AMD könnte Restrukturierung bald verkünden

Jirko Alex
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Wie ein Analyst von Jefferies & Co. Inc. aus industrienahen Kreisen erfahren haben will, könnte AMD schon in den nächsten Tagen bekanntgeben, wie sich die lange erwarteten, deutlichen Restrukturierungspläne in Zukunft äußern werden. Das Unternehmen könnte sich demnach in zwei Teile aufspalten und die Prozessorfertigung ausgliedern.

Der Analyst John Lau gab gegenüber dem Blog Statesman.com an, dass eine spezifischere Erläuterung zu AMDs Zukunft schon in den kommenden zwei Wochen anstehen könnte. Im speziellen sei hierbei ein Szenario denkbar, bei dem AMD die Entwicklung und den Verkauf von Prozessoren, Grafikkarten und Chipsätzen in ein Unternehmen ausgliedert und die Fertigung der Komponenten in eine weitere Firma überführt. Als Basis für eine solche könnten die beiden Fabriken Fab 36 und Fab 38 in Sachsen dienen; zusätzlich befindet sich eine Fertigungsstätte im US-Bundesstaat New York in Planung, für die der Prozessorhersteller jedoch zwei Milliarden Dollar in Eigenleistung aufbringen muss.

AMD vermeldete erst jüngst die Trennung von der hauseigenen Handheld- und TV-Sparte. Das Unternehmen konnte auch im abgelaufenen zweiten Quartal keinen Gewinn erwirtschaften, was insbesondere im Zusammenhang mit der Übernahme von ATi mittlerweile zu langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von über fünf Milliarden US-Dollar geführt habe. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres verkündete AMD, mehr als 1600 Mitarbeiter entlassen zu wollen; damals sollten auch Mitarbeiter hier in Deutschland betroffen sein, was später jedoch durch den Geschäftsführer von AMD Dresden dementiert wurde.

Hector Ruiz, ehemaliger CEO von AMD, kündigte vor einiger Zeit an, dass AMD im zweiten Halbjahr dieses Jahres operativ wirtschaftlich werden solle. Zu diesem Zweck wurde jeder zehnte Mitarbeiter entlassen sowie das Investitionsvolumen gesenkt, weshalb der Break-Even-Point, der Punkt, bei dessen erreichen das Unternehmen gerade keinen Verlust einfährt, um mehrere hundert Millionen Euro gesenkt wurde. Eine Auslagerung der Produktion, die den Einstieg weiterer Firmen als Investoren beinhalten könnte, würde dann zudem wohl stärker Auftragsfertigungen für andere Unternehmen annehmen, um die eigenen Kapazitäten auszulasten. AMDs Fertigung könnte etwa IBM mit SOI-Chips beliefern. TSMC gilt seit einiger Zeit als möglicher Partner für eine abgespaltene AMD-Fertigung. Der Prozessorhersteller unterhält bereits durch die Grafikchip-Produktion enge Beziehungen mit TSMC.