Warum haben wir in Deutschland so wenig Glasfaser bis ins Haus?

Weil wir in Deutschland eine exzellente Quote von mit Kupfer angebundenen Haushalten haben.
Deswegen hat sich hier das DSL so start entwickelt, was es in anderen Laendern zum Teil quasi garnicht gibt.
Dazu kommt, parallel zu Telefonie, due grade in Staedten ebenfalls weit verbreitete Fernsehkabelinfrastruktur.
Und diese ist halt fuer den allergroessten Teil der Haushalte ausreichend.

Grade im ehemaligen Ostblock gibt es aber keine oder nur kaum alte Infratruktur. Dort wurde in den letzten Jahren eine neue Infrastruktur aufgebaut und dort wurde dann wohl konsequenter Glasfaser verwendet.
Das hat man damals nach der Wiedervereinigung in den oestlichen Bundeslaendern uebrigends auch gemacht! Aber das hat damals extrem lange gedauert, und es wurde zwar Glasfaser verlegt, aber leider in Standards die so unterschiedlich zu modernen Standards sind, das die Fasern heute quasi unbrauchbar sind. Stichwort: OPAL. Als das geplant und gebaut wurde war ISDN der Stand der Dinge, und darauf sind die Fasern ausgelegt.

Es gibt halt aufgrund der vorhandenen Struktur der Druck einfach nicht dagewesen etwas besseres aufzubauen.
Das aendert sich erst seit den letzten Jahren, und CoVID wird da vermutlich nochmal mehr Druck aufbauen. Aber schnell geht sowas nicht, denn vorallem der Tiefbau ist personalaufwendig und dementsprechend teuer.
Bei mir im Landkreis hat es von ersten Veroeffentlichungen um 2016 herum bis Anfang 2020 gedauert, und es ist noch nicht fertig. Und ich habe gesehen wie die Kabel verlegt wurden. Ich rechne innerhalb der naechsten paar Jahre damit das die ein oder andere Leitung mit dem Pflug aus dem Acker gezogen wird :D
 
flo222 schrieb:
Ich kann dir versichern, dass ich definitiv keine Parteipropaganda betreibe, schon gar nicht für eine Partei die ich noch nie in meinem Leben gewählt habe, und deren Amigo-Denke und auch viele sonstigen Einstellungen ich nicht ansatzweise teile.

Dann sollte Dich die Faktenlage nicht weiter stören. Die Faktenlage ist die, dass keine landesweite Vorschrift einem Unternehmen untersagen kann ein Neubaugebiet mit einer bestimmten Technologie oder einem bestimmten Medium zu erschließen.
 
So Sascha Lobo hat das gestern abend bei Lanz erklärt warum das so ist. Ein gewisser Postminister ist dafür verantwortlich, das man sich damals gegen Glasfaser entscheiden hat. Es soll damals 1984 einen Spiegel Artikel darüber gegeben haben. Tenor: man war damals in Japan darüber verwundert, das in Deutschland solch eine Fehlentscheidung getroffen wurde.
Wir kennen die Folgen alle: Es wude OPAL stillgelegt und ISDN eingeführt. Die Kupferkabel-Hersteller haben dann mit Vectoring Technik nachgelegt.
Noch heute hält man aus politischen Zwecken an Kupferkabeln fest, weil man ist ja Eigentümer anteilig.
Mit dem Verkauf des TV-Kabelnetzes setzen sich diese Fehlentscheidungen dann fort.
In der Praxis sieht das dann so aus: In Ballungsgebieten liegt Kupfer, im Bayrischen Wald und anderen ländlichen Gebieten liegt teilweise Glasfaser bis ins Haus. Weil die Entfernungen für Kupfer zu weit sind.
Bei uns sieht das so aus:
An der Hauptstrasse direkt neben dem DSLAM kiegen auch einige VDSL150 bis 200.
Unsere Siedlung meine Strasse hat VDSL100 Leitungslänge maximal 300m. Ich bin der am weitesten entfernte.
Nächste Strasse bekommt Teilweise VDSL100 und weniger. Teilweise VDSL50 weil Leitungslänge 400-600m.
Übernächste Strasse VDSL bis 50Mbit 600-700m es kommt dann irgendetwas zwischen 25 und 48Mbit an.
Weitere Strassen VDSL23 bis 45Mbit weil Leitungslänge über 800m.
 
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hildefeuer schrieb:
So Sascha Lobo hat das gestern abend bei Lanz erklärt warum das so ist. Ein gewisser Postminister ist dafür verantwortlich, das man sich damals gegen Glasfaser entscheiden hat. Es soll damals 1984 einen Spiegel Artikel darüber gegeben haben. Tenor: man war damals in Japan darüber verwundert, das in Deutschland solch eine Fehlentscheidung getroffen wurde.

Immer wieder herrlich, mit zu erleben wie der Blödsinn mit steigender Anzahl von Mund-zu-Ohr weitergabe ("Stille Post" - erinnert sich noch jemand an das beliebte Spiel aus Kindertagen) und abnehmender Kompetenz der Flüsterer (seit wann sind Blogger kompetent irgendwas zu erklären? Hab ich was verpasst?) immer hahnebüchener wird.

Wir kennen die Folgen alle: Es wude OPAL stillgelegt und ISDN eingeführt.

Sorry, aber das ist Bullshit. Opal kam nach ISDN. Und Opal kam übrigens vor den Japanern. Die haben bis 2000 gewartet, also nochmal rund 10 Jahre (bzw. bezogen auf den Kern der Geschichte eher 20-25 Jahre) in denen sich enorm viel getan hat.

Möglicherweise meinst Du ja BIGFON, aber auch das würde im Kontext keinen Sinn ergeben.

Die Kupferkabel-Hersteller haben dann mit Vectoring Technik nachgelegt.

Sorry, aber das kam später als klar war das Opal eine Sackgasse war.

noch heute hält man aus politischen Zwecken an Kupferkabeln fest, weil man ist ja Eigentümer anteilig.

Und wieder: Bullshit. "Man" hielt lange am Kupferkabel fest weil man Kupferkabel besitzt und weil dieses Kupferkabel noch recht jung und gut ausgebaut war und weil man aufgrund der regulatorischen Vorgaben mit dem Klammerbeutel gepudert sein müsste um Milliardeninvestititonen im Boden zu versenken die dann der Konkurrenz zwangsweise für 'n Appel und 'n Ei weiterzuvermieten sind und weil die "Geiz ist Geil" Mentalität lange dazu führte das sich der Überbau von Kupferhausanschlüssen mit Glasfaser schlicht nicht rentierte.

Mit dem Verkauf des TV-Kabelnetzes setzen sich diese Fehlentscheidungen dann fort.

Welche Fehlentscheidungen wären das denn gewesen?

In der Praxis sieht das dann so aus: In Ballungsgebieten liegt Kupfer, im Bayrischen Wald und anderen ländlichen Gebieten liegt teilweise Glasfaser bis ins Haus. Weil die Entfernungen für Kupfer zu weit sind.

Telekom wollte 2012 herum FTTH ausbauen. Damals erstmal in die größeren Städte - war auch nicht recht. Gab Mecker von denjenigen die mit einem Megabit oder weniger rum krebsten. Man sollte doch lieber erstmal da wo der Bedarf am größten sei...

Bei uns sieht das so aus:
Unsere Siedlung meine Strasse hat VDSL100 Leitungslänge maximal 300m. Ich bin der am weitesten entfernte.[...]
Übernächste Strasse VDSL bis 50Mbit 600-700m es kommt dann irgendetwas zwischen 25 und 48Mbit an. [...] Weitere Strassen VDSL23 bis 45Mbit weil Leitungslänge über 800m.

Na ist doch hervorragend. Hast Du daran gedacht die Haustüre aufzusperren damit die ganzen Vertreter herein kommen können von den vielen vielen vielen Firmen die alle antreten wollen um euch Glasfaser bis ins Haus für umsonst und Gigabit symetrisch für 9,98€ im Monat zu liefern? Nein? Keine Vertreter in Sicht? Weil kein Anbieter einen Vorteil davon hätte euch Glasfaser bis ins Haus zu legen? Weil die überwiegende Mehrheit das dankend ablehnen würde, weil sie ja mit >50 Mbit gar nicht soooo schlecht versorgt ist?

Das ist genau das Problem. Es gibt uns hier im Forum, Nerds oder doch zumindest am Thema interessiert. Wir würden FTTH mit Kusshand nehmen und könnens nicht abwarten. Aber wir sind nur eine wirklich kleine Teilmenge. Der Mehrheit ist vollkommen egal ob die Bits per Glasfaser, per Kupfer, per Funk oder per Brieftaube ins Haus kommen. Solange die Bits bezahlbar sind. Solange sie ausreichend schnell kommen. Und ausreichend schnell ist für viele schon ab 16 Mbit gegeben. Weil sie keine vier Kinder haben die UHD Videostreams anschauen während Mama und Papa in unglaublich wichtigen Telefonkonfrerenzen hochauflösende Röntgenbilder oder in 16K gerenderte Ansichten des BER mit 120Hz und 20.1 Dolby-Kill-O-Zap-Sound machen.
 
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Die haben letztes Jahr noch ein Cu-Kabel vom DSLAM bis in unsere Siedlung zum Verteiler gelegt, damit wir eine Leitungsverkürzung bekamen. Kein Leerrohr für Glasfaser nix, sondern Cu-Kabel. Hat natürlich nicht geklappt. Alle Router gingen auf Störung. Dann war jeden Tag ein anderer Techniker am Kasten, jeder hat eine andere Leitung bekommen, dann lief es. Nachbar hatte 3 Wochen keinen Zugang deshalb.
eben mal nach dem zitierten Spiegel Artikel gesucht und gefunden:https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13509973.html
Es wurde auf Kupferkabel gesetzt, weil man meinte, die Glasfasertechnologie käme zu spät.
Was besser oder billiger ist, wurde gar nicht abgewägt.
Um Internet ging es gar nicht, gab es noch nicht. Es ging um TV-Übertragungen. Man wollte in Konkurrenz zur Satelliten-Technik gehen. Der Schilling hat wirklich von TV-Bildern über Telefon-Kabel geträumt. Deshalb auch dann der Versuch ein TV-Kabel-Netz aufzubauen, war aber von Anfang an Defizitär.
 
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Zum Spiegel Artikel wiederhole ich mich mal selbst:
[Zitat]
Nach meinem Kenntnisstand war ein FTTH-Ausbau in den 80ern nichtmal ansatzweise realistisch. Nach meinem Kenntnisstand wurde beschlossen den FTTH-Ausbau zu starten sobald die Voraussetzungen vorliegen - was sowohl die kaufmännische als auch die technische Seite einbezog - und nach meinem Kenntnisstand ist auch genau das angegangen worden. Ab den 80ern wurde beginnend mit der Fernebene Glasfaser verbaut.
In den 90ern hat man mit OPAL versucht das Thema FTTB/FTTH zu pushen. Das ging gründlich in die Hose, die Technik war noch nicht soweit. Ab den 2000ern waren die Regularien so gemacht, dass es für Telekom Selbstmord gewesen wäre FTTB/FTTH in großem Stil auszurollen. Dazu kamen die hausgemachten finanziellen Engpässe.

Du möchtest gerne dem Spiegel glauben? Kann ich verstehen. Ich kann Dir nur anbieten, was ich an Informationen und Kenntnissen habe. Ich habe keinen politischen Blick auf das Thema, ich bin Techniker, ich war zwar nicht an vorderster Front aber doch dicht genug dabei um zu behaupten dass ich keinen Unsinn daher plaudere. Der Spiegel-Artikel ist meiner Meinung nach nahezu reine Polit-Propaganda mit einem Kern Wahrheit.
[Zitatende]
 
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hildefeuer schrieb:
So Sascha Lobo hat das gestern abend bei Lanz erklärt warum das so ist. Ein gewisser Postminister ist dafür verantwortlich, das man sich damals gegen Glasfaser entscheiden hat.

Hat er wieder die Geschichte vom Bundespostminister Schwarz-Schilling erzählt, der angeblich an einem Kupferkabelhersteller beteiligt gewesen sei und deswegen kein Glasfaser verlegen wollte?

Vor einem Jahr oder so hat Sascha Lobo diese Urban Legend, die seit Jahren durch die Internet-Foren geistert in seiner Spiegel-Kolumne aufgewärmt und dabei sogar zwei alte Spiegel-Artikel als Quelle angegeben - ohne zu merken dass das dort nirgendwo behauptet wurde.

Es soll damals 1984 einen Spiegel Artikel darüber gegeben haben. Tenor: man war damals in Japan darüber verwundert, das in Deutschland solch eine Fehlentscheidung getroffen wurde.

Nunja, die verwunderten Japaner gelten als Vorreiter bei FTTH, und selbst die haben 18 Jahre später in größerem Stil damit angefangen (1982 vs 2000). Und das ist eine Ewigkeit in Sachen technischer Entwicklung bei Glasfasernetzen.

Wir kennen die Folgen alle: Es wude OPAL stillgelegt und ISDN eingeführt. Die Kupferkabel-Hersteller haben dann mit Vectoring Technik nachgelegt.

OPAL war 10 Jahre später. Im Grunde war die Bundespost in den 80ern und 90ern meines Wissens recht weit beim Thema Glasfaser, auch im internationalen Vergleich: in den 80ern wurde das Glasfaserfernnetz aufgebaut, in den 90ern waren die OPAL-Netze weltweit mit die größten glasfaserbasierten Anschlussnetze für Privatkunden. Leider technisch eben noch nicht besonders ausgereift. Mit modernen FTTH-Netzen ging es dann ab den 2000ern los.
 
Ja klar und was haben wir nun daraus gelernt? Die ganzen Blogger haben Bildzeitungs-Nivau. Das was da steht, sollte man auch nicht glauben.
In dem Werk wo ich gearbeitet habe, haben wir von Cu-Kabel profitiert. Als die Wiedervereinigung kam, haben wir von 1991- 1998 60% des Kabels geliefert, das dort eingegraben wurde. Jeden Tag ging ein Zug dort ab mit Trommeln beladen. Cu-Kabel wurde in 3 Hallen gefertigt. 1 Halle hat Muffen gefertigt, 1 Halle Glasfaser.
Die Maschinen von allen Kabelproduktionen die Alcatel damals aufgekauft hat(SEL, Oberspree) kamen zu uns. Ein großer Teil wurde bei uns verschrottet. Als der Golfkrieg ausbrach und ein österreichischer Hersteller von Aderstrassen 3 Stück nicht liefern durfte an Saddam, kamen die zu uns. So hatten wir dort Maschinen die tropenfest waren, aber mit schwachen Motoren. Die sind bei uns nach 6 Monaten Dauerbetrieb durchgebrannt und durch stärkere ersetzt worden. Ich habe allein durch Verbesserungsvorschläge einige tausend DM zusätzlich verdient.
Nun ja aus Alcatel ist Alcatel-Lucent geworden und das ist von Nokia übernommen worden.
Den Cu-Bereich haben die an die Börse gebracht und sich Glasfaser (Draka)gewidmet.
Ich habe zuletzt 2004 HF-Sendekabel gefertigt für UMTS-Netze in Moskau und Hongkong U-Bahn.
Bei uns hat man die UMTS-Netze ja nur verzögert ausgebaut, weil man durfte sich ja gegenseitig Stationen vermieten. Die Planer waren ja davon ausgegangen, das sofort 4 Netze hochgezogen würden. Dem war aber nicht so. Mir war damals schon klar, das diese Netze für Internet sind. Internet bei mir 64kb/s. UMTS 3Mbit/s, UMTS-Schweiz 5Mbit/s, Hongkong U-Bahn 8Mbit/s so waren die Anforderungen damals. In Deutschland war ISDN mit Kanalbündellug 64KB/s, DSL 265Kb/s.
 
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Meine kleine Erfahrungen sind, dass in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern nicht in eigenem Eigentum wohnen bzw. häufig errichtet und dann abgekauft wird ohne am Bauprozess beteiligt gewesen zu sein. Die Bauherren die nur Verkaufen oder Vermieten ist es aber relativ egal was da ankommt, hauptsache es ist was da und die Erschließung ist günstig... Da ist die halbe Straße offen und du empfiehlst vorbereitend zwei Anbieter (Coaxnetz + klassische Kupfer- / Glasfaserleitung) ins Haus zu legen und keiner wills.. Vorallem das Glück sogar mit Glasfaser angebunden werden zu können wird dann gerne verschenkt... Lieber alles wieder auf in 10 Jahren? Vorallem dann im eigenen Hausnetz ja auch wieder "nur" Kupfer.. Kann also auch wieder raus wenn man jemals wieder Glasfaser wollen wrüde...Und versuch das ganze dann noch zu koordinieren wer wann kommt und bis wann wieder die Erde zu sein muss etc... + Naja langfristig will man nicht mehr denken.. es zählt halt das schnelle Geld.. macht kein Spaß.. Im Prinzip müsste da mal wieder regulatorisch eingegriffen werden um so etwas zu forcieren...
 
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@Grantiger wo wir schon einmal bei der Praxis sind. Ist es nicht so, das Glasfaser grundsätzlich in Leerohr verlegt wird. Dann hat der Provider ja ein Problem mit den Gesetzen bei uns.
Also Beispiel: Jemand gräbt die Strasse auf, legt Glasfaser Leerrohr rein. Dann darf doch jeder andere Provider seine Glasfaser auch reinschieben, gegen kleines Entgeld? Oder? Deshalb werden vermutlich die großen Provider eher kein Glasfaser legen, weil dann ja ihre Leerohre offen sind für andere Provider.
Hatte das letztes Jahr. Freund von mir hat gebaut in Baugebiet, wo nur Glasfaser eines Providers lag. Leerohr wurde bis ins Haus gelegt. Provider kam dann, hat Glasfaser eingeblasen und Modem gesetzt.
Deshalb haben die Glasfaser-Firmen bei uns sogar nachgeschaut an der Stelle, wo das Glasfaser-Kabel an unserer Siedlung vorbei läuft. Die haben einen Tag morgens das aufgebuddelt und als ich 30min. später wieder dort vorbei fuhr, war alles wieder zugemacht und gepflastert. An anderer Stelle Nachbarort, wo Glasfaser vorbei läuft zu einen Telekom-DSLAM das gleiche Spiel einen Tag zuvor.
Im Moment führt der Glasfaser Ausbau zum Ansteigen der Preise für Zugänge via Cu-Kabel. Die Angebote bei uns hier in der Gegend lagen bei 85€/Monat nach dem Subventionierten Zeitraum von 2 Jahren für 400Mbit/s. Das ist dann schon eine beachtliche Summe pro Monat.
 
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hildefeuer schrieb:
@Grantiger wo wir schon einmal bei der Praxis sind. Ist es nicht so, das Glasfaser grundsätzlich in Leerohr verlegt wird. Dann hat der Provider ja ein Problem mit den Gesetzen bei uns.
Also Beispiel: Jemand gräbt die Strasse auf, legt Glasfaser Leerrohr rein. Dann darf doch jeder andere Provider seine Glasfaser auch reinschieben, gegen kleines Entgeld? Oder?

Ich denke nicht, dass Anbieter ihre Leerrohre anderen Anbietern zu bestimmten Konditionen zur Verfügung stellen müssen. Ausnahme vermutlich: Leerrohre, die mit Fördergeldern verlegt wurden.

Bei Ausbauvorhaben öffentlicher Versorgungsnetze, die ganz oder teilweise mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, gibt es das Recht auf Mitverlegen von Leerrohren (unter bestimmten Voraussetzungen) durch andere Anbieter.
 
Ja das meine ich und es betraf nicht nur Leerohre sonder auch Kabel. Wenn also eine Wasserleitung verlegt wurde, konnten andere ihre Kabel dort verlegen. Das wurde vielfach von den Stadtwerken und dessen Töchtern wahrgenommen aber auch von der Telekom.
Aber muste halt ein öffentliches Versorgungsnetz sein. Ein Baugebiet von Firma erschlossen fällt natürlich nicht darunter. Die erschließen ja das ganze Gebiet und verkaufen dann die Bauplätze. Wenn der erste Bauplatz verkauft wird, dann wird die Strasse erst dem Straßenverkehr gewidmet und wird so öffentlich.
Freund von mir arbeitet bei einer solchen Landes-Erschließungs-Gesellschaft und hat es mir so erklärt.
Der Punkt ist also ob es öffentlicher Verkehrsraum ist oder nicht, wenn die Verlegung erfolgt.
 
DeusoftheWired schrieb:
In dem Zusammenhang historisch auch interessant, wie die CDU schon in den Siebzigern den Aufbau eines innovativen Glasfasernetzes verhinderte.
Naja, am Ende ist die Frage, wie interessant das wirklich ist. Denn dann wären die Grünen in der Hinsicht auch unwählbar. Wahlprogramm von 1987:
https://www.boell.de/sites/default/...kationen/1987_Wahlprogramm_Bundestagswahl.pdf

Seite 42:
"Keine Digitalisierung des Fernsprechnetzes"
"Keine Glasfaserverkabelung (Breitband ISDN)"
"Stopp des Kabel- und Satellitenfernsehens"
 
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@foo_1337 Obwohl ich ein Freund des Wählens nach Wahlprogramm bin, muß man bei Dingen aus der Vergangenheit noch unterscheiden, was im Programm stand und wie dann letztendlich abgestimmt bzw. sich öffentlich verhalten und positioniert wurde. Meinst du, man solle die Grünen heute nicht wählen, weil sie vor 34 Jahren diese Position im Programm stehen hatten? Ich wollte nicht sagen, daß man heute die CDU deshalb nicht wählen sollte, weil sie den Glasfaserausbau in den Siebzigern torpediert hat, sondern weil sich dieses innovationsfeindliche und klüngelfreundliche Verhalten bis heute fortgesetzt hat.

Wenn man dann solche Meldungen wie die hier liest, nach der die Bürger die höchste Digitalkompetenz bei CDU/CSU sehen, weiß man nicht mehr, ob man weinen oder lachen soll.
 
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Und Wahlprogramme machen auch nicht so viel her wenn es eh einen Koalitionsvertrag gibt oder geben wird.

Denn wenn man die Wahlprogramme aller Partein durchgeht kann man gar keine Wählen, weil einem immer etwas nicht passt.
 
@DeusoftheWired Ich schrieb ja im Konjunktiv. Für mich ist die Entscheidung Kohls genauso irrelevant wie das Wahsprogramm der Grünen vor über 30 Jahren. Aber du schriebst eben explizit "Wie die CDU schon in den 70ern den Aufbau eines innovativen Glasfasernetzes verhinderte". Und hier wollte ich der Fairness halber hinweisen, dass dies z.B. auch bei einer früheren Grünen der Fall gewesen wäre bzw. gar noch schlimmer. Und ich sehe die CDU tatsächlich heute auch nicht mehr oder weniger innovationsfeindlich als die anderen Parteien. Denn die regieren schon länger in diversen Ländern. Und getan hat sich da im Vergleich zu den schwarz regierten Ländern auch nicht viel.

Zur Golem Umfrage: Ich traue keiner der Parteien (Piraten mal ausgenommen, denen traue auch aber viel anderes nicht zu) eine sonderliche Digitalkompetenz zu :) Denn auch während der Legislaturperiode(n) von RG hat sich hier nicht sonderlich viel getan. Aber zumindest hier in der Gegend hat die CDU in der Kommunalpolitik(!!) recht viel auf die Kette gekriegt, was das Thema Glasfaser betrifft. Ggf. kommen auch daher solche Umfragewerte. Wobei ich natürlich nicht sagen kann, wie die Kommunalpolitik der CDU in anderen Gebieten ist.
Ergänzung ()

xxMuahdibxx schrieb:
wenn man die Wahlprogramme aller Partein durchgeht kann man gar keine Wählen, weil einem immer etwas nicht passt.
Das ist wie mit so vielen Dingen: Man muss den besten Kompromiss finden
 
foo_1337 schrieb:
Das ist wie mit so vielen Dingen: Man muss den besten Kompromiss finden

Nö bei Politik musst du hoffen das die Partein den Kompromiss finden den du auch magst ... und das wird schwer. Denn das Ergebniss der Koalitionsverhandlungen beinflusst ein Wähler nicht wirklich.
 
xxMuahdibxx schrieb:
Denn das Ergebniss der Koalitionsverhandlungen beinflusst ein Wähler nicht wirklich.
Das ist richtig, aber deine Wahlstimme trägt zu dem Einfluss "deiner" Partei in den Koalitionsverhandlungen bei.
 
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