3/5 6 × Musik-Streaming im Test : Deezer, Google, Napster, Spotify und Co.

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Das Musikangebot

Bei einem Streaming-Dienst steht und fällt die Akzeptanz der Nutzer vor allem mit dem vorhandenen Katalog. Unsere Testkandidaten können allesamt mit einem Sortiment von oder gar über 20 Millionen Titeln (Napster: 25 Millionen, Deezer: 30 Millionen) aufwarten. Unklar ist im Einzelfall allerdings, ob die einzelnen Titel von Hörbüchern denen von Musikalben gleichgesetzt werden.

Um einen möglichst aussagekräftigen Suchkatalog für eine Stichprobe aufzustellen, war die gesamte Redaktion gefragt, Titel bzw. Alben, „die auf keinen Fell fehlen dürfen“, zu benennen. Herausgekommen ist eine illustre Ansammlung von Alben. Als „vorhanden“ gewertet wurden von uns nur Alben, die über die komplette Titelanzahl verfügten.

Unser Suchkatalog

Das Ergebnis stimmt positiv, wenn auch nicht euphorisch. So konnten alle Dienste eine Trefferquote von über 80 Prozent aufweisen, wobei Googles neuer Musikdienst das Feld mit über 87 Prozent anführt. Etwas überraschend findet sich Deezer trotz des größten Kataloges im Test lediglich im Mittelfeld wieder. Bei der Suche nach den Titeln in den sechs Diensten war zu beobachten, dass es nach wie vor Interpreten gibt, die sich den Streaming-Diensten gänzlich verweigern und auch in unserem Test bei keinem Anbieter zu finden waren.

Google Music Napster Spotify WiMP Simfy Deezer
Titalanzahl* 20 25 20 20 20 30
Gefundene Alben 87,32% 83,10% 85,92% 81,69% 80,28% 84,51%
* in Millionen

Alle Anbieter verfügen über eine automatische Vervollständigung der Eingabe, dabei werden Schreibfehler allerdings nur selten toleriert. Auch können unterschiedliche Schreibweisen des Interpreten wie zum Beispiel „und“ und „&“ dazu führen, dass jeweils unterschiedliche Ergebnisse geliefert werden. Das erschwert das Auffinden von bestimmten Inhalten deutlich.

Die Hörspielecken

Weniger positiv verhält es sich mit den immer beliebter werdenden Hörspielen und Hörbüchern. Hier scheint es, als wollten die Anbieter in diesem Bereich dem Hörer bewusst Hürden auferlegen. In den meisten Fällen ist die Suchfunktion für derartige Inhalte kaum ausgelegt, oft werden gerade bei längeren Serien die Serientitel unterschiedlich zugeordnet, so dass der Hörer sich nur schwer einen Überblick über alle verfügbare Folgen verschaffen kann.

Nur Napster, Simfy und Google bieten ein eigenes Genre für Hörspiele, auch wenn dieses, abgesehen von Napster, meist nur Kinderhörspiele beinhaltet. Eine komplette Übersicht aller verfügbaren Titel bieten aber auch diese nicht, womit sich ein Stöbern nach neuen Hörwelten als schwierig erweist.

Besonders negativ fällt in dieser Disziplin WiMP auf. Auf den ersten Blick lassen die angegebenen Hörspiele das Herz eines jeden Liebhabers höher schlagen, doch beim genauen Hinschauen wurden viele der Hörspiele und Hörbücher vom Lizenzinhaber gar nicht zum Streamen freigegeben. Dabei handelt es sich sowohl um Kinderhörspiele wie Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg, Hui Buh oder Pumuckl, Jugendserien wie Jan Tenner oder auch Hörspiele für ältere Hörer wie Gabriel Burns, Mark Brandis (von der ersten Folge einmal abgesehen) oder Jack Slaughter. Sucht man nach Astrid Lindgren, werden 44 Hörspiele und Hörbücher angezeigt, von denen zum Testzeitpunkt kein Einziges spielbar war. Der WiMP-Katalog beinhaltete auch die Europa-Serie „Die Originale“, von denen sich ebenfalls keine Folge abspielen ließ. Zumindest diese Serie wurde während unseres Tests folgerichtig auch wieder aus dem Katalog entfernt.

Dass die Verlage bei Hörspielen und Hörbüchern eine andere Lizenz-Politik verfolgen als bei Musiktiteln, ist nachvollziehbar, nur selten würde ein Hörspiel mehrere Male hintereinander angehört. Daher ist dem Anbieter sicherlich kein Vorwurf zu machen, wenn er die benötigten Lizenzen nicht erhält. Dass die jeweiligen Titel dennoch im Katalog zu finden sind, erweckt das Gefühl einer Mogelpackung.

Trotzdem verfügen alle Anbieter über ein reichgefülltes Arsenal an Unterhaltung für verregnete Nachmittage - vorausgesetzt, der Nutzer findet sie.

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