22/22 Club3D Radeon X1800 XT im Test : 256 MB statt 512 MB Grafikspeicher

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Fazit

Die Radeon X1800 XT mit 256 MB betritt zwar etwas verspätet den Ring, was aber noch lange nicht bedeuten muss, dass die Grafikkarte chancenlos gegen die Konkurrenz ist – und das ist sie auch nicht! Die Club3D Radeon X1800 XT liefert vor allem beim Einsatz von Anti-Aliasing sowie dem anisotropen Filter eine Performance ab, sie sich sehen lassen kann. Etwas verwunderlich ist jedoch der große Performanceunterschied zur ATi Radeon X1800 XT mit einem 512 MB großen VRAM. Selbst in Auflösungen wie 1280x1024, in denen die 256 MB Speicher nur in den seltensten Fällen limitieren sollten, bleibt die Club3D-Karte je nach Spiel ein gutes Stück hinter dem großen Bruder zurück.

Hier kommt die Vermutung auf, dass ATi eventuell absichtlich die Speichertimings der 256-MB-Variante in die Höhe schraubt, um den Abstand zu einer herkömmlichen Radeon X1800 XT zu vergrößern. Nichtsdestotrotz macht sich in einigen Spielen wie zum Beispiel „Call of Duty 2“ sowie „Quake 4“ der halbierte VRAM mit einem deutlichen Geschwindigkeitsverlust negativ bemerkbar. Dementsprechend können Grafikkarten in modernen Spielen von einem größeren Speicher, vor allem in hohen Qualitätsmodi, profitieren; vor nicht allzu langer Zeit hat sich davon noch nichts bemerkbar gemacht.


Club3D Radeon X1800 XT 256 MB
Club3D Radeon X1800 XT 256 MB

So kann sich die Radeon X1800 XT mit 512 MB insgesamt um etwa zehn Prozent von der Club3D-Grafikkarte absetzen. Letztere tut sich vor allem ohne Anti-Aliasing sowie dem anisotropen Filter gegen die Konkurrenz, die GeForce 7800 GTX, schwer. Die Performance ist in dieser Disziplin um einiges geringer und die ATi-GPU muss sich den Kaliforniern geschlagen geben. Da mit einer Grafikkarte vom Schlage einer Radeon X1800 XT aber wohl kaum ohne die qualitätsverbessernden Features gespielt wird, sollte dies nur gering in die Kaufentscheidung einfließen. Denn mit Kantenglättung und der hochwertigen Texturfilterung setzt sich die Club3D Radeon X1800 XT 256 MB knapp vor die GeForce 7800 GTX; zusätzlich bekommt der Käufer noch eine bessere Bildqualität geboten.

Ein Kritikpunkt stellt erneut das verbaute Kühlsystem dar, welches nicht nur von der X1800 XT sowie X1900 bekannt, sondern leider auch recht störend ist. Unter Windows verhält sich der Propeller zwar relativ schweigsam, unter Last dreht der Quirl allerdings deutlich schneller. Störend ist dies noch nicht, geräuschempfindliche Naturen sollten jedoch einen großen Bogen um die Karte machen oder alternativ ein anderes Kühlsystem verbauen. Die GeForce 7800 GTX arbeitet in dieser Disziplin leiser. Die GPU aus Kalifornien bietet zusätzlich einen niedrigeren Stromverbrauch als der Chip der Kanadier.

Insgesamt ist die Club3D Radeon X1800 XT mit 256 MB eine empfehlenswerte Grafikkarte, die eine gute Performance liefert, welche in den höchsten Qualitätseinstellungen etwa 10 Prozent unter den Ergebnisse der 512-MB-Variante liegt. Somit könnte die Grafikkarte immer noch empfehlenswert sein, wenn der Preis angemessen wäre – ist er aber nicht! Die Club3D-Karte kostet mit 430 Euro einiges mehr als die Radeon X1800 XT mit 512 MB, die bereits für 350 Euro über die Ladentheke wandert. Aus diesem Grund ist eine normale Radeon X1800 XT (350 Euro) empfehlenswerter, solange der Preis nicht angepasst wird. Wir sind diesbezüglich allerdings recht positiver Dinge, da der Hersteller Sapphire den Preis für die eigene Karte bereits auf 305 Euro gesenkt hat. Der Käufer muss aber während des Spielens mit einer recht hohen Geräuschkulisse leben können.

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