Inception
Nach dem zweiten Mal sehen wird's Zeit für eine Bewertung meinerseits.
Im Anschluss an das erste Mal habe ich viel recherchiert (Interviews und diverse Featurettes angeschaut) und mich intensiv mit dem Soundtrack auseinander gesetzt.
Es ist einfach unglaublich, welchen Aufwand Christopher Nolan betrieben hat um diesen Film zu schaffen. An der Story hat er sage und schreibe
10 Jahre geschrieben! Und das merkt man einfach. Es ist komplett von vorne bis hinten durchdacht und in sich dermaßen logisch. Durch die gute "Einführung" in die Welt des Films meint man fast, die Mechanismen des Films wären real. (Traum im Traum; Die Möglichkeit die Welt des Traumes zu formen etc.)
Dazu kommt die tolle Leistung der Darsteller, die die Geschichte perfekt verkörpern. Beim zweiten sehen ist es ziemlich übel genau zu wissen, wie die Erzählungen des Protagonisten über seine Frau enden. Dadurch geht die Geschichte richtig unter die Haut. Dazu fehlt beim ersten Sehen eine kurze Pause, da es im Anschluss leider direkt weiter geht. Beim zweiten Mal ist diese nicht nötig, da der Effekt schon zuvor seine Wirkung zeigt.
Ebenfalls viel bewusster und besser konnte ich den Einsatz der Musik beobachten. Beim ersten Mal fällt sie kaum auf und bringt einen in die richtige Stimmung zu dem was sich auf der Leinwand abspielt. So wie es sein soll.
Beim zweiten Mal wird klar, wie genial Hans Zimmers Kompositionen überhaupt sind. Die Musik ist fast genauso vielschichtig wie die Handlung. Ein kleines Beispiel findet sich dort in dem Video:
http://artsbeat.blogs.nytimes.com/2...-extracts-the-secrets-of-the-inception-score/
Das große Budget hat sich auf jeden Fall gelohnt, wenn man bedenkt, was Christopher Nolan damit angestellt hat. Seine Arbeit zeichnet sich dadurch aus, so viel wie möglich real durchzuführen. Für eine Szene wurde ein riesiges Gestell gebaut, dass den Gang eines Hotels um die eigene Achse drehen kann. Zusammen mit der fest montierten Kamera entsteht so der Eindruck, die Darsteller würden an der Decke laufen und die Richtung Schwerkraft würde sich einmal im Kreis außen herum drehen. Eine Schneelawine in einem Film von Nolan ist übrigens genauso real. Mit billigen Computertricks gibt er sich einfach nicht zufrieden und das ist auch gut so. Ich freu mich schon auf die Blu-Ray mit dem ganzen Bonusmaterial.
Letztendlich bleibt zu sagen:
Meine Kritikpunkte nach dem ersten Schauen fallen beim zweiten Mal weg, die Story kommt noch besser heraus, die Musik kann so richtig fesseln.
Verdiente 10/10 Punkten. Das sollte man nicht unüberlegt geben, aber Inception wird dem definitiv Gerecht, obwohl die wenigen Witze etwas schwach sind (der Saal brüllt zwar nicht vor Lachen, aber ein Lächeln wird sicher jedem entlockt) und ein typisches Hollywood-Klischee erfüllt werden musste: Gegner durchsieben ein Auto mit Kugeln, landen aber nur einen einzigen Treffer.
PS: Nach dem ersten Mal schwankte ich zwischen 8 und 9.