News : AMDs AM1-Plattform erhältlich: CPU & Board für 52 Euro

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Die von AMD für April angekündigte AM1-Plattform ist bereits jetzt erhältlich. Nach den FS1b-Mainboards sind nun auch die passenden Prozessoren am Markt angekommen und zum Teil direkt verfügbar. Für unter 60 Euro ist die Einsteiger-Desktop-Plattform bestehend aus Mainboard und SoC zu haben.

Die ersten Hinweise auf die Preise der neuen „Kabini“-APUs erweisen sich nun als deutlich zu hoch gegriffen. Die Preisspanne liegt aktuell zwischen 28 Euro für den Sempron 2650 mit zwei „Jaguar“-Kernen und 48 Euro für das Spitzenmodell Athlon 5350 mit vier Kernen und 2,05 GHz Takt. Der Sempron 3850 ist bereits ab Lager für knapp 32 Euro verfügbar, die anderen Modelle sollen laut Händlerangaben in wenigen Tagen folgen.

„Kabini“-APUs für Desktop-PCs (Spezifikationen inoffiziell)
Modell Kerne CPU-Takt L2 Grafik Shader GPU-Takt DDR3L TDP Preis*
Athlon 5350 4 2,05 GHz 2 MB HD 8400 128 600 MHz 1600 25 W 48,10 €
Athlon 5150 4 1,60 GHz 2 MB HD 8400 128 600 MHz 1600 25 W 39,46 €
Sempron 3850 4 1,30 GHz 2 MB HD 8280 128 450 MHz 1600 25 W 31,70 €
Sempron 2650 2 1,45 GHz 1 MB HD 8240 128 400 MHz 1333 25 W 27,55 €
*Preisvergleich, Stand: 21.03.2014

Auch die passenden Mainboards mit dem neuen Sockel FS1b und ohne separaten Chipsatz, da „Kabini“ als SoC diesen bereits mitliefert, sind zum Teil bereits erhältlich. Unter den fünf derzeit gelisteten Modellen sind drei von ASRock und zwei von Asus. Mit lediglich 24 Euro stellt das ASRock AM1B-M im Micro-ATX-Format aktuell den günstigsten Einstieg dar. Die Ausstattung ist allerdings puristisch, auf einen digitalen Videoausgang muss verzichtet werden. Etwas teurere Modelle bieten hingegen auch digitale Videoausgänge in Form von DVI und HDMI. Das ASRock AM1H-ITX hebt sich mit zusätzlichem DisplayPort, vier SATA-Ports der aktuellen Generation, Mini-PCIe-Slot und 19-Volt-Stromanschluss am I/O-Panel deutlich ab, kostet mit knapp 45 Euro allerdings rund 20 Euro mehr.

ASRock AM1H-ITX ASRock AM1B-ITX Asus AM1I-A ASRock AM1B-M Asus
AM1M-A
Format Mini-ITX Micro-ATX
Sockel FS1b
Chipsatz – (integriert in Kabini-SoC)
RAM-Slots 2 × DDR3-DIMM
PCI Express 1 × PCIe 2.0 x16 (elektr. x4)
1 × Mini-PCIe
1 × PCIe 2.0 x16 (elektr. x4) 1 × PCIe 2.0 x4 1 × PCIe 2.0 x16 (elektr. x4)
1 × PCIe 2.0 x1
1 × PCIe 2.0 x16 (elektr. x4)
2 × PCIe 2.0 x1
SATA 4 × SATA 6 Gb/s 2 × SATA 6 Gb/s
2 × SATA 3 Gb/s
2 × SATA 6 Gb/s 2 × SATA 6 Gb/s 2 × SATA 6 Gb/s
USB (extern) 2 × USB 3.0
2 × USB 2.0
2 × USB 3.0
2 × USB 2.0
2 × USB 3.0
4 × USB 2.0
2 × USB 3.0
4 × USB 2.0
2 × USB 3.0
4 × USB 2.0
USB (intern) 2 × USB 3.0
4 × USB 2.0
2 × USB 3.0
4 × USB 2.0
4 × USB 2.0 4 × USB 2.0 4 × USB 2.0
Videoausgänge VGA, DVI, HDMI, DisplayPort VGA, DVI, HDMI VGA, DVI, HDMI VGA VGA, DVI, HDMI
Audio ALC887 (7.1) ALC662 (5.1) ALC887 (7.1) ALC662 (5.1) ALC887 (7.1)
Ethernet 1 × Gbit-LAN (RTL8111GR)
DC-Stromanschluss (19 V)
Preis* 44,63 € 25,67 € 28,19 € 23,87 € 26,89 €
*Preisvergleich, Stand: 21.03.2014

Die Kombination aus Mainboard und SoC ist demnach ab rund 52 Euro erhältlich. Für die beste Leistung und Ausstattung in Form des Athlon 5350 und des ASRock AM1H-ITX werden hingegen rund 93 Euro fällig. Eine durchschnittliche Konfiguration ist für knapp 60 Euro möglich.

Bietet AMD damit einen Preisbrecher im Bereich der günstigsten Desktop-PCs an? Wir versuchen diese Frage anhand eines Vergleichs mit aktuellen Plattformen der untersten Preisklasse zu klären. Als Beispiele dienen die aktuell im Preisvergleich günstigsten Prozessoren und Mainboards der jeweiligen Plattform.

Plattform Prozessor Mainboard SATA Preis kombiniert
AMD AM1 Sempron 2650:
~ 28 Euro
ASRock AM1B-M:
~ 24 Euro
2 × 6 Gb/s ~ 52 Euro
Intel Bay Trail-D MSI J1800I mit Celeron J1800:
~ 59 Euro*
2 × 3 Gb/s ~ 59 Euro
AMD FM2 A4-4000 (boxed):
~ 31 Euro
ASRock FM2A55M-VG3:
~ 34 Euro
2 × 3 Gb/s ~ 65 Euro
Intel 1150 Celeron G1820 (boxed):
~ 31 Euro
ASRock H81M-VG4:
~ 35 Euro
2 × 6 Gb/s ~ 66 Euro
*Aktuell nicht verfügbar

Dabei zeigt sich, dass AMDs AM1-Plattform aktuell tatsächlich den günstigsten Einstieg bei der Kombination von Prozessor und Mainboard bietet. Günstiger sind nur ältere Plattformen, wie zum Beispiel Mainboards mit verlötetem AMD E-350 oder Intel Atom für rund 50 Euro.

Wichtiger als die Frage nach dem reinen Preis sind Leistung und Ausstattung in Relation zu diesem. Mit Benchmarks von AMDs „Kabini“-Modellen für den Desktop können wir an dieser Stelle noch nicht dienen, jedoch bieten unsere Tests des Notebook-Modells A4-5000 auf Basis der gleichen Architektur einen Anhaltspunkt. Der zum Beispiel im Mini-PC Zotac Zbox nano AQ01 eingesetzte A4-5000 arbeitete in unserem Benchmark-Parcours deutlich schneller als der Celeron N2820 auf Basis von „Bay Trail“.

Beim Vergleich ist jedoch zu beachten, dass der Celeron lediglich über zwei Kerne verfügt, während der A4-5000 deren vier bietet. Bei gleicher Kernanzahl dürfte der Vorsprung von „Kabini“ in Anwendungen, die mit Kernen skalieren, deutlich sinken, wenngleich AMD auch in diesem Fall mit einer höheren Leistung wirbt. Die beiden BGA-Prozessoren lassen sich am ehesten mit den Desktop-Pendants Athlon 5150 respektive Celeron J1800 vergleichen, obgleich diese etwas höher takten.

Gegenüber einem „Bay Trail“ mit zwei Kernen hat AMDs „Kabini“ mit vier Kernen von der Leistung her die Nase vorn. Anders sieht es jedoch bei der Leistungsaufnahme aus: Intels „Bay Trail“ ist deutlich genügsamer als „Kabini“. Dies zeigt sich auch anhand der TDP-Klassifizierung der neuen Modelle: AMDs Desktop-„Kabini“ sind durchweg mit 25 Watt eingestuft, während Intels Celeron und Pentium auf Basis von „Bay Trail-D“ mit 10 Watt beziffert werden. Dafür bietet der „Kabini“-SoC wiederum aktuelles SATA 6 Gb/s während „Bay Trail“ nur den Standard SATA 3 Gb/s unterstützt.

Nach wie vor eine leistungsfähigere Alternative zu „Kabini“ und „Bay Trail“ stellen jedoch die Einsteigermodelle der „normalen“ Desktop-Plattformen dar. So bieten zum Beispiel ein AMD A4-4000 oder ein Intel Celeron G1820 für etwa 30 Euro mehr Leistung. Zusammen mit einem Mainboard für 35 Euro ist das Gesamtpaket lediglich etwa fünf bis 15 Euro teurer als die neuen Desktop-Plattformen beider Hersteller. Mit einer TDP von 65 Watt respektive 53 Watt spielen sie allerdings auch beim Energiebedarf in einer anderen Liga. Für möglichst günstige und zugleich sparsame Desktop-PCs heißt das Duell daher „Kabini“ gegen „Bay Trail“.