3/14 Vier Tastaturen von Razer im Test : Bissige Schlangen oder zahme Kätzchen?

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Technik

Da die Razer Lycosa über einen USB-Anschluss mit dem PC verbunden wird, entfallen An- und Ausschalter und Batteriefächer an der Tastatur. Mit dem Thema Batterielaufzeit müssen sich Spieler somit auch nicht befassen. Der Kabelstrang, mit welchem die Tastatur selbst aber auch der Audioaus- und Mikrofoneingang sowie der an der Tastatur befindliche USB-Anschluss mit dem PC verbunden werden, ist insgesamt 200 cm lang – genügend Freiraum steht somit bereit. Auf den letzten 40 cm teilt sich der Strang in die einzelnen Kabel auf, um sie problemlos auch bei großen Gehäusen mit möglicherweise weit auseinander liegenden Anschlüssen verbinden zu können. Wenn auch eine Kleinigkeit, fällt hier positiv auf, dass Razer die beiden USB-Stecker eindeutig markiert hat, so dass der Spieler selbst auch nur die Tastatur mit Strom versorgen und den optionalen USB-Anschluss ungenutzt lassen kann. Die Geschwindigkeit des USB-Anschlusses der Lycosa richtet sich nach der Geschwindigkeit des USB-Ports des PCs; unterstützt dieser USB2.0, so liefert auch der integrierte Anschluss der Tastatur diese Geschwindigkeit.

Razer Lycosa
Razer Lycosa
Razer Lycosa
Razer Lycosa

Da die Verbindung über USB vorgenommen wird, steht die Tastatur auch beim Starten des PCs und im Bios zur Verfügung. Für die Benutzung unter Windows ist theoretisch keine Treiberinstallation erforderlich. Möchte man jedoch von den Profilen und der Makrofunktion der Tasten Gebrauch machen, muss der Treiber installiert werden.

Die im Notebookstil gehaltenen Tasten lassen sich relativ leicht lösen, sodass eine Reinigung des Tastenfeldes sehr gut möglich ist. Der Sockel der Tasten wird lediglich durch zwei kleine Plastikanker im Gehäuse gehalten. Darunter offenbart sich, dass der Sockel mit der Unterseite auf kleine Silikonhauben drückt, welche dann den Kontakt mit der darunter liegenden Platine herstellen. Auch die Art und die Unterschiede in der Beleuchtung werden deutlich. Während bei den WASD-Tasten unter jeder eine kleine LED angebracht ist, die für eine helle Beleuchtung der Beschriftung sorgt, wird im Falle der ganzheitlichen Beleuchtung der Tasten die gesamte, durchsichtige Platine unter den Tasten relativ gleichmäßig, aber deutlich dunkler illuminiert. Da zwischen Platine und Tasten noch eine schwarze „Zwischendecke“ eingezogen wurde, welche lediglich passende Aussparungen für die jeweilige Taste bereithält und zur Sauberkeit des Innenlebens beiträgt, sind die Lücken zwischen den Tasten nicht beleuchtet.

Die von Spielern recht häufig genutzten Tasten 1, 2, 3, 4, 5, TAB, Q, W, E, A, S, D, Shift, Y, X, C, Strg und Alt verfügen über das so genannte „Anti-Ghosting“, welches die Verarbeitung von mehreren gleichzeitig ausgeführten Tastenanschlägen erlaubt. Leider kommt diese Technik jedoch nicht für sämtliche Tasten zum Einsatz, was Spieler, die nicht das „WASD“-Feld zur Steuerung nutzen, enttäuschen wird. So können etwa beim Nummernblock nur solche Tasten gleichzeitig verarbeitet werden, die nicht in einer horizontalen Reihe liegen. Die Tasten selbst sind mit Razers patentierter „Hyperresponse-“ und „1000-Hz-Ultrapolling“-Technologie ausgestattet, was für eine theoretische Reaktionszeit von einer Millisekunde sorgen soll. Die meisten Spieler werden dies, wie auch wir, nicht bemerken – einige Spieler sind jedoch der Meinung, diese Technik sei unumgänglich.

Software

Die mitgelieferte Treiber-Software (Version 1.00 mit Firmware 2.02) hinterlässt, trotz ihrer frühen Versionsnummer, einen sehr guten Eindruck. Nach der einfachen und schnellen Installation erscheint das Razer-Logo im Infobereich. Lediglich Kleinigkeiten trüben das ansonsten perfekte Gesamtbild. So wäre es beispielsweise wünschenswert, dass man über den Treiber selbst die zu beleuchtenden Tasten festlegen und nicht nur die Vorgabe An, Aus und WASD wählen könnte. Hierfür müsste jedoch jede Taste einzeln mit einer LED hinterlegt werden, was die Kosten erhöhen und eine neue Revision erforderlich machen würde. Zur Steuerung von Media Playern kann man aus den vier bekanntesten und wichtigsten Programmen wählen: Windows Media Player, iTunes, Winamp und Real Player. Weitere Media Player lassen sich jedoch nicht hinzufügen.

Eigentliche Aufgabe der Software ist jedoch die Verwaltung der Profile und die Programmierung der Tasten inklusive Makro-Möglichkeit. Hierzu kann der Benutzer zehn Profile erstellen, wobei durch Auswahl der ausführbaren Programmdatei eingestellt werden kann, dass sich ein Profil automatisch beim Starten der jeweiligen Anwendung aktiviert. Ist ein Profil über die Sensortasten der Tastatur aktiviert, werden im Treiber die programmierten Tasten auf dem dargestellten Tastenfeld rot markiert. Der Benutzer kann nun jede beliebige Taste auswählen und mit einem Makro oder einer einzelnen anderen Funktion belegen. Hierfür öffnet sich automatisch die Makro-Key-Funktion in der Software. Nun kann entweder eine direkt auf der Tastatur eingegebene Tastenkombination aufgezeichnet werden (inklusive oder exklusive Dauer des Tastendrucks und Zeitverzögerung zwischen den Tasten), aus mehreren Standardbefehlen gewählt oder ein auf Knopfdruck zu startendes Programm festgelegt werden. Die eingegebene Tastenkombination kann im Nachhinein vom Benutzer angepasst werden, indem Verzögerungen hinzugefügt oder entfernt oder die Reihenfolge der Ausführung verändert wird. Darüber hinaus kann man einstellen, ob die programmierte Funktion lediglich einmal, fortlaufend während des Drückens der Taste oder bis zum Drücken der nächsten Taste ausgeführt werden soll.

Auch die linke, rechte und mittlere Maustaste lassen sich für die Makros verwenden. Hierbei muss nicht zwingend eine Maus aus dem Hause Razer eingesetzt werden. Eine im Test parallel betriebene Maus von Logitech bereitete keinerlei Probleme. Bis zu 16 nacheinander ausgeführte Tastatur- oder Mausbefehle lassen sich so als Makro auf einem einzigen Knopf vereinen. Bei Bedarf kann jede beliebige Taste der Tastatur auch einfach komplett deaktiviert werden.

Die Möglichkeiten der Makro-Funktion sind schier endlos und eignen sich nicht nur für Spieler. Auch bei der Bildbearbeitung lassen sich häufig genutzte Abläufe und Funktionen bequem auf eine einzelne Taste legen.

Treiber-Software der Razer Lycosa
Treiber-Software der Razer Lycosa
Treiber-Software der Razer Lycosa
Treiber-Software der Razer Lycosa

Darüber hinaus lässt sich in der Software einstellen, dass der Wechsel eines Profils auf dem Bildschirm durch einen Schriftzug in der rechten unteren Ecke angezeigt wird. Dies funktioniert unter Windows zwar einwandfrei, in Spielen wird dieser Hinweis jedoch überlagert und ist für den Spieler somit nicht sichtbar. Zudem sollte man nach dem Spielen nicht vergessen, unter Windows wieder auf ein neutrales Profil zu wechseln, da man sonst auch bei anderen Tätigkeiten stets auf die gespeicherten Makros zurückgreift und ungewollte Aktionen und Eingaben vornimmt.

Einziger großer Kritikpunkt der Makro-Möglichkeit der Lycosa ist jedoch, dass die Profile zwar mittels Software geladen, gespeichert und so exportiert, jedoch nicht direkt in der Tastatur gespeichert werden können. Schließt man die Tastatur demnach in einem Wettkampf an einen gestellten Rechner an, muss man entweder zunächst die Software installieren und die Profile importieren oder gänzlich ohne diese Funktion auskommen. Viele Spiele bieten zudem die Möglichkeit, direkt in den Konfigurationsdateien Skripte einzubauen, so dass die Makrofunktion weitgehend überflüssig wird. Hierfür muss sich der Spieler jedoch genauer mit den Befehlen des jeweiligen Spiels auskennen und nicht einfach nur Tastenkombinationen eintippen.

Darüber hinaus wäre eine doppelte Tastenbelegung je Profil wie bei der Tarantula (siehe den Abschnitt „Software“ bei der Tarantula) wünschenswert, da man bei der Lycosa das Problem hat, dass man im Spiel keine normalen Chat-Nachrichten mehr eingeben kann, wenn man viele alphanumerische Tasten mit speziellen Makros belegt hat. Hierfür muss man immer erst auf ein nicht genutztes Profil wechseln, so dass eines von maximal zehn Profilen bereits hierfür verbraucht wird. Dass es besser geht, hat Razer bereits mit der Tarantula bewiesen, so dass dieser Rückschritt nicht nachzuvollziehen ist.

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