Steelseries 7H im Test: Neuauflage alter Werte

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Jirko Alex
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Tragekomfort

Der Tragekomfort ist ein nicht zu unterschätzendes Kriterium bei der Wahl des Headsets. Nicht immer merkt man sofort, wo der Kopfhörer drückt und ob die Ohren nach längerem Gebrauch schwitzen. Nach ein paar Wochen des Testens sollen die gewonnenen Erfahrungen hier also einen Hinweis liefern, ob das Headset gravierende, möglichst allgemeingültige Einschränkungen aufweist. Jeder Kopf ist allerdings anders, weshalb am Ende jeder potenzielle Käufer seine eigenen Erfahrungen machen muss.

Form des Kopfbügels
Form des Kopfbügels

Das Steelseries 7H besitzt einen recht geradlinigen Kopfbügel, der zum Rand hin in deutlichem Winkel abfällt. Die Mitte des Kopfbügels ist gepolstert, wobei nur etwa die Hälfte der Polsterung auch wirklich aufliegt. Zwischen den Kopfbügeln, den seitlichen Armen für die Ohrmuscheln und dem Kopf des Trägers bildet sich daher ein Freiraum, der grob an ein Dreieck erinnert. Das ist an und für sich noch kein Problem, es gibt aber besser an die Kopfrundung angepasste Headsets.

Wesentlich für den Tragekomfort ist auch der Anpressdruck der Ohrmuscheln. Zu viel Druck sorgt mit der Zeit für schmerzende Ohren, zu wenig lässt das Headset verrutschen. Das Steelseries 7H ist hierbei in der womöglich goldenen Mitte anzutreffen, drückt also nicht übermäßig und auch nicht zu wenig. Die Ohrmuscheln könnten allerdings etwas größer ausfallen, da sie das Ohr an einigen Stellen bereits berühren und es so einschränken können.

Das Mikrofon verfügt über den bereits erwähnten, sehr flexiblen Arm, der damit niemals störend im Wege herum hängen muss. Hier gibt es nichts zu meckern. Auch das Headsetkabel ist durch die Stoffummantelung sehr flexibel. Für größere Köpfe lassen sich die seitlichen Arme des Kopfbügels ausziehen.

Klangeindrücke

Das Steelseries 7H soll sich durch einen volleren Klang vom Vorgänger, dem Steelseries 5HV2, abheben. Dies soll vor allem durch die größeren Chassis realisiert werden. Bei einem Probehören fällt jedoch zuerst der recht neutrale Charakter des Headsets auf. Eine Bassmaschine wähnt man jedenfalls nicht auf dem Kopf, was allerdings keinesfalls negativ gemeint sein soll – es ist jedoch die Erwartung, die man bei der Textinterpretation der Steelseries-Werbung gewinnen könnte. Dort wird auch ein hoher Detailreichtum versprochen. Immerhin das stellt man ohne Umwege fest: Ja, das Steelseries 7H ist vergleichsweise feinfühlig, ohne dabei aber einen penetranten Hochtonbereich auszubilden. An die Luftigkeit der Wiedergabe eines ungleich teureren QPAD QH-1339 kommt es aber nicht heran. Wohl aber an die der Sennheiser-Produkte im PC-Spieler-Segment.

In der Summe ergibt sich damit folgendes Bild: Das Steelseries 7H ist insgesamt sehr neutral abgestimmt, betont also weder den Höhen- noch den Bassbereich zu sehr, wie es viele Spieler-Headsets gerne tun, und vernachlässigt auch den Mitteltonbereich nicht. Der Bühnenaufbau ist allerdings recht starr und spielt sich nur zwischen den Ohrmuscheln ab. Es ergibt sich kaum eine räumliche Weite, wie man sie von hochwertigen Kopfhörern gewohnt ist. Angesichts der Preisklasse des Steelseries-Headsets ist das aber auch nicht zu erwarten.

Der Bassbereich ist hinsichtlich seiner Tiefe und des Drucks ausgeprägt, aber nicht das Maß der Dinge. Andere Headsets liefern einen tieferen Bass – was gewollt ist – oder aber auch auch einen präsenteren Tieftonbereich, was in diesem Fall nicht unbedingt erstrebenswert ist. Das Steelseries 7H macht seine Arbeit hier insgesamt allerdings gut. In der Gesamtwertung müsste man die klangliche Wiedergabe damit im oberen Drittel der bisher getesteten Headsets einordnen, ohne dabei aber Bestnoten in den erwähnten Einzeldisziplinen zu vergeben. Für einen Allrounder mag das aber auch Lob genug sein.