3/9 LG W2220P im Test : Günstiger (Fast)Alleskönner

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Bildqualität

Da ein Monitor letztendlich für die Bilddarstellung genutzt wird, ist der Test eben dieser bei jedem Testprobanden obligatorisch. Neben der Ausmessung der maximalen Helligkeit, des Schwarzpunktes und des sich daraus ergebenden Kontrasts spielt auch die Farbdarstellung in diesem Artikel eine Rolle. Die Testgeräte müssen sich dabei einem Vergleich mit den Vorgaben des sRGB-Farbraums stellen, der von Microsoft und Hewlett Packard (und folgend von vielen weiteren Unternehmen) als Standardfarbraum etabliert wurde und in zahlreichen Anwendungen angenommen wird.

Zur Ausmessung der Darstellung stehen Quatos DTP 94 sowie ein Eye One Display 2 von X-Rite zur Verfügung. Als Testsoftware dient in beiden Fällen „iColor Display“ in der jeweils aktuellen Version (3.6.0 in diesem Test). Als Zielweißpunkt wird dabei D65 bei einer anvisierten Luminanz von 120 cd/m² definiert. Speziell die Bildschirmhelligkeit sollte dabei aber nicht als fixer Richtwert interpretiert werden, da sie an die jeweilige Umgebungsbeleuchtung angepasst werden muss und durchaus auch höher oder auch niedriger liegen sollte. Für einige Bildschirme – speziell aus dem non-professionellen Bereich – ist diese Helligkeit jedoch kaum mehr zu erreichen, weil sie sich nicht so dunkel regeln lassen. Dies würde das farbkritische Arbeiten in dunklen Umgebungen einschränken, weshalb 120 cd/m² erfahrungsgemäß als mindestens zu erreichende, geringste Luminanz festgesetzt werden.

Werkseinstellungen

Im sRGB-Modus weist der LG W2220P ab Werk bei einigen Eckpunkten gute, bei anderen verbesserungswürdige Messwerte auf. Der Weißpunkt wird demnach recht deutlich verpasst und auch die Helligkeitsvorgaben liegen – wie so oft – jenseits von dem, was der Hersteller seinen Kunden direkt aus der Verpackung anbietet. Dafür wird die Vorgabe beim Gamma-Wert recht gut getroffen und trotz des nur mittelmäßigen Schwarzpunktes ergibt sich ein ansehnlicher Kontrast.

Vergleich der Standardeinstellungen mit dem sRGB-Farbraum
Standardeinstellungen sRGB-Standard
Weißpunkt in Kelvin 6309 6500
Schwarzpunkt in cd/m² 0,34 0,0
Helligkeit in cd/m² 312 120
Kontrastverhältnis 917:1 maximal
Gamma-Wert (durchschnittlich) 2,19 rund 2,2

Mit einem Blick auf die gemessenen Farbabweichungen zeigt sich, dass LGs W2220P bereits ab Werk gut konfiguriert ist. Ohne Hand anzulegen, trifft der 22"-Monitor die Farbvorgaben schon ziemlich genau und innerhalb einer Toleranz von 3 dE. Bei Grautönen sieht es nicht ganz so gut aus; hier sind Werte unterhalb von einem dE erstrebenswert. Insgesamt lässt die Messung aber Hoffnungen zu, wonach nach erfolgter Kalibrierung und Profilierung ein erstklassiges Ergebnis erreicht werden könnte.

Farbabweichungen (DeltaE 94)
Angaben in Punkten
  • bei Standardeinstellungen:
    • Schwarz
      1,6
    • beinahe Schwarz
      2,3
    • Dunkelgrau
      1,5
    • Grau
      1,9
    • Hellgrau
      2,4
    • Weiß
      0,0
    • Rot
      1,6
    • Grün
      1,1
    • Blau
      2,7
    • Cyan
      1,1
    • Magenta
      1,3
    • Gelb
      1,5

Das Diagramm stellt die Werte der ermittelten Farbabstände gemäß der Delta-E-94-Berechnungsgrundlage dar. Hierbei wird der empfundene Farbabstand der gemessenen Farben im L*a*b-Farbraum als geometrisches Maß berechnet, wobei der rein geometrische Wert in der dE-94-Berechnungsformel an das menschliche Sehempfinden angepasst wird. Im Bereich der Grautöne gilt zumeist ein dE-Wert von bis zu 1 als gut; bei der Farbdarstellung gelten Farbabweichungen bis zu einem dE-Wert von 3 weithin als subjektiv identisch. Aus diesem Grunde werden zwar alle dE-Werte größer 1 bei der Graudarstellung als nicht mehr optimal (grün dargestellt) ausgegeben, jene bei der Farbdarstellung allerdings erst bei einem Delta E größer 3. Je geringer der Farbabstand, desto besser die Farbdarstellung des Monitors.

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