*Split* Zuletzt gesehener Film 2011 (1. Beitrag beachten - Achtung Regeländerung!)
Guan Yun Chang ( 關雲長) ,
von Felix Chong, Alan Mak, 2011
aka
The lost Bladesman (Mandarin), 144 min.
Die Geschichten von Cao Cao, Liu Bei und Guan Yun kennt in China jedes Kind, und ist so weit verbreitet wie hierzulande z.B. die Geschichte der Jeanne d’Arc.
Monumaentale Historienfilme haben in China seit einer halben Dekade, eine erneute Blütezeit, basierend u.a. auf der historischen Novelle der Geschichte der Drei Reiche (Sānguó Yǎnyì):
So brach 2008/09 bereits der erste Teil des Zweiteilers Red Cliff, von John Woo, in China alle Rekorde und verdrängte im Reich der Mitte Titanic von Platz eins.
Die 95 teilige TV Serie San Guo, aka Three Kingdoms, von Gao Xixi, knüpfte 2010 an diesen Erfolg an.
Unsere Geschichte um unseren Helden Guan Yu, fabelhaft verkörpert von Donnie Yen, ist wie gesagt jedem Kind bekannt und da im klassisch chinesischen Film kein schnulziges Happy End á la Hollywood zu erwarten ist, beginnt der Film folgerichtig mit Beisetzung des Helden durch Cao Cao, verkörpert von Jiang Wen.
Die Geschichte setzt ein nach der Flucht und Niederlage der Liu Bei Fraktion.
Guan Yu entschließt sich zum Schutz Qi Lan‘s, der Frau Liu Bei’s, gespielt von Sun Li, bei Cao Cao zu bleiben. Immer aber in der Hoffnung auf die Rückkehr zu seinem ‚großen Bruder‘ Liu Bei.
Anstelle nun aber in Sterotype das ‚Böse‘ verköpert von Cao Cao gegen den ‚Held‘ Guan Yu zu verfallen, bleibt die Verfilmung nah an der Vorlage: Es gibt keinen (buddhistischen) Himmel ohne eine Hölle.
So edel die Motive Guan Yu’s auch sein mögen, im kriegsmüden China um das 2. Jh. werden Kämpfe und seien sie auch für Ideale wie ‚Gerechtigkeit‘ und gegen ‚Unterdrückung‘ nur noch mit Widerwillen und Unverständnis gesehen.
Die Enheit und den damit in Aussicht gestellten Frieden hat einen Preis, der die Ideale unseres Helden zerstört.
So kämpft denn Donnie Yen grandios und spektakulär auf verlorenem Posten weit über zwei Stunden vergeblich gegen die Schlechtigkeit der Welt und das Unverständnis seiner Mitmenschen.
Die Geschichte der drei Reiche in China ungezählte Male verfilmt wird uns mit Sicherheit auch zukünftig noch unzählige Male Freude bereiten.
Wer also die Gelegenheit hat, sollte sich diese Interpretation eines der vier chinesischen Klassikers im Orginal mit Untertiteln zur Gemüte führen.
Der Westen neigt leider gerne zu Kürzungen und Verballhornung asiatischer Literatur und Filme, so z.B. ‚schön‘ zu sehen in der Kuhnschen ‚Übersetzung‘(?) der Geschichte der Drei Reiche, um gut 2/3 gekürzt und in der Übersetzung verstümmelt.
Klare Empfehlung für alle die Action mit historischem Hintergrund lieben und auf Schwarz Weiß Klischees verzichten können.
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Infos zum Film:
http://chinesemov.com/2011/The Lost Bladesman.html
Offizieller Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=sA2NETUFkc0