14/15 Windows ReadyBoost im Test : Sieben USB-Sticks unter Vista im Vergleich

, 75 Kommentare

Testkandidaten im Vergleich

Im Abschnitt Geschwindigkeitstest haben wir eine Methode erläutert, wie man die Performance eines Flash-Laufwerks in den für ReadyBoost kritischen Bereichen ermitteln kann. Doch wie stark wirken sich diese teils sehr deutlichen Unterschied in der Realität aus? Um das herauszufinden, lassen wir alle Testkandidaten das Programm Animationsprogramm Flash 8 von Macromedia laden, während der Arbeitsspeicher bereits fast vollständig belegt ist.

Flash 8 Ladezeit
Angaben in Sekunden
    • Lexar JumpDrive Lightning
      16,95
    • Verbatim Store'n'Go Professional
      17,97
    • Patriot Xporter XT
      18,43
    • Kingston DataTraveler ReadyFlash
      18,51
    • Extrememory USB Drive Performance
      18,68
    • OCZ Rally²
      18,81
    • Lexar JumpDrive Mercury
      20,13

Die Ergebnisse spiegeln beinahe die Resultate des Windows-eigenen Geschwindigkeitstests wieder. Nur Patriot tanzt etwas aus der Reihe und schneidet „besser“ ab als beim Speedtest. Allgemein lässt sich jedoch feststellen, dass es kaum Unterschied macht, ob der USB-Stick beziehungsweise die Speicherkarte nur ReadyBoost-kompatibel oder auch „Enhanced“ ist. Die Differenz zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Stick beträgt nur etwas über drei Sekunden – kein Vergleich also zu den durch ReadyBoost gesparten zu zwanzig Sekunden, die wir im vorigen Test feststellen konnten. Die Unterschiede zwischen den „Enhanced“-Laufwerken fallen dabei sogar noch geringer aus.

Spiele-Performance

Die bisherigen Tests bezogen sich ausschließlich auf das Laden von Programmen. Doch wie sieht es mit der Performance in Spielen aus? Wir wissen, dass ReadyBoost keine aktiven Daten aus dem RAM übernimmt, damit ein versehentliches Entfernen des Flash-Mediums nicht einen Systemabsturz zur Folge hat. Doch ist es trotzdem möglich, dass das System einen leichten Leistungsschubser bekommt, wenn man den Arbeitsspeicher um etwas Flash-Kapazität erweitert? Als Tests sollen uns „Need for Speed: Most Wanted“ und „F.E.A.R.“ dienen. Need for Speed wird dazu auf eine maximale Bildqualität bei 1280x1024 Bildpunkten eingestellt, bei der lediglich Anti Aliasing deaktiviert bleibt. Bei F.E.A.R. werden hingegen eine mittlere Grafikqualität, aber maximale „Systemeinstellungen“ eingerichtet.

Und während unser Testsystem den für Windows Vista als Minimum empfohlenen Arbeitsspeicherausbau von einem Gigabyte besitzt, lässt sich das Betriebssystem auch auf Rechnern mit 512 MB RAM installieren. Bei diesen dürfte sich ReadyBoost stärker bemerkbar machen, was wir mit diesem Test ebenfalls überprüfen. Zusätzlich soll herausgefunden werden, wie sich unterschiedliche ReadyBoost-Kapazitäten auf die Performance auswirken. Dazu richten wir bei 512 MB RAM den ReadyBoost-Bereich auf 512 MB, 1024 MB und 1920 MB (das Maximum beim verwendeten JumpDrive Lightning) ein. Für einen RAM-Ausbau von 1024 MB setzen wir hingegen nur eine Cache-Größe von 1024 MB und 1920 MB ein.

F.E.A.R.
    • 1 GB RAM, ReadyBoost aus
      76
    • 1 GB RAM, 1 GB ReadyBoost
      76
    • 1 GB RAM, 2 GB ReadyBoost
      76
    • 512 MB RAM, 1 GB ReadyBoost
      71
    • 512 MB RAM, 2 GB ReadyBoost
      71
    • 512 MB RAM, 512 MB ReadyBoost
      70
    • 512 MB RAM, ReadyBoost aus
      69

Der FEAR-Benchmark zeigt es deutlich: ReadyBoost kann auch beim Spielen unter Vista eine Hilfe sein, wenn es dem Benutzer an Arbeitsspeicher mangelt. Einfach einen vorhandenen USB-Stick an einen freien Anschluss angesteckt, die Cache-Größe eingerichtet und schon kann sich der Anwender über das eine oder andere Bild pro Sekunde mehr freuen. Besitzer von RAM-Ausbauten von einem Gigabyte oder mehr gewinnen durch ReadyBoost hingegen keinen spürbaren Vorteil.

Need for Speed: Most Wanted
    • 1 GB RAM, 1 GB ReadyBoost
      25,8
    • 1 GB RAM, 2 GB ReadyBoost
      25,8
    • 1 GB RAM, ReadyBoost aus
      25,7
    • 512 MB RAM, 2 GB ReadyBoost
      21,9
    • 512 MB RAM, 1 GB ReadyBoost
      21,3
    • 512 MB RAM, 512 MB ReadyBoost
      20,7
    • 512 MB RAM, ReadyBoost aus
      18,2

Need for Speed: Most Wanted zeigt das Ergebnis noch ein wenig deutlicher. Hier ist das Spielen mit wenig RAM eher schlecht als recht spielbar, da das Geschehen auf dem Bildschirm mit nur 18 Bildern pro Sekunde dargestellt wird – alles andere als flüssig. Während ReadyBoost den fehlenden Arbeitsspeicher nicht ersetzen kann, kann es den negativen Effekt der fehlenden RAM-Kapazität je nach Cache-Ausbau stark abschwächen. So konnten wir mit dem Einsatz des Lexar JumpDrive Lightning die durchschnittliche Bildwiederholrate um fast 4 FpS erhöhen, was immerhin etwa 20 Prozent der ursprünglichen Bildwiederholrate ausmacht.

Zum Einfluss von ReadyBoost auf die Spieleperformance haben die auch Kollegen von GameSpot einen Bericht veröffentlicht, der ähnliche Ergebnisse liefert wie unser kleines Experiment. Dennoch raten wir Anwendern, die unter Windows Vista Spiele möchten, zu einer Erhöhung der RAM-Kapazität, speziell bei einem Ausbau von nur 512 MB RAM. Durch die niedrigen RAM-Preise sollte auch dies kein all zu großes Loch in die Brieftasche des geneigten Spielers reißen.

Auf der nächsten Seite: Fazit