AW: Cannabis Legalisierung
Ich wiederhole mich nur ungern aber ich bin froh das Cannabis in Deutschland verboten ist. Diese Einstiegsdroge hätte auch mich, in jungen Jahren, beinahe in den Abgrund gezogen
Diese Aussage ist meiner Meinung nach Quatsch!
Aus folgendem Grund:
1. Cannabis ist wenn dann nur eine Einstiegsdroge, weil man Cannabis nur illegal bekommt und dann mit Dealern in Kontakt gerät, die auch andere Drogen im Sortiment haben, die man dann früher oder später ausprobieren wird bzw. angeboten bekommt. Nur weil mal jemand Cannabis geraucht hat und danach irgendwann zu anderen Drogen gekommen ist, heißt das nicht, dass man den Rückkehrschluss daraus ziehen kann das Cannabis daran schuld ist. Demnach kann man auch sagen jeder Heroin Konsument hat mit Muttermilch als Einstiegsdroge angefangen.
Für Cannabis ist die Einstiegsdrogen-Theorie schon länger widerlegt, so heißt es in der vom Bundesgesundheitsministerium unter Horst Seehofer beauftragten Studie von Dieter Kleiber und Renate Soellner:
„Die Annahme, Cannabis sei die typische Einstiegsdroge für den Gebrauch harter Drogen wie Heroin, ist also nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht haltbar.“
– Cannabiskonsum: Entwicklungstendenzen, Konsummuster und Risiken, 1995[1]
Auch eine Studie von Peter Cohen und Arjan Sas aus 1997 am Beispiel von Amsterdam trug dazu bei, den Mythos „Einstiegsdroge Cannabis“ zu entkräften.[2]
Eine Studie vom 7. Januar 2010, welche Daten der World Mental Health (WMH) der Weltgesundheitsorganisation aus 17 Staaten ausgewertet hatte, kommt zu dem Schluss, dass die Anzeichen für eine Einstiegsdrogentheorie eher aus zufällig zusammenfallenden Faktoren bestehen als aus kausalen Zusammenhängen. So führe der Konsum einer Droge nicht automatisch zum Konsum einer anderen
2. Ein Verbot bringt keine Reduzierung von Konsumentenzahlen und erhöht Risiken (Streckmittel, fehlende Aufklärung, Verkauf an Minderjährige durch Dealer). Niemand möchte Drogenkonsum mit einer Entkriminalisierung / Legalisierung fördern. Es geht lediglich darum die Risiken des Gebrauchs zu verringern, die Abgabe zu kontrollieren und die unnötige Kriminalisierung der Konsumenten zu beenden. Jemand der mit 0,5 Gramm Cannabis erwischt wird hat es meiner Meinung nach nicht verdient eine derartige Strafe zu bekommen wie es hier teilweise in Deutschland zugeht. Geldstrafen, Verlust der Arbeitsstelle, Führerscheinverlust und Gefängnisstrafe sind durchaus zu erwarten. Das ist Unverhältnissmäßig. Wie kann ein Betrunkener der randaliert nahezu ungestraft bleiben während jemand Anders, der ruhig in der Natur sitzt,die Ruhe genießen will und dabei einen Joint raucht zum entspannen, wesentlich härter bestraft werden? Wie kann jemand der Abbauprodukte von THC im Blut hat seinen Führerschein verlieren, obwohl er zuletzt vor 7 Tagen gekifft hat, nur weil diese Abbauprodukte solange nachweisbar sind, aber der Rausch schon seit 6,5 Tagen vorbei ist? Eventuell hat er sogar noch eine Hausdurchsuchung oder eine Durchsuchung des Körpers (Komplett nackt) zu erwarten. Das alles ist in Deutschland und anderen Staaten Realität und komplett Sinnlos. Es werden Millionen von Euros in die Strafverfolgung gesteckt und damit wird bei Konsumenten absolut nichts Positives erreicht. Man kommt sich als friedlicher Gelegenheitskonsument ungleich behandelt vor, wenn man sich dabei den Umgang mit Tabak und Alkohol hier in Deutschland anschaut. So kommt man an Alkohol und Zigaretten leichter heran als an Brot. Vergleicht man jedoch die Schäden die dadurch entstehen mit teilweise verbotenen Substanzen, dann wundert man sich jedoch, warum diese Drogen zu den Legalisierten gehören und auch noch massiv gefördert werden im Verkauf.
Könnten wir nicht mit ordentlicher Aufklärung und Hilfsmaßnahmen viel mehr bewirken? Sollte ein stark Drogenabhängiger der sowieso schon Probleme hat, durch Strafe noch mehr Probleme bekommen? Oder sollten wie diesen nicht durch Hilfsmaßnahmen und Therapien helfen?
Also ich bin der Meinung das Drogenabhängigkeit mit Hilfe behandelt werden sollte und nicht mit Strafe.
3. Das dich die Droge "fast" in den Abgrund gezogen hat, dass tut mir sehr leid, aber daran ist die Droge vermutlich nicht schuld, sondern das soziale Umfeld einer Person selber und / oder der bewusste Umgang mit der Droge. Das Verbot hat dich zumindest nicht davon abgehalten Drogen zu konsumieren. Also wieso sollte daran dann deiner Meinung nach weiter festgehalten werden? Hilfe wäre vermutlich die bessere Lösung. Wenn eine Droge legalisiert ist, dann traut man sich vielleicht auch eher eine Hilfestelle aufzusuchen. Denn wenn eine Droge verboten ist, dann igelt man sich immer weiter ein und landet irgendwann ganz tief und kommt alleine nichtmehr aus der Sache heraus.
Es gibt genügend Konsumenten die statt ein Feierabend Bier, lieber einen Feierabend Joint zum entspannen rauchen würden ohne dabei kriminell zu sein. Es gibt genügend Konsumenten und zwar ein sehr hoher Prozentsatz davon, die mit Drogen umgehen können und nur selten oder zu bestimmten Anlässen zu Rauschmitteln greifen oder von ganz alleine nach mehreren Testversuchen wieder aufhören. Diese Konsumenten die absolut niemanden damit Schaden und kein Problem mit der Substanz haben, haben es auch nicht verdient kriminalisiert zu werden.
Der Drogengebrauch ist ein Teil mancher Menschen und gehört zum Leben dazu. Warum auch nicht wenn dabei keine Probleme entstehen? Schon Jahrtausende vor unserer Zeit, hatte der "Homosapien" das verlangen sich zu berauschen und selbst manche Tiere haben dies. Warum sollte sich das durch eine aktuelle "Politik" ändern? Man sollte es einfach mal akzeptieren, dass die / viele Menschen das Bedürfnis haben ihr Bewusstsein bei gegebenen Anläsen durch Substanzen zu verändern.
Ein Verbot hält fast Niemanden von Konsum ab. Eine vernünftige Faktenbasierte Drogenaufklärung über die Gefährlichkeit eventuell schon eher? Man kann einem Menschen aufjedenfall nichts vorschreiben, denn wenn er überzeugt ist etwas zu tun, wird er es.
Eine Kriminalisierung von Drogen hat also meiner nach überhaupt keinen Sinn. Es geht nicht darum Drogenkonsum zu fördern, es geht darum Risiken zu minimieren. Das geht nur durch Entkriminalisierung bzw. Legalisierung. Wer dagegen ist, der sollte sich mal mit dem Thema auseinander setzen.
Portugal hat mit Prävention statt Prohibition übrigens sehr gute Erfahrungen gemacht:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/drogenpolitik-portugal-streicht-strafen-fuer-den-konsum-von-drogen-a-888188.html
Des Weiteren fördert ein Verbot immer einen Schwarzmarkt bei dem durch Drogenhandel viel Geld eingenommen wird. Diesen Schwarzmarkt gibt es nur, weil diese Substanz verboten ist. Dadurch entstehen Drogenkriege bei dem auch Zivilisten in Leidenschaft gezogen werden sowie Streckmittel die zur Gewinnerzeugung hinzugefügt werden und mehr Schaden anrichten als die Droge selber.
Die aktuelle Drogenpolitik muss sich ändern, der aktuelle Zustand ist unakzeptabel. Wir müssen es wenigstens versuchen eine bessere Lösung zu finden. An der aktuellen Drogenpolitik festzuhalten ist keine Lösung.
Bitte versteht doch mal die ganzen Argumente für die Legalisierung und vergesst die 100. Mythen die im Internet kursieren und an der Realität vorbei gehen.
Auch wenn einige Drogen gefährlich sind, heißt das nicht, dass ein Verbot die Lösung des Problems ist - Aber andere Maßnahmen als ein Verbot können die Gefährlichkeit jedoch reduzieren.