Laute Schreibgeräusche auf WD Red Plus 8TB im DS220+

cLynE

Cadet 4th Year
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Hallo zusammen,

vor kurzem habe ich mir ein Synology DS220+ mit 2x WD Red Plus 8TB (WD80EFZZ) zugelegt.
Beim Schreibvorgang habe ich sehr laute Geräusche wahrgenommen. Diese bekommt man sogar im Wohnbereich mit, obwohl das NAS auf dem Speicher steht.
So laute Geräusche kenne ich nicht von meinem rund 10 Jahre alten ZyXEL NSA325 mit 2x WD Red 3TB (WD30EFRX).
Hier mal ein Video dazu:

Die Geräusche kommen ausschließlich vom DS220+.
Auch wenn während dem Video kein Schreibvorgang aufs ZyXEL aktiv war, habe ich es gerade noch mal überprüft und das ZyXEL ist auch während einem Schreibvorgang leise wie im Video.

Da auch ein Anpressen des Gehäuses (oben und seitlich) oder ein in die Luft Halten die Geräusche nicht abstellen, würde ich mal tippen, dass sie von einer oder beiden Festplatten kommen.
Ist ein so lautes Schreibgeräusch bei den neueren Red Plus normal? Viel mehr Umdrehungen scheinen sie ja nicht zu haben (5640 zu 5400 laut Datenblättern).
Oder lässt das Geräusch vllt auf eine defekte Festplatte schließen?
Beide NAS Systeme laufen im RAID1.
Da noch nie eine Festplatte einen Defekt habe, habe ich keinerlei Erfahrung damit.
Kann ich zum Testen jeweils eine der Festplatten für kurze Zeit rausnehmen oder führt das zu Problemen?
Kann ich die Festplatte sogar im laufenden Betrieb entfernen oder sollte ich das System dafür besser runterfahren?
 
Da Du ein RAID1 hast, kannst Du logischerweise eine entfernen, das RAID baut sich danach wieder auf.
Ob das im laufenden Betrieb geht, sagt das Handbuch des NAS.
Meine beiden alten QNAP 509Pro und 669L können Hotswap.

Entkoppeln vom Boden könnte helfen, aber nicht wenn die HDDs selbst da den Lärm machen (siehe dazu Beitrag von @itsDNNS).
Also eine raus und mal so geprüft ob die Radau macht oder der Radau im NAS verbleibt bei der anderen Platte.

Aber die Geräusch im Video deuten auch auf das Gehäuse etwas hin, aber nicht alles davon.
 
cLynE schrieb:
Da auch ein Anpressen des Gehäuses (oben und seitlich) oder ein in die Luft Halten die Geräusche nicht abstellen, würde ich mal tippen, dass sie von einer oder beiden Festplatten kommen.
Naja, das Geräusch kommt ja auch nicht von Gehäusevibrationen oder den Umdrehungen, sondern vom Positionieren des Schrei-/Lesekopfes, da hilft das auch nicht. Die Beschaffenheit des Gehäuses (leicht, aus Kunststoff) vermindert das aber auch nicht.
Die HDD Entkopplung ist bei NAS noch nie besonders gut gewesen.
Je mehr Platter eine HDD hat, desto mehr Schreib-Leseköpfe hat sie und tendiert zu stärkeren Geräuschen (innerhalb einer Serie).
cLynE schrieb:
Diese bekommt man sogar im Wohnbereich mit, obwohl das NAS auf dem Speicher steht.
Da das NAS auf dem Boden steht -> Körperschall. Hebe das NAS mal vorsichtig hoch und lass mal jemanden aus em Wohnbereich prüfen ob das Geräusch weg ist.

NAS auf einer Gummimatte vom Boden entkoppeln.

cLynE schrieb:
cLynE schrieb:
Unterschiedliche HDDs, -> Äpfel-Birnen-Vergleich
Unterschiedliche NAS ->Äpfel-Birnen-Vergleich
Unterschiedliche NAS und unterschiedliche HDDs -> Äpfel-Birnen-Vergleich im Quadrat.
 
Brauchst du überhaupt ein RAID1? Vlt macht es sinn es ohne zu betreiben.
Ansonsten müsste man mal schauen welche HDDs im Betrieb halbwegs leise sind.
 
@Fujiyama
Das frage ich fast jedes Mal wenn ein NAS-Thema aufkommt.

Ich setzte drei NAS ein und fahre grundsätzlich mit Einzeldisk, da ich keine Kapazität verschenken will.
Multimedia-NAS und Sicherungs-NAS haben da die gleichen Plattengrößen für eine einfache RTRR von NAS zu NAS.

Das mit Einzeldisk passt bei mir exakt, machmal ist höhere Verfübarkeit gewünscht, da muss dann ein RAID herhalten mit all seinen Vorteilen und potentiellen Nachteilen, vor allem wenn die Platten schon ein paar Jahre hinter sich haben.
 
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Ja, wie du hier sehen kannst, sind die Festplatten weitaus lauter als deine alten.
Bitte beachten, das die Frequenzkurve logarhytmisch ist, also sind die 5db(A) mehr ein viertel lauter...

Dazu kommt die Resonanz von deinem Fußboden. Stell das Gehäuse auf eine weiche Unterlage.
Irgendein dickerer Gummi oder fester Schaumstoff. evtl. hilft schon Styropor.

Musst auch nicht im Internet bestellen, in jedem Baumarkt gibts Unterlagen für Waschmaschinen die kosten im vergleich zur Fläche weitaus weniger. (z.B: Hornbach, Obi und sollten auch alle anderen haben...)
 
schon mal Danke für das viele Feedback

Da ich im Datenblatt zum DS220+ die Hot Swap Fähigkeit bestätigt bekommen habe, habe ich mal Laufwerk 2 rausgezogen und nach ~5 Sekunden als ich das Geräusch weiterhin vernommen habe wieder reingesteckt.
Kurze Zeit später piepst das DS220+ schrill und die LED für Disk 2 leuchtet orange.
Im Speicher-Manager wird mir Disk 2 jetzt als "Abgestürzt" markiert.
Ich habe das NAS dann neugestartet -> Fehler noch da
Platte noch mal raus und noch mal rein -> Fehler noch da
NAS noch mal neugestartet -> Fehler noch da

War wohl eine blöde Idee :/

Beim Neustart war das Geräusch auch wieder gut zu vernehmen und dabei habe ich das NAS noch mal in die Hände genommen und gemerkt, dass ich vorher wohl etwas zu empfindlich war. Die Geräusche sind dadurch natürlich nicht weg, aber es lässt darauf schließen, dass es wirklich maßgeblich die Resonanz auf dem Boden ist.
Wird dann also doch eher auf eine Matte hinauslaufen, die die Vibrationen (teilweise) schluckt.

Für RAID1 habe ich mich übrigens beide male entschieden, weil ich immer Angst davor habe, dass mal eine Platte ausfällt und die Daten dann weg sind.
Mir ist bewusst, dass ein Backup an einem anderen Ort sein sollte, dies das. Aber es besänftigt zumindest ein bisschen meine Paranoia bzgl. eines einzelnen technischen Defektes.

So, jetzt muss ich meinen Speicherpool wieder hinkriegen, irgendwelche Ideen?
 
Vlt findet sich im Haushalt eine Matte um mal zu testen ob das NAS dann deutlich leiser ist.

P.s: Eine RAID 1 eignet sich eher schlecht um zu verhindern das Daten nicht verloren gehen.
Ich würde die HDD eher ausbauen und als Backup verwenden. RAID1 macht für Privatanwendung selten Sinn.
 
@conf_t
In den Speichermanager gehen und Reparieren hat leider nicht funktioniert.
Reparieren wurde nicht angeboten, weil Disk 2 nicht verfügbar war.
Unter HDD/SDD konnte ich dann Disk 2 aber deaktivieren, musste es dann noch mal rausziehen und reinstecken und nun wurde sie wieder erkannt und der Rebuild läuft.

@Fujiyama
hätte ich mit der Festplatte als Backup (die ich dann auch auf dem Speicher lagern würde) nicht das gleiche Szenario wie jetzt, nur mit Umwegen?
nicht provokativ gemeint - reine Unwissenheit
 
@cLynE
Nein, ein Backup und ein RAID1 sind verschiedene Dinge. Bei einigen Szenarien hilft nur ein Backup, ein RAID1 würde deine Daten nicht schützen.
 
Mal ein paar Beispiel:

Eine der beiden Festplatten geht kaputt, aber du muss heute deine auf dem NAS gespeicherte Dissertation abgeben und willst zur Feier des Tages einen gemütlichen Filme-/Serien-Abend machen, mit Filmen, die du auf dem NAS hast?

RAID1, aber kein Backup: Denkst dir egal, shoppst erst mal eine Ersatzfestplatte und verfolgst ansonsten den Tagesablauf.
Kein RAID1, aber Backup: Du schließt die Backup HDD an den PC, kannst zwar deine DIssertation dort raus suchen und verschicken, leider war der letzte Speicherstand von gestern, aber dann musst du halt "Ranklotzrn" und der Fernseher kann nicht mehr auf dein NAS zugreifen, weil die eine HDD kaputt. Shoppst dir eine Ersatz-HDD und musst warten bis sie da ist. Solange nutzt du die Zeit gehst beispielsweise abends aus, statt Serien zu glotzen.

Oder:
Bei dem Besuch einer Webseite, lädst du dir eine Exceldatei runter, die genau die Funktion bietet, die du schon lange gesucht hast. Ein paar Stunden später merkst du, dein PC und dein NAS sind komplett verschlüsselt und du kommst an nichts mehr ran und deine fast fertige Dissertaion ist auch Opfer geworden und alle Urlaubsbilder und die der Kinder!

RAID1, aber kein Backup: Da du kein Backup hast, musst du die 2 Bitcoin (ca. 50000€) an die Erpresser bezahlen und hoffst, dass sie sich an die Abmachung halten.
Kein RAID1, aber Backup: Du zuckst kurz mit den Achseln,, bereinigst deinen PC mit einer Live-Distribution und spielst die Backups ein, bis du wieder zu Zugriff auf alle Daten hast, wird es noch ein paar Stunden dauern.


Oder:
Ausversehen erwischst du unbemerkt den "Ausschneiden"-Button statt den "Kopieren"-Button im Explorer und Verschiebst alle Daten auf den PC, da du das ja nicht gemerkt hast, löschst du nach einer Weile die lokale Kopie auf dem PC. Dann merkst du erst, dass die Daten auf dem NAS auch weg sind.


RAID1, aber kein Backup: Keine Chance, wenn nicht irgendwo noch was im Papierkorb liegt.
Kein RAID1, aber Backup: Du zuckst kurz mit den Achseln und spielst das Backup ein, bis zu Zugriff auf alle Daten hast, wird es noch ein paar Stunden dauern.


Fazit, auf ein RAID 1 kann man verzichten, auf ein Backup nicht. Wem die Verfügbarkeit wichtig ist und nicht 3,4 Tage warten kann, und der bereit ist das Geld in die Hand zu nehmen, baut sich zusätzlich zum Backup ein RAID1/5/6.

Und beim Backup ist die 3-2-1-Regel zu beachten.
https://www.computerweekly.com/de/definition/3-2-1-Backup-Strategie#:~:text=Das Grundkonzept der 3-2,einen externen Standort geschickt wird.
 
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conf_t schrieb:
RAID1, aber kein Backup: Denkst dir egal, shoppst erst mal eine Ersatzfestplatte und verfolgst ansonsten den Tagesablauf.
... und hoffst, dass bis zum und während des Rebuilds nicht die (noch) intakte Festplatte auch draufgeht, oder keine defekten Sektoren hat, die sich nicht wiederherstellen lassen.

Daher laufen meine beiden großen NAS als RAID-6 - geht natürlich bei 2-Bay nicht, oder macht bei 4/5-Bay mitunter noch keinen Sinn. Aber selbst dann sind immer noch Backups in der Hinterhand wichtig.

Die Hürde für Ransomware liegt schon mal wesentlich höher, wenn das NAS Snapshots unterstützt und man die ggf. in kurzen Intervallen anlegt. Was zusätzlich dazu zwar nicht mit allen Daten praktikabel ist, aber zum Beispiel für auf dem NAS gespeicherte PC-Backups sinnvoll ist, ist den Schreibzugriff auf die entsprechende Freigabe auf die Backupsoftware zu beschränken (mittels separatem Backup-User).

Backups der Daten abseits des NAS sind aber wenn man das Thema ernst nimmt immer noch notwendig. RAID-1/5/6 ist eher eine Komfortfunktion, die je nach Schadensszenario die Schwelle, ab der ich wirklich auf meine Backups zurückgreifen muss, nach hinten verschiebt - oder mir im schlimmsten Fall ... gar nicht hilft.
 
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Stimmt, habe nicht beachtet, dass man ja kein Backup in dem Szenario hat….. hatte zwar schon durch HDD Tausch zur Kapazitätserweiterung oft solche Szenarien, aber auch entsprechend Backups, an 3 Orten und alle nicht älter als maximal 3 Tage und dazu versioniert und sowohl als Push- als auch Pull Backup. Letzteres ist ziemlich Trojaner-Safe ausgelegt, da keines der anderen System Zugriff hat oder die Credentials kennt und alles auf ein Minimum eingeschränkt ist.

Da ist man beim HDD Tausch tiefenentspannt.

Aber bei 6 NAS in mit diversen Verfügbarkeits-RAID und zig HDD Tauschs und wenigen Defekten Einzelner hatte ich noch nie den Fall, dass ein HDD während des Rebuilds ausgestiegen wäre. Man sollte halt auch geeignete HDDs einsetzen. Desktop HDDs können sowas bspw idR nicht leisten. Hatte ich mal zum Spaß aus Seagate Archive HDDs Raid 5 gebastelte, von 10 Rebuild Versuchen schlugen alle fehl weil die 2 HDD durch UREs ausgestiegen war.

Aktuell haben wir in der Familie 6 NAS mit in Summe 200 TB installierter Kapazität…. denke für den Heimbedarf habe ich da etwas Erfahrung und spätestens alles 2 Jahre werden die Kapazitäten erweitert, was dann Rebuilds beinhaltet. Das ganze seit 2014. Wobei die Anzahl der HDDs stets gleich blieb.
 
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NobodysFool schrieb:
... und hoffst, dass bis zum und während des Rebuilds nicht die (noch) intakte Festplatte auch draufgeht, oder keine defekten Sektoren hat, die sich nicht wiederherstellen lassen.

Daher laufen meine beiden großen NAS als RAID-6 -

Ich werde bald auf RAID6 bzw. RAIDZ2 umsteigen. Aber nicht wegen des von dir genannten Aspekts, sondern wegen der Gefahr eines URE während des Rebuilds.


Allgemein:
Aber auch ein RAID1 muss eben nicht nur der Verfügbarkeit dienen, sondern kann wunderbar zur Integrität der Daten beitragen. Bei nem Backup auf ner externen HDD kann einem erst mal keiner garantieren, dass die Daten nicht irgendwann (zumindest in kleinen Teilen) korrumpiert sind, wenn man keine Prüfsummen hat.
Selbst mit so einem Synology-NAS kann man im RAID1 gewiss einen Scrub durchführen und so Fehler, die durch das ECC der jeweiligen HDD nicht korrigiert werden können, aus der Redundanz der anderen HDD wiederherstellen. Das bietet mehr Sicherheit im Hinblick auf die Integrität und ist einfacher zu managen als eine externe Kopie mit Prüfsummen. Ein Backup sollte man natürlich trotzdem haben bzw. ohne Backup sollte man auch nicht an RAID denken.
 
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