News : Musikportal setzt auf Gratis-Downloads

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Trotz des anhaltenden Booms für Online-Musik scheint der Weisheit letzter Schluss noch nicht gefunden worden zu sein. Das New Yorker Start-Up SpiralFrog möchte nun mit einem bereits lange in der Diskussion befindlichen und von vielen immer wieder favorisierten Modell in den Markt stoßen und für sich erobern.

Downloads von Musiktiteln sollen nicht mehr vom Benutzer selbst bezahlt werden, sondern ausschließlich durch auf dem Portal befindliche Werbung und Werbeclips finanziert werden, welche sich dem Geschmack des Benutzters anpassen soll. Der Service des legalen Musikdownloads wäre somit für den Nutzer kostenlos. Als ersten Kooperationspartner konnte das Start-Up bereits die Universal Music Group für das neue Musikportal als Content-Lieferant gewinnen. Musiktitel von Interpreten wie U2, Gwen Stefani und den Roots könnten so kostenlos über das Portal in Umlauf gebracht werden.

Nach Aussagen des SpiralFrog-Chefs Robin Kent stehe das Unternehmen derzeit in Verhandlungen mit den drei großen Konzernen EMI, Sony-BMG und Warner Music, welche als weitere Content-Lieferanten gewonnen werden sollen. Weitere Independent-Labels sollen bereits ihre Teilnahme in Aussicht gestellt haben. Erschwert werden die Verhandlungen durch die unsicheren Werbeeinnahmen des noch nicht gestarteten Services. Da diese und somit auch die Einnahmen für die Musikkonzerne bislang nur vage prognostiziert werden können, sind diese entsprechend vorsichtig.

SpiralFrog
SpiralFrog

Dennoch soll das neue Musikportal bereits im Dezember 2006 anlaufen und sich an die Zielgruppe der 13- bis 34-Jährigen richten. Völlig unklar ist derzeit noch, wie SpiralFrog die heruntergeladenen Inhalte gegen eine unerlaubte Verbreitung schützen möchte und in welchem Format und in welcher Qualität die Inhalte angeboten werden. Dass entsprechende Kopierschutzmechanismen eingesetzt werden müssen, liegt auf der Hand, da es weder im Interesse des Betreibers SpiralFrog noch der Musikkonzerne und schlussendlich auch nicht im Interesse des Nutzers sein kann, dass heruntergeladene Inhalte auf anderem Wege als über das Musikportal Verbreitung finden und so die Besucherzahlen und Werbeeinblendungen des Portals sinken, Werbeeinnahmen ausbleiben und der Service wieder eingestellt werden muss.