Nvidia „G-Sync“ im Praxistest: Grafikkarte und Monitor im Gleichschritt

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Wolfgang Andermahr
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Die Alternative: 144 Hz

Mit Hilfe von „G Sync“ ist der Monitor bei Frameraten größer 30 und unterhalb der maximal möglichen Bildwiederholfrequenz dazu in der Lage, immer dann ein neues Bild vollständig darzustellen, wenn die Grafikkarte es fertig berechnet hat. Das Verhalten ist in diesem Bereich quasi mit dem eines Monitors, der „unendlich viel Hz besitzt“, gleichzusetzen. Eine auf den ersten Blick höchst theoretisch Analogie, die allerdings klar macht: Es gibt eine Alternative zu G Sync – Monitore mit viel Hz. Der Vorteil: proprietäre Technik ist nicht erforderlich.

Dabei gilt: je mehr Hz, desto besser. Je mehr Hertz, desto näher kommt das System dem Zustand, den G Sync absolut sicherstellt: Bilder werden ohne Verzögerung sofort und vollständig ausgegeben. Die Lösung ist nicht perfekt, kommt mit einem 144-Hz-Monitor allerdings schon sehr nahe heran, wie unsere Versuche mit den getesteten Spielen zeigen. Die Unterschiede, die bei 60 Hertz aufgetreten sind, fallen deutlich dezenter aus.

Je mehr Hertz, desto synchroner laufen Monitor und Grafikkarte (V-Sync an)
Je mehr Hertz, desto synchroner laufen Monitor und Grafikkarte (V-Sync an)

Mit aktivierten 144 Hertz verschwindet das Tearing selbst in Anno 2070 beinahe vollständig und ist beim Scrollen nicht mehr störend. Wer überhaupt keine zerhackten Bilder mehr möchte, der kann jetzt sogar getrost V-Sync aktivieren. Da die Bildwiederholfrequenz deutlich höher als bei 60 Hertz liegt, fallen auch die „FPS Schritte“ der Engine deutlich vielfältiger und höher aus. So landen wir mit der GeForce GTX 760 bei etwa 55 FPS und es ist nur noch ein leichtes Stottern beim Scrollen zu spüren. Ähnlich positive Ergebnisse konnten wir in anderen Spielen bei 144 Hertz erzielen, sei es mit ab- oder angeschaltetem V-Sync. Schon der Rückschritt auf 120 Hz lässt die Symptome wieder zunehmen. Der perfekt synchronisierte Zustand, den G Sync liefert, stellt sich nicht ein. Und dennoch ist ein Monitor mit viel Hertz eine „Holzhammermethode“, die gut funktioniert.

Die optimale Bildqualität gibt es jedoch nur auf einem 144-Hz-Monitor mit G-Sync. Solch stabile und flüssige Bilder haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. Es gibt kein Tearing, kein Stottern und selbst mit 40 FPS wirken die Spiele bei jeder Bewegung noch völlig flüssig. Ein störender Input-Lag ist uns zudem nicht aufgefallen.