African Cats
In dieser Tierdokumentation, im Deutschen mit dem Titel "Im Reich der Raubkatzen" veröffentlicht, geht es um das Schicksal einer Löwen-Familie und einer Geparden-Mutter mit ihren fünf Jungen. In familienfreundlicher Manier wird gezeigt, welche Gefahren in der Wildnis beim Heranziehen der Jungkatzen lauern und wie ihnen beigebracht wird, diese irgendwann selbst zu meistern.
Im Original werden die Bilder von der Stimme von Samuel L. Jackson begleitet. Seine sonore Stimme passt hervorragend zu den Bildern, leider sind mir seine Sätze aber oft etwas zu pathetisch. Außerdem vermisste ich Fakten, z.B. wie schnell ein Gepard nun überhaupt rennen kann oder warum Geparden ausgerechnet die flinken Gazellen jagen und nicht etwas behäbigere Tiere. Manchmal gibt es auch unnötige Längen, z.B. werden Sätze wiederholt oder es werden schnell mal unvermittelt ein paar Tierbabys gezeigt, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Spätestens bei Sätzen wie "Das sind überragende Zeugnisse der Macht der Liebe einer Mutter" (frei übersetzt) wird es aber wahrscheinlich selbst den sanftesten Gemütern zu viel.
Wehmütig denkt man da an Filme wie "The Living Desert" von 1954 zurück, der durch seinen Charme und Witz bis heute jung bis alt unterhält und ebenso von Walt Disney ist, wie "African Cats". Letzterer ist bei weitem nicht so unterhaltsam wie sein Vorgänger, zeigt dennoch absolut faszinierende Aufnahmen, die alle in der Wildnis entstanden sind und bei denen man sich das ein oder andere Mal fragt, wie man so etwas überhaupt aufnehmen konnte. Dennoch, der Film wirkt unrund und holprig. Eine kürzere Laufzeit und damit ein etwas flinkerer Erzählstil hätte dem Film gut getan. Fürs Kino ist meiner Meinung nach nicht genug vorhanden.
Übrigens sollte man diesen Film trotz unbeschränkter Altersfreigabe erst mit Kindern ansehen, die mit dem Schrecken des Todes einigermaßen umgehen können. Alles andere wäre verantwortungslos... wie eben die Studios, die mit einer großzügigen Freigabe gerne mal ihr Publikum vergrößern.
6/10