2/6 BlackBerry Q10 im Test : Die Neuauflage des Klassikers mit Tastatur

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Q10 im Überblick

Design & Verarbeitung

Gleich beim ersten Kontakt mit dem Q10 wird deutlich, dass man es hier tatsächlich mit dem ultimativen Zugeständnis an alle Liebhaber der klassischen BlackBerry-Geräte zu tun hat. Dies gilt natürlich vor allem für das Design, das eindeutig von der vormals sehr beliebten Bold-Reihe entlehnt ist. Dementsprechend wird man mit einem betont eleganten, aber nicht besonders auffälligen Äußeren konfrontiert, das von leicht abgerundeten Ecken und der satten Verwendung von Schwarz sowie einem matten Silberton dominiert wird – ein Auftritt, der ein geteiltes Echo hervorrufen dürfte, uns aber abgesehen von der gleich noch zu thematisierenden, überdurchschnittlichen Staubanfälligkeit sehr gut gefällt.

Abstammung eindeutig: Q10 und Bold 9000 im Vergleich
Abstammung eindeutig: Q10 und Bold 9000 im Vergleich

Die offensichtliche Herkunft bedeutet zugleich, dass die Produktentwickler durchaus mutig sind, denn das Q10 ist in vielerlei Hinsicht im Vergleich zur Standardkonkurrenz ein ungewöhnliches Smartphone, und das nicht nur, weil man eine physische Tastatur geboten bekommt. Da sind zum einen die Proportionen: Wo sonst fällt die Tastatur fast so groß aus wie das Display? Wo sonst kommt das Display im 1:1-Bildformat daher? Und überhaupt: Wer traut sich schon, eine Gerätefamilie, die als „so 2000“ gilt, einfach so weiterzuführen?

Man muss den Ansatz inhaltlich nicht mögen, um BlackBerry für diesen Mut zu bewundern, denn statt das eigene Portfolio einfach nur an den Mainstream anzupassen, folgt auf das eher konventionelle Z10 nun das aus der Reihe tanzende Q10. Letzteres ist, wenn man so will, die konservierte DNA von Research in Motion, die in BlackBerry weiterlebt.

Der Zuschlag für eine Hardware-Tastatur bringt allerdings nicht nur nostalgische Gefühle, sondern auch kleinere konzeptionelle Nachteile mit sich. So ist der Testkandidat trotz des 3,1 Zoll kleinen Displays bei Maßen von 119,6 × 66,8 × 10,35 Millimetern nicht nur dicker (siehe Bild unten), sondern mit 139 Gramm auch etwas schwerer als das Z10.

BlackBerry Q10 (Unterseite)
BlackBerry Q10 (Unterseite)

Immerhin nutzen die Verantwortlichen auch die daraus resultierenden Vorteile, sodass der Akku nicht nur wechselbar, sondern mit 2.100 mAh auch deutlich großzügiger dimensioniert ist, als beim Z10 – ein Umstand, der sich konkret bemerkbar macht (siehe Laufzeiten-Abschnitt).

Während die Front also sowohl vom quadratischen Display, als auch von der im nächsten Abschnitt näher zu behandelnden Tastatur gekennzeichnet ist, dominiert auf der Rückseite wiederum gängiger Standard. Dementsprechend hat man es mit einer akzeptablen aber nicht sonderlich berauschenden Kunststoffschale zu tun, die über kleine Zähne an der Stirn an den Haupt-Body angeklickt werden kann.

Diese gummierte, für das Auge strukturiert wirkende Rückseite ist haptisch angenehm und verleiht ein exzellentes „Grip“-Gefühl; so richtig passen will das, was die Hände ans Gehirn melden, aber nicht zu dem, was die Augen von der Vorderseite reportieren. Kurzum: Für das auf Eleganz und Business ausgelegte Q10 hätte eine wertigere Schale irgendwie besser gepasst.

Und auch sonst ist die Verarbeitung durchaus zu thematisieren. Zwar wirkt der Testkandidat durch die Bank weg robust und solide gefertigt, doch stolpert man bei der täglichen Nutzung immer wieder über Problemzonen, die mit Staub- und Schmutzpartikeln zu tun haben. Diese sammeln sich in den vergleichsweise großzügigen Spalten beim Übergang vom Display zum Gehäuse, aber auch in der um das Gerät laufenden Spalte und im Bereich des Schalenverschlusses.

Die so eingefangenen Partikel addieren sich zu jenen, die man sich beim Transport in der Hosentasche ohnehin schon eingefangen hat, sodass das Q10 – gerade auch wegen der satten Verwendung von schwarzen Flächen – deutlich anfälliger für derlei Verschmutzungen wirkt.

Auch wenn wir uns also als Puristen häufiger beim exzessiven Putzen des Gerätes erwischten, einen richtigen Abbruch tut das Ganze dem Eindruck nicht, da sich die Verarbeitung dennoch in noch guten Sphären bewegt – erwähnenswert ist das Staubproblem aber allemal.

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