2/6 Comand Online NTG 5 im Test : Multimedia von Mercedes-Benz kurz vor CarPlay

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Comand Online NTG 5

Um diese Fragen zu beantworten, hat ComputerBase das aktuellste Multimedia-System vom führenden Premium-Hersteller auf dem Deutschen Markt in Augenschein genommen: Das Comand Online NTG 5 in der aktuellen Baureihe 222, besser bekannt als S-Klasse. Comand steht für Cockpit Management and Data System, das Kürzel NTG für Neue Telematik Generation. Das System wird serienmäßig im Basismodell der S-Klasse verbaut und bedient sich dabei zweier 12,3 Zoll großen Displays.

Das COMAND Online mit zwei 12,3 Zoll großen Displays
Das COMAND Online mit zwei 12,3 Zoll großen Displays

Einer dieser Bildschirme ersetzt die klassischen Rundinstrumente vor dem Fahrer, während der zweite Monitor die für ein Navigationssystem mittlerweile übliche Position oberhalb der Mittelkonsole einnimmt. Weil die Bildschirme unter einem Dach des Armaturenbretts vereint sind, wirkt die Aufmachung auf den ersten Blick wie ein großer Bildschirm. Tatsächlich trennt die Bildschirme aber ein schmaler Steg, der Funktionen wie die Einstellung der Helligkeit oder das Herunterklappen der hinteren Kopfstützen bietet.

Das Cockpit der S-Klasse Baureihe 222
Das Cockpit der S-Klasse Baureihe 222

Jedes der beiden Displays arbeitet mit einer Auflösung von 1.440 × 540 Bildpunkten, was in einer Pixeldichte von 125 ppi resultiert. Das ist nicht das Niveau, das Käufer eines iPhone oder aktuellen Android-Smartphones gewohnt sind, mit Einbeziehung der Entfernung zum Fahrer reicht dies aber trotzdem für eine scharfe Darstellung. Das gilt insbesondere für den linken Bildschirm, der die zwei großen Rundinstrumente für Geschwindigkeit und Drehzahl scharf darstellt. Weil das rechte Display das sogenannte Split View bietet, bei dem Fahrer und Beifahrer wahlweise ein unterschiedliches Bild präsentiert bekommen, wirkt die Darstellung dort etwas grobkörniger als auf dem linken Display.

1.440 × 540 Pixel sind viel im Automobil, Smartphones können aber noch mehr
1.440 × 540 Pixel sind viel im Automobil, Smartphones können aber noch mehr
1.440 × 540 Pixel sind viel im Automobil, Smartphones können aber noch mehr
1.440 × 540 Pixel sind viel im Automobil, Smartphones können aber noch mehr

Zentrales Bedienelement des Comand Online NTG 5 ist ein Drehregler, der sich auf dem Mitteltunnel vor der Armlehne befindet. Der Regler kann gedreht, geneigt und gedrückt werden. Die Drehbewegung dient der Navigation durch horizontale Menüs und Listen, nach links, rechts, oben oder unten wird er geneigt, wenn vertikal durch Menüs navigiert werden muss oder die Wahl zwischen Fahrer und Beifahrer für eine Funktion ansteht. Drücken dient allgemein der Bestätigung einer Interaktion.

Das zentrale Bedienelement des COMAND Online
Das zentrale Bedienelement des COMAND Online
Das zentrale Bedienelement des COMAND Online
Das zentrale Bedienelement des COMAND Online

Rund um den Drehregler versammeln sich im vorderen Bereich des Mitteltunnels sechs physische Tasten, die dem schnellen Zugriff auf die verschiedenen Hauptmenüs dienen. Hierzu zählen Sitze, Navigation, Radio, Multimedia, Telefon und Fahrzeug. Im schwarzen Bereich der Schalter finden sich Tasten für Zurück, sowie An und Aus und ein Drehrädchen für die Lautstärke. Weitere Bedienelemente sitzen am Lenkrad, wo links Tasten für die Menünavigation und rechts Tasten für Telefonie, Sprachbedienung und Lautstärke sitzen. Das Fahrzeug vom Typ S600 war darüber hinaus mit einer Touch-Einheit ausgestattet, auf der der Handballen bei Nichtbenutzung ruht. Die Oberfläche kann für die Eingabe von Buchstaben oder auch die Bewegung des Mauscursors genutzt werden und bietet darüber hinaus drei weitere Tasten für Zurück, Menü und Favoriten. Der Aufpreis für die Touch-Einheit liegt bei rund 180 Euro. Ohne diese Sonderausstattung in den kleineren Modellen der S-Klasse sitzt an dessen Stelle eine Handballenauflage aus Leder.

Viele Tasten, die aber sinnvoll angeordnet sind
Viele Tasten, die aber sinnvoll angeordnet sind
Viele Tasten, die aber sinnvoll angeordnet sind
Viele Tasten, die aber sinnvoll angeordnet sind

Die Flut an Schaltern und Drehreglern wirkt auf den ersten Blick etwas einschüchternd, stellt sich nach ein paar Stunden aber als sinnvoll angeordnet dar. Trotzdem kristallisierte sich im Testzeitraum das zentrale Bedienelement in der Mittelkonsole als primäres Eingabegerät heraus. Über die sechs dedizierten Tasten für die verschiedenen Hauptkategorien lässt sich am schnellsten in das gewünschte Untermenü navigieren. Auf Platz zwei folgt der rechte Teil des Lenkrads. Auch hier kann die Lautstärke eingestellt werden, zudem lassen sich Telefonate annehmen und auflegen sowie Sprachbefehle an das Comand starten. Ein Stummschalter, der in der Mittelkonsole fehlt, ist ebenfalls vorhanden.

Drehregler für die Lautstärke in der Mittelkonsole
Drehregler für die Lautstärke in der Mittelkonsole

Nur gelegentlich verwendet wurde hingegen das linke Bedienelement am Lenkrad. Es kommt primär zum Einsatz, wenn zwischen Fahrzeugfunktionen wie dem Tageszähler oder Verbrauch gewechselt werden soll. Es lassen sich aber auch Elemente wie die Mediensteuerung in vereinfachter Form vom rechten Bildschirm zwischen die beiden Rundinstrumente spiegeln, sodass über die Pfeiltasten am Lenkrad unter anderem durch Alben und Titel navigiert werden kann.

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