3/4 DAN Cases A4-SFX im Test : Das kleinste Gaming-Gehäuse der Welt kann was

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Messergebnisse

Wie ComputerBase Gehäuse testet und dabei Messwerte ermittelt, kann im Detail im Artikel „So testet ComputerBase Gehäuse“ nachvollzogen werden.

Lautstärke

Da das DAN Cases A4-SFX ohne Ventilatoren ausgeliefert wird und aufgrund des Belüftungskonzepts auch keine zusätzlichen Gehäuselüfter realisierbar sind, richtet sich die Lautstärke einzig und alleine nach der verbauten Hardware. Die von ComputerBase durchgeführte Geräuschemissionsmessung gibt also nur Auskunft über die Lautstärke des verbauten Testsystems. Für andere Hardware-Zusammenstellungen kann sie nicht zum Vergleich herangezogen werden.

Kombiniert mit der MSI GeForce GTX 980 Ti erreicht das DAN Cases A4-SFX im lastlosen Desktop-Betrieb, wenn alle Lüfter automatisch über die im BIOS gesetzten Informationen geregelt werden, eine durchschnittliche Geräuschkulisse von 31,2 Dezibel. Ist die AMD Radeon R9 Nano verbaut, sind es 32,1 Dezibel.

Werden CPU- und Grafikkartenlüfter manuell mit 5 Volt angesteuert, so steigt die Lautstärke mit der MSI GeForce GTX 980 Ti im System auf 36,2 Dezibel. Die Messung mit der AMD Radeon R9 Nano ergibt 34,6 Dezibel im Durchschnitt. Drehen alle Lüfter mit voller Umdrehungszahl bei 12 Volt, sind mit der MSI GeForce GTX 980 Ti 49,4 Dezibel zu messen. Die AMD Radeon R9 Nano erreicht eine durchschnittliche Geräuschkulisse von 53,5 Dezibel.

Da alle verbauten Lüfter unmittelbar am Lochgitter liegen, bietet das DAN Cases A4-SFX keine nennenswerte Geräuschdämpfung. Besonders beim Spielen oder bei rechenintensiven Anwendungen macht sich die Lautstärke der einzelnen Komponenten somit deutlich bemerkbar. Käufer des A4-SFX sollten die angedachte Hardware daher mit Bedacht wählen und sich im Vorfeld über die Lautstärke der Produkte informieren.

Temperatur

Die Idee hinter dem Belüftungskonzept des DAN Cases A4-SFX ist nicht neu: Die Hardware im Gehäuse wird so angeordnet, dass sich CPU-, Grafikkarten- und Netzteillüfter selbst mit kühler Umgebungsluft versorgen können. Durch den so aufgebauten Luftdruck im Gehäuse entweicht die warme Luft anschließend automatisch aus der Oberseite des Gehäuses. Eine zusätzliche Gehäusebelüftung ist nicht notwendig.

Das Problem an diesem Konzept: oft funktioniert es nicht zufriedenstellend. Das DAN Cases A4-SFX macht es sich trotzdem zunutze und erreicht auch erst dadurch seine minimalistischen Abmessungen.

Im Belastungstest mit Prime95 und FurMark werden der Prozessor und die MSI GeForce GTX 980 Ti bei voller Umdrehungszahl aller Lüfter 85 beziehungsweise 69 °C warm. Mit der AMD Radeon R9 Nano erreicht die CPU 84 °C, die Grafikkarte selbst 65 °C.

Wenn die Ventilatoren mit nur 5 Volt angesteuert werden, kann der CPU-Lüfter kombiniert mit dem kompakten Top-Blow-Kühler der steigenden Prozessortemperatur nicht mehr Einhalt gebieten. Der Test im 5-Volt-Szenario musste daher nach kurzer Zeit abgebrochen werden, da der Prozessor die 100-°C-Marke überschritten hat. Die Ergebnisse der Grafikkarten sind bis zu diesem Zeitpunkt mit 88 °C bei der MSI GeForce GTX 980 Ti und 76 °C bei der AMD Radeon R9 Nano unkritisch.

Um zu zeigen, dass die Limitierung tatsächlich auf den Top-Blow-Kühler beziehungsweise den zu geringen Luftdurchsatz des CPU-Ventilators und nicht auf ein funktionsunfähiges Konzept zurückzuführen ist, wurde ein dritter Test durchgeführt. Dieses Mal dreht sich der CPU-Lüfter mit 12 Volt, die Ventilatoren der Pixelbeschleuniger nur mit 5 Volt.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Mit 89 beziehungsweise 85 °C sind die Temperaturen der MSI GeForce GTX 980 und der AMD Radeon R9 Nano sozusagen identisch zu denen der zuvor durchgeführten 5-Volt-Messung. Das gleiche Bild ist bei der CPU-Temperatur zu verzeichnen, welche ebenso als identisch zur 12-Volt-Messung des Prozessors bezeichnet werden darf.

Aus diesem Ergebnis lassen sich zwei Fakten ableiten. Erstens: Das Zwei-Kammer-Prinzip funktioniert hervorragend. Zweitens: Dem DAN Cases A4-SFX gelingt es tatsächlich, Hardware ohne zusätzliche Gehäuselüfter nur mit der Umgebungsluft zu kühlen.

Systemtemperaturen – CPU 12 Volt / GPU 5 Volt
Angaben in °C
  • MSI GeForce GTX 980 Ti:
    • Prozessor (12 V)
      84,0
    • Grafikkarte (5 V)
      89,0
  • AMD Radeon R9 Nano:
    • Grafikkarte (5 V)
      75,0
    • Prozessor (12 V)
      84,0

Prozessoren wie der Intel Core i7 5820K mit einer TDP von 130 Watt sind allerdings die maximale Ausbaustufe für das DAN Cases A4-SFX. Bei CPUs mit geringerer TDP sind auch geringere Drehzahlen möglich, weil die Hitzeentwicklung niedriger ausfällt.

Ergänzend muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass für die verwendete Hauptplatine ASrock X99E-ITX mit Intel Sockel 2011-3 derzeit nur eine stark begrenzte Auswahl an passenden Kühlern zur Verfügung steht und der verwendete Dynatron T318 sicher nicht der optimale Kühler ist. Für verbreitetere Sockel ist die Auswahl guter Prozessorkühler deutlich höher, mit denen sich auch bessere Ergebnisse zugunsten der Lautstärke erzielen lassen sollten.

Eine erhöhte Drehzahl des CPU-Lüfters wird beim Spielen dennoch notwendig sein. Anders sieht es bei der Grafikkarte aus. Ihr Ventilator muss auch bei längerer intensiver Nutzung nicht mit voller Umdrehungszahl laufen. Wie die Messungen zeigen, genügen 5 Volt.

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