3/5 Medal of Honor: Airborne im Test : Der 2. Weltkrieg geht in die nächste Runde

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Waffen

Waffentechnisch lässt MohA nichts vermissen: Von einer rustikalen Bar über die präzise Springfield bis hin zum Panzerschreck ist das komplette Repertoire aus der Zeit des 2. Weltkriegs vertreten. Abgerundet wird das Angebot von zum Teil panzerbrechenden Granaten, die sich vor allem auch gegen die vielen MG-42-Stellungen als unersetzlich entpuppen. Als nettes Gimmick erhält der Spieler mit der Zeit zudem einige Verbesserungen des Waffenarsenals. Wer beispielsweise besonders vielen Gegnern mit einer bestimmten Waffe den Gar ausmacht, erhält ein Präzisions-Upgrade, weniger Rückstoß oder ein größeres Magazin. In der Praxis machen sich manche Verbesserungen jedoch nicht immer bemerkbar, sodass sie primär als nette Dreingabe für eine gute Schützenleistug angesehen werden können.

KI

Jedes noch so gute Spiel kann unter einer schlechten Künstlichen Intelligenz (KI) massiv leiden. Glaubt man Electronic Arts, so muss man sich darum bei MohA keine Sorgen machen. So verspricht der Publisher in der Beschreibung zu Medal of Honor – Airborne: „Intelligente KI – Dank des brandneuen KI-Systems erwarten dich unberechenbare und intelligente Gegner, die selbst kampferprobte Veteranen auf eine harte Probe stellen.“

Leider hat sich diese Ankündigung während unseres kleinen Tests nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Die KI lässt zu wünschen übrig. So lieben es beispielsweise Mitglieder der eigenen Einheit, vor die Linse des Spielers zu laufen. Auch laufen die eigenen Kumpanen gerne mal unkoordiniert in feindliches MG-42-Feuer, anstatt der Stellung mit einer gezielten Granate zuzusetzen. Gekrönt wird diese nicht gerade meisterliche Leistung von andauernden „Mir ist die Munition ausgegangen“- oder „Sie ziehen sich zurück“-Rufen, die in der englischen Variante des Spiels eventuell für Atmosphäre sorgen, auf deutsch aber eher die Nerven des geneigten Spielers strapazieren.

Auch die gegnerischen Non-Player-Charaktere (NPC) bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm. Auf der einen Seite verstehen sie sich blendend darauf, dem Spieler mit stets präzisen Schüssen aus Magazinen, die offenbar keiner Nachladung bedürfen, und extrem genau geworfenen Granaten die Hölle heiß zu machen. Auf der anderen Seite scheinen sie aber auch gerne mal einzuschlafen. So kann es passieren, dass ein Italiener hinter den Fässern einfach in Deckung bleibt, den Spieler herankommen und sich dann abschießen lässt, ohne zu reagieren.

MohA – Mitstreiter
MohA – Mitstreiter

Grundlegendes hat man den Achsen-Kräften aber immerhin beigebracht: Sofern ein MG-42 vorhanden ist, achten die NPC darauf, dass dieses stets besetzt ist. Wird die Lage aufgrund der hervorragenden Leistung des Spielers für die Gegner eng, ziehen sie sich in sicherere Gefilde zurück, sodass gerade der Häuserkampf häufig zu einer zähen, aber spannenden Angelegenheit wird.

Insgesamt gestaltet sich die Intelligenz der KI aber höchstens als annehmbar – das Eingangs von EA zitierte Versprechen wird aber in keinem Fall gehalten. Auch das unausgewogene Verhältnis zwischen exakten Schüssen und keiner Reaktion bei den gegnerischen NPC sorgt nicht gerade für ein Plus im Hinblick auf die Atmosphäre.

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