IDLE Stromverbrauch (C-States, ASPM) und Grafikkarte

Cappuccio

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Wie verhält sich ein System, das ohne dedizierte Grafikkarten einen sehr niedrigen Stromverbrauch unter 10 Watt hat (z.B. tiefe C-States, ASPM durchgängig aktiviert) beim Hinzufügen einer Grafikkarte (z.B. AMD)?

Kann man dann einfach den IDLE-Vebrauch der Grafikkarte dazu addieren? Oder steigt der Stromverbrauch weit aus mehr, weil z.B. tiefe C-States nicht mehr erreicht werden könnten? Oder hängt es von der jeweiligen Grafikkarte ab?

Gibt es dazu Erfahrungen?
Mich würde es inbesondere unter Linux interessieren in Verbindung mit AMD-Grafikkarten.
 
Also ich habe meinem b550i/5700g eine rx6600 spendiert, die ich - quasi wie bei einem Laptop - per dri_prime bzw. Vulkan device select dazu schalte.
Laut Messgerät hat sich der Idle Verbrauch an der Steckdose nicht verändert (liege derzeit bei 22w).
Hab jetzt aber noch nicht mit neueren Kernels/pstate etc getestet, da sind dann vielleicht noch Einsparungen drin.
 
Weil ich den Office-PC den ganzen Tag an habe, würde ich da nie eine Hochleistungsgrafikkarte einbauen wollen, weil das in der Regel immer etwa 10-20 Watt Mehrverbrauch erzeugt.
Allerdings je nach Plattform. Aktuel habe ich ein B560 System mit 10600K und RTX 2060 fürs Gaming, und der kann sogar bis auf 29 Watt Idle. Beim vorherigen Z490-System (gleiche Hardware und Mainboard-Serie - also bis auf den Chipsatz gleich) ging der Idle verbauch nicht unter 40 Watt.

Wieso der vor-Kommentator mit einer RX6600 sogar 22 Watt erreicht, weiß ich nicht. Entweder ist AMD inzwischen klar gekommen mit Idle-Verbräuchen (Mainboard und Grafik), oder er hat die Grafikkarte eben nicht eingeschaltet....sic. Dann wäre der 22 Watt Idle-verbrauch sogar auch, was meine Erfahrung mit der AMD 500 Plattform war (sogar schon die Ryzen 4000G modelle konnten das - allerdings konnten das auch schon FM2-Plattformen - wenn sie von den OEM-Herstellern, die für Office Verwendung produzieren, konstruiert wurden. Die sind dazu angehalten, gerade den Idle-verbrauch zu reduzieren, weil Büro-PC´s praktisch den ganzen Tag hochgefahren sind, aber eher selten höhere CPU-Last verarbeiten müssen).

Intel-Plattformen können das aber soooo viel besser.... und schon viel länger weit unter 20 Watt (ohne extra Grafikkarte). Ein H410 "Micro"-System (mit onboard-DC-Wandler) aus den OEM-Sortiment von Dell, HP, Shuttle oder so, kann im Idle in C7 auf bis zu 5 Watt oder c8 bis zu 3 Watt oder noch weniger im Idle-Verbrauch kommen.
Startet man dann aber einige Anwendungen, ist der niedrigste Idle wohl eher 10 -15 Watt. Aber immernoch geringer, als echte Desktop-Plattformen...die dann in der Regel immer 20 Watt verbrauchen.

Bevor man also in seinem Office-PC eine dezidierte Graikkarte einbaut, sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob man nicht gleich einen kompletten extra PC für die grafikintensiven Anwendungen anschafft. Da der nicht dauerhaft oder den ganzen tag läut, reicht ja auch eine ältere Plattform (nur aktuelle Grafikkarte vielleicht - aber selbst das ist nur unter bestimmten Anforderungen nötig, denn auch bei Grafik-Chips hat sich nur Raytracing/DLSS und die Sache mit der KI geändert - eine GTX 1060 verbraucht bei gleicher FPS im gleichen Spiel nicht mehr, als eine RTX 2060), denn unter Last sind die Plattformen dann nicht allzu unterschiedlich im Verbrauch. Seit der Skylake-Plattform (Intel 6.Gen 100/200 Serie) hat sich an der Leistung pro Takt nicht besonders viel getan (nicht gar nichts, aber wer Preis und Leistung gegenüberstellt, und Komprimisse eingehen kann, kann Geld sparen). Seit Skylake gibts ja auch nur Erneuerungen der eh schon implementierten features. Also nichts Neues, was man unbedingt brauchen würde. Und naja, mehr Kerne. Sonst gibts nichts besonders wichtiges an neueren Plattformen.
 
@Andromed Wie geschrieben, habe ich 22w an der Steckdose mit und ohne rx6600. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich die Bildausgabe über die iGPU mache, und die rx6600 nur bei Bedarf dazuschalte (wie bei einem Laptop quasi). Für mich ist das ein sinnvolles Setup, da kein extra Rechner rumsteht, und ich die Leistung bekomme, wenn ich sie brauche.

Dass 22w im idle nicht absolut spitze sind, ist mir klar. Ich denke, das liegt u.a an drei Lüftern, WiFi, Bluetooth, XMP (vor allem) sowie vermutlich nicht dem besten NT (nur 300w gold). Aber aus Kosten/Nutzen Sicht lohnt es sich für mich jetzt nicht, da weiter zu optimieren.

Wer AMD und niedrigen Idle Verbrauch will, muss wahrscheinlich einen DeskMini nehmen, da habe ich was von 7w idle gelesen.
 
drake23 schrieb:
Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich die Bildausgabe über die iGPU mache, und die rx6600 nur bei Bedarf dazuschalte (wie bei einem Laptop quasi). Für mich ist das ein sinnvolles Setup, da kein extra Rechner rumsteht, und ich die Leistung bekomme, wenn ich sie brauche.
Idealerweise gibts zukünftig Hotplug-fähige PCIe x16 Schnittstellen und dann Grafikkarten-Gehäuse, wie bei Thunderbolt vorgesehen, aber nicht wirklich sinnvoll funktionierte (leistungsmäßig).
PCIe ist im Prinzip Hotplug-fähig.... wenn ichs richtig in den Standards-Beschreibungen verstanden habe. Aber niemand tut dieses feature auch wirklich implementieren. ....man schreckt wohl vor den komplexen Steckverbindungen zurück, die dann nötig wären. Was hoffentlich nicht so endet, wie mit USB3.0 und der erbärmlichen 19pin Buchse.

Bei der Verteilung der PCIe-Lines auf dem Mainboard wird ja auch je nach Bedarf zugeteilt - was prinzipiel der Hotplug-Funktion ähnlich ist.

Das man dann die Stromversorgung getrennt hat (Graik-Gehäuse und Desktop-Plattform mit je eigenem Netzteil) hat dann eben auch Vorteile. Beide können sehr speziel auf die Anforderungen ausgelegt sein und müssen nicht "überdimensioniert" sein, was vor allem die Stromsparmechanismen der Desktop-Plattform ineffizient/ineffektiver macht. Beim 300 Watt ATX-Netzteil wird das nicht viel auffallen, aber bei 500 Watt oder mehr kann das jeden maximum C-state aussehen lassen, als gäbe es ihn nicht. Im Zweifel müssten dann die Netzteile zwei 12v-Lines haben, wobei eine dann sehr wenig Leistung liefern wird, um fein genug regulieren zu können. Was aber in de Realität des Betriebs nur mit sehr aufwändigen Schaltungen wirklich funkltionieren wird, die schnellen Lastwechsel werden eine solche Konfiguration eher so verteuern, das sich das nicht lohnen wird.

Der Deskmini ist ja auch mit DC-Wandler auf der Platine. Also beste Vorraussetzungen für eine gute Abstimmung der Stromversorgung des Systems.
 
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