Ich habe nichts gegen Studiengebühren, so lange man das Gefühl hat, dass das Geld, das man bezahlt, auch wirklich einen direkten positiven Nutzen hat (und dabei meine ich nicht, dass ein paar mehr Bücher in der Bibliothek stehen).
Wissen ist eine Ressource, die für Deutschland essentiell ist. Mit Bodenschätzen und Co. können wir nicht dienen. Wenn man die Ressource Bildung beschneidet (und das macht man, in dem man die Kosten in die Höhe treibt), dann schneidet man sich ins eigene Fleisch (auch wenn das Bluten erst Jahre später folgen wird).
Die Ausbildung zu einem gut ausgebildeten Akademiker dauert deutlich länger (4-5 Jahre Studium + Promotion) als eine normale Ausbildung. Natürlich sollte er nach dieser Zeit auch mehr verdienen, wäre auch schlimm wenn nicht. Wie du schon sagst, wird er dann auch mehr Steuern zahlen (und das sind mehr als die 1000€ pro Jahr Studiengebühren in ca. 5 Jahren).
Im Grunde hat jeder die Wahl (gerade in der heutigen Zeit, in der sogar Leute mit Hauptschulabschluss ohne Zeitverlust zum Gymnasiasten studieren können...), welchen Weg er einschlägt.
Gebraucht werden beide: Arbeiter und Akademiker.
Und auch Nicht-Akademiker sein, hat seine (finanziellen) Vorteile...
Warum soll also der eine für seine Ausbildung sogar Geld erhalten, und der andere für seine (von Anfang an) zahlen? Und es ist ja nicht so (abhängig vom Studiengang und Universität), dass man "nur" 500€ zahlt. Hinzukommen noch Semestergebühren, zusätzliche Versicherungen, Kosten für Chemikalien oder Glasbruch,...
Ich wäre für einen Betrag von 300€ und einer Abschaffung bzw. Verkleinerung des Verwaltungsapparats, der die Verteilung des Geldes erschwert und noch dazu einen Teil der Gebühren verschlingt. Und dafür, dass wieder mehr Wert auf die Lehre gelegt wird!
Ich würde mich eher mal fragen, warum die Ausbildung zu einem Physiotherapeut so teuer ist, bzw. warum man dann nicht einfach
hier sich ausbilden lässt...