"Das iPhone 4 war eine sanfte Evolution gegenüber dem iPhone 3GS: Die vielen Detailverbesserungen machten es zu einem besseren Smartphone."
Liebe Redaktion, hier möchte ich widersprechen. Das iPhone 4 war trotz des Antennen-Designfehlers eine bahnbrechende Neukonstruktion. Der Apple A4-Chip hielt Einzug, was nötig war, denn die Pixeldichte wurde vervierfacht, weil man so mit überschaubarem Aufwand das komplexe UI mit der kapazitiven Berührsteuerung pixelbasiert belassen konnte, was bis heute so ist (niemand hat bis heute ein Vektor-UI umgesetzt). Der erstmals verwendete IPS-Bildschirm wurde laminiert, damit die Bildwinkel zur Geltung kamen. Vollglasfront- und -rückseite aus ionenaustauschgehärtetem Glas (der eigentliche Trick ist, dass es dadurch elastisch wird) wurden auf trickreiche Weise mit dem Stahlrahmen verschraubt. DAs Aufmacherfoto zeigte nicht umsonst die rundgeschliffene Glasvorderkante: Glasschliff ist teuer und nicht so einfach. Die Fertigung wurde um mindestens eine ganze, wahrscheinlich sogar eher zwei, Größenordnungen präziser: Apple zeigte, wie eine lernende Kameraoptik damals automatisch in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit aus einem Puffer die am besten passenden Glas- und Rahmenteile zuordnete. Es enthielt insgesamt eine Vielzahl mikromechanischer, mikroelektronischer und materialwissenschaftlicher Innovationen. Die Haltbarkeit von Mechanik, Elektronik und Akku ist bis heute legendär. Das iPhone 4 wurde so das "Consumer-Produkt" mit den höchsten Investitionskosten der gesamten Consumer-Elektronikgeschichte. Ich vermute, dass das nur möglich war, weil Steve Jobs damals schon todkrank war und das iPhone 4 sein letztes "Baby" auf Erden war: Ich bezweifle, dass irgendjemand sonst bei Apple das Risiko betriebswirtschaftlich verantwortet hätte.
Das iPhone 4 unterschied sich fundamental in Design, der Wertigkeit und Qualität von allen Mitbewerbern. Erst dadurch hat Apple die Führung im Markt übernommen.
(edit: kleine Ergänzungen)