model D-, im Vergleich zur Harpoon, allerdings sinnvoll gesetzt, wenn man diese auch während der Nutzung wahrnehmen können will. Bei der Harpoon beschränkt sich die RGB Komponente auf das Corsair Logo, welches bei Benutzung zu 99% durch die Hand verdeckt ist. Daumen hoch dafür ;)

Ich habe die Matte Black Variante und hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn auch die Seitentasten sowie die DPI Taste matt statt glossy wären. Vermutlich will man hier optische Akzente setzen, was nicht verkehrt ist, aber wenn man matt will wäre komplett matt auch nicht verkehrt. Das macht die Harpoon hier allerdings ganz genauso, alles ist matt bis auf diese drei Tasten.

Hier zum Vergleich noch einmal beide Mäuse nebeneinander:

comparison_1.JPGcomparison_2.JPGcomparison_3.JPG

Software

Wie Glorious auch in der Beschreibung betont ist die Software komplett optional und wichtige Dinge wie DPI Einstellungen, wenn man mit den vorinstallierten DPI Zahlen vorlieb nimmt, sowie die RGB Effekte lassen sich „offline“ an der Maus steuern.

Entscheidet man sich dennoch dazu die Software zu installieren, wird man mit einem Setup von ganzen 1,95 MB und einer README.txt sowie einer installierten Größe von 4,87 MB überrascht, was ich schon sympathisch finde. Hier wird der „kein Müll“ Anspruch durchgezogen.

Was findet sich dann in der Software?

Alles was man benötigt. Die DPI Profile können konfiguriert werden, d.h. die Farbe des Profils sowie die DPI, welche auch pro Achse unterschiedlich konfiguriert werden kann. Man kann also in der horizontalen Bewegung bspw. eine geringere DPI Zahl nutzen als in der vertikalen Bewegung, sofern man das möchte und es Sinn ergibt.

glorious_software.png

Die RGB Effekte sowie deren Farben, die Geschwindigkeit bei sich bewegenden Effekten und im „Glorious Mode“ auch die Richtung lässt sich einstellen und wird in aller Regel sofort ohne Verzögerung übernommen.

glorious_software_led_settings.png

Weiterhin lassen sich die „Lift Off Distance“ (Standard 2mm), die Polling Rate (Standard 1000Hz) sowie die Debounce Time (Standard 10ms) anpassen. Letztere ist meiner Kenntnis nach ziemlich speziell und nicht oft als konfigurierbar anzutreffen.

glorious_software_mouse_param_settings.pngglorious_software_debounce_time_settings.png

Was bewirkt diese? Im Falle von alternden Schaltern kann es passieren, dass ein Doppelklick ausgelöst wird. Schalter haben kein lineares an/aus, sondern schwingen nach. Das kann mit der Zeit länger andauern und stärker werden, weshalb dann Doppelklicks ausgelöst werden. Wer Mäuse schon „durchgezockt“ hat wird das kennen, manche Hersteller oder Modelle waren in der Vergangenheit davon in Serie betroffen und sind es auch sicherlich heute noch hier und da.
Die „Debounce Time“ gibt an, ab wann überhaupt von der Maus wieder ein Klick herausgegeben werden soll. Altern die Schalter kann man diese Zeit entsprechend ein wenig nach oben setzen, um die Zeit zu überbrücken in der der Schalter noch nachschwingt. Damit wird einem frühzeitigen Tod der Maus durch Unbenutzbarkeit vorgebeugt.

Wer im Bastelbereich mal mit Raspberry Pis oder Arduinos Taster verbaut hat wird das ebenfalls kennen. Sofern nicht in vorhandenen Funktionen eingebaut, muss man sich selbst um diese „Debounce Time“ kümmern damit der eigene Code korrekt funktioniert.

Kritisch betrachtet könnte man diese Einstellung auch so deuten, dass Glorious ihren verbauten Schaltern keine allzu lange Lebenszeit prognostiziert und deshalb die Einstellung einbaut. Im Gesamtkontext der Firma ergibt das für mich allerdings keinen Sinn. Außerdem verhindert die durch die Einstellung potenziell verlängerte Lebenszeit einen Neukauf, was Glorious aus finanzieller Sicht also nichts nutzt. Ich denke hier wird die eigene Philosophie konsequent durchgezogen und dem Kunden geholfen lange Zeit Freude mit dem Produkt zu haben.

Es gibt weiterhin die Möglichkeit Makros zu konfigurieren, welche ich allerdings noch nie in meinem Leben genutzt habe und auch bis heute keinen Nutzen dafür habe – dies habe ich also links liegen gelassen.

Außerdem gibt es Profile. Hier muss ich wiederum gestehen, dass ich keinen Sinn sehe, denn ich muss hierfür in die Software wechseln. Angenommen es gäbe einen Anwendungsfall in dem ich zwischen zwei Profilen wechseln wollte, so würde ich das viel lieber über eine Taste an der Maus während der Anwendung tun. Dafür ist aber vermutlich keine Hardware verbaut, um die Profile zu speichern und daher entsprechend auch keine Taste zum wechseln dieser. Für mich persönlich irrelevant – wer das anders sieht und einen Nutzen daran hätte kann das gerne mal als Kommentar ausführen, würde mich interessieren.

Ansonsten ist die Software schnell gestartet, nervt nicht, keine Popups, Banner, Werbung oder ähnlich sowie kein Autostart nach Installation. 1A.

Die „Model D-“ im Einsatz

Hauptsächlich spiele ich mit Maus und Tastatur Ego-Shooter, der Großteil davon im Multiplayer. Die meisten anderen Singleplayer Spiele die ich so spiele sind Titel die ich dann lieber mit Gamepad am Rechner oder auf der Couch am Fernseher spiele.

Ich nutze Mäuse seit Jahren maximal mit 2000 DPI, mehr taugt mir zumeist nicht und wird mir zu zappelig. Mit dieser Konfiguration genügt mir meist für die Bewegung der Maus der Platz mit den Maßen eines A5 Papiers.

Ich habe in den grob 2 Wochen die ich die „Model D-“ besitze hauptsächlich folgendes gespielt:
  • League of Legends
  • Wolfenstein The New Order
  • Call of Duty Modern Warfare / Warzone
  • Rainbow Six Siege
Zum Umstieg lässt sich, wie zuvor kurz angeschnitten, nur sagen, dass dieser einwandfrei und ohne Probleme vonstatten ging. Die Maus lässt sich aufgrund der Form und der Maße genauso greifen wie die Harpoon, gleitet super angenehm auf meinem Mousepad (Speedlink Atecs) und fühlt sich auch nach längerer Zeit noch angenehm an.

Einer der Punkte der mich an der Maus interessierte war die etwaige Wirkung der wabenförmigen Löcher auf der Oberseite bezüglich Schwitzen. Das wäre sicherlich interessant, nur habe ich nicht bedacht, dass meine Hand durch meinen Griff der Maus gar keinen Kontakt zur Oberfläche hat 😅

Nutzer die das wünschen und kleine Hände haben, oder damit klar kommen, können die Maus im Palmgrip nutzen:

hand_mouse_grip_palm.JPG

Ich allerdings verwende die Maus wie auch die Harpoon folgendermaßen:

hand_mouse_grip_claw.JPG

Dabei drehe ich die Maus meistens noch um ca. 30° nach links und bewege sie dann.

Entsprechend haben die Löcher für mich keine Wirkung. Allerdings ging es dem Hersteller dabei auch hauptsächlich um Gewichtsreduktion als dafür zu sorgen, dass Gamer mit schwitzigen Händen bessere Luftzufuhr an der Hand haben.

Die „Model D-“ ist durch ihr leichtes Gewicht sehr flink zu bewegen, was sich im direkten Vergleich mit der Harpoon stets bemerkbar macht. Während sich die „Model D-“ mit Leichtigkeit linear bewegen lässt, braucht die Harpoon zu Beginn gefühlt etwas „Beschleunigung“. Das ist insbesondere bei schnellen Shootern wie Call of Duty, Rainbow Six Siege oder Wolfenstein bemerkbar, dort gefiel mir die kleine neue Maus ziemlich schnell besser. Meinen Aim und die Präzision empfand ich in diesen Spielen als spürbar präziser, allerdings lässt sich das nur schwer in harten Fakten festhalten. Zum einen bin ich kein Profispieler und zum anderen sind manche Spiele, aus der Auswahl z.B. Rainbow Six Siege, sehr situationsabhängig. Dadurch fällt es schwer zu sagen, ob tatsächlich die genutzte Maus ausschlaggebend für den Ausgang war.

Als kleinen Test habe ich Counterstrike: Global Offensive gegen Easy Bots im Team Death Match auf Dust 2 gespielt, um ein einigermaßen reproduzierbares Szenario zu haben. Ich spiele CS: GO sonst nie und war auch nie sonderlich gut darin. Nach jeweils 10 Minuten ergaben sich für die „Model D-“ Stats von 54:12, davon 40 Headshot Kills, und für die Harpoon 56:10 mit unbekannter Zahl an Headshots, aber die dürften ebenso in diesem Bereich gelegen haben. Ich weiß leider nicht, ob man sich diese Details gezielt anzeigen lassen kann, bei der „Model D-“ Runde wurde das einfach bei mir am Ende der Runde angezeigt (Meiste Headshots: 40).
Die beiden liegen also ungefähr gleichauf. Der Harpoon gebe ich hier noch einen Gewohnheitsbonus, da sie sonst meine einzige genutzte Maus ist. Der „Model D-“ traue ich aber zu mich besser spielen zu lassen, da sie durch das leichte Gewicht angenehmer herumzuschubsen ist und ich im CS: GO Test subjektiv deutlich präziser auf dem Kopf gelandet bin, wenn ich das wollte.

So gut wie jeden Abend spiele ich ein paar Runden League of Legends. Für dieses Spiel habe ich bislang keine großen Gedanken bzgl. der Maus gemacht und ich denke das war auch in Ordnung, denn da kann ich für mich keinen Unterschied feststellen. Lediglich das geringere Gewicht ist einfach angenehmer. Ich nehme an, dass das auch für andere gespielte Strategiespiele dann nicht anders ist. Hier dürften etwaige zusätzlich Tasten an der Maus ggfs. eine Rolle spielen. Gebt mir gerne einen Kommentar, wenn ihr hier konkrete anderweitige Erfahrungen gemacht habt.

Eine irgendwie bemerkbare Verzögerung bei meiner Harpoon durch die kabellose Verbindung mit dem eigenen Dongle von Corsair ist mir in der Zeit im Vergleich zur „Model D-“ nicht aufgefallen und habe ich auch zuvor nie bemerkt. Ich bin ziemlich empfindlich, im Sinne von bemerken und sich daran stören, was Ruckler, Frameinbrüche, Lags, Verzögerungen und allgemein alles was nicht so sein sollte betrifft und würde daher die Harpoon schon lange nicht mehr nutzen, wenn es bei ihr eine spürbare Verzögerung gäbe. Insofern wartet hier keine Verbesserung, zumindest keine für mich wahrzunehmende.

Rückblickend betrachtet wundere ich mich, dass mir das geringe Gewicht so gut gefällt. Vor der Harpoon nutzte ich eine Roccat Kone XTD die gute 123g ohne Zusatzgewichte wiegt, davor eine Speedlink Decus mit 135g und davor eine Cyber Snipa Silencer mit stolzen 170g in denen meiner Erinnerung nach sogar alle Zusatzgewichte drin waren und die damit dann ein Gewicht von knapp 200g aufbrachte. Generell fand ich diese „Masse“ immer sehr angenehm, aber die „Model D-“ kann mich hier definitiv als Leichtgewicht überzeugen.

Falls ihr als Leser konkrete Experimente im Sinn habt, um harte Fakten zu schaffen, könnt ihr mir gerne Hinweise geben und ich versuche diese noch nachträglich umzusetzen.

Fazit

Mir gefällt die Glorious „Model D-“ insgesamt sehr gut. Die Präsentation des Produkts im kleinen, absolut ausreichenden, Karton sowie die des Herstellers finde ich gelungen und witzig. Außerdem bemüht sich der Hersteller offenbar darum Produkte zu konzipieren die die Anwender auch wirklich wollen und macht sich dazu entsprechende Gedanken. Im Kontrast dazu stehen für mich Firmen die eben eine „Gaming“ Maus produzieren, weil sie ihr Lineup komplettieren müssen und ein entsprechendes Stück vom Kuchen wollen.
Selbstverständlich ist Glorious nicht die erste Firma die dieses Image hat und wird sicherlich auch nicht die letzte sein. Firmen mit Erfolg wachsen, dann steigen oft die Preise, sie entwickeln doch Produkte mit Eigenschaften die eigentlich niemanden interessieren und dann kommt der nächste und nimmt diesen Platz ein. Es bleibt abzuwarten, ob das bei Glorious so passieren wird, aber zum jetzigen Zeitpunkt sind sie mir sympathisch.

Das insgesamt zielorientierte Produkt mit der „No Bullshit“ Philosophie, was neben der Maus vor allem auch die Software betrifft, trägt dazu natürlich maßgeblich bei. Trotzdem ist die Maus optisch nicht altbacken, bietet RGB für die die es wollen und alle anderen können es problemlos abschalten. Sie funktioniert einfach, keine Datenhortung, keine Accountbindung, keine Software die benötigt wird und automatisch startet, einfach auspacken, anschließen und loslegen.

Mit einem Preis von 58,39€ muss sie sich bspw. mit Rivalen von Logitech (G Pro Hero), SteelSeries (Rival 310 und Sensei 310), Roccat (Kone Pure) und Razer (Viper, Basilisk X, DeathAdder Elite, Mamba Elite) messen.

Wie sie gegen diese besteht kann ich natürlich nicht beurteilen, aber ich würde ihr sehr gute Chancen attestieren im Duell als Sieger hervorzugehen.

Preislich liegt sie für mich in einem angenehmen Bereich. Für etwas das ich täglich nutze und das „sitzen“ muss gebe ich gerne auch noch etwas mehr aus, natürlich aber immer gerne weniger, wenn es möglich ist. Da ist die „Model D-“ meiner Meinung nach in einem angemessenen Preisbereich gelandet.

Es fällt mir tatsächlich schwierig irgendetwas negatives an der „Model D-“ zu finden. Für eine Revision würde ich mir lediglich die angesprochene LED in der DPI Taste oder eine andere Lösung auf der Oberseite wünschen. Außerdem, gerne nur als Option, auch die Möglichkeit einer komplett matten Maus gänzlich ohne glossy Tasten.

Abschließend bleibt nur noch einmal „Danke“ an ComputerBase und Caseking zu sagen, sowohl für die Möglichkeit dieses Tests als auch für das Kennenlernen einer, für mich, neuen Marke und eines Produkts das mich überzeugen konnte.

Ihr könnt es als gesichert ansehen, dass mich diese Maus nicht bei der nächsten Verkaufsmöglichkeit verlässt. Dieser Gedanke besteht ja oft bei Lesertests mit gesponserten Produkten. In diesem Fall aber wird sie meine Harpoon ersetzen und zum Zocken werde ich wohl weiterhin ausschließlich die „Model D-“ verwenden.

Vielen Dank für‘s Lesen!

Fragen und Anregungen sind selbstverständlich willkommen :)
 
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Kleines Update: Das Mausrad quietscht mittlerweile beim herunterscrollen. Das ist super nervig.
 
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