5/6 Patriot Ignite SSD im Test : 960 Gigabyte in Benchmarks schneller als in der Praxis

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Detailbetrachtungen

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark AS SSD. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand und im späteren Verlauf nach normaler Nutzung mit installiertem System sowie nach starker Nutzung und fast vollständiger Befüllung überprüft. Details zu diesem Vorgehen und den vorbereitenden Maßnahmen liefert der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

AS SSD – Patriot Ignite 960 GB
Neuzustand
(ohne Daten)
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 521,40 521,45 518,86 0 %
Sequenzielles Schreiben 509,82 503,07 482,43 -5 %
4K Lesen 37,31 37,21 37,20 0 %
4K Schreiben 99,68 96,48 88,45 -11 %
4K 64Thrd Lesen 384,47 383,36 373,89 -3 %
4K 64Thrd Schreiben 311,07 288,93 190,28 -39 %
Werte in MB/s

Wie bei nahezu allen SSDs nimmt die sequenzielle Schreibrate nach dem abschließenden Worst-Case-Test mit 4k-random-writes zunächst deutlich ab. Nach einiger Zeit erholt sich die Leistung jedoch wieder und liegt im Schnitt nur fünf Prozent unter dem Wert im Neuzustand. Die Abnahme der 4K-Schreibrate fällt mit elf Prozent vergleichsweise hoch aus. Dies liegt an einem „Ausreißer“ bei den Messungen mit nur 60 MB/s. Auch bei 64 Threads ist die Abnahme der Schreibrate überdurchschnittlich hoch. Das Versprechen der auch bei hohem Füllstand konstanteren Leistung hält der Phison-Controller an dieser Stelle nicht ganz.

Leistungsbeständigkeit

Im Beständigkeitstest des PCMark 8 liefert die Patriot Ignite ein ordentliches Ergebnis ab. Insbesondere in den Phasen hoher Belastung zählt die Leistung zur Spitze in der SSD-Mittelklasse. Im Controller-Duell zwischen Phison S10 (Patriot Ignite) und Silicon Motion SM2246EN (Adata SP610, Crucial BX100, Mushkin Reactor) liegt das Modell von Phison in dieser Disziplin klar vorn. In den für Normalanwender relevanteren Erholungsphasen (Recovery 1 bis 5) wäre aber eine höhere Durchsatzrate wünschenswert.

Die Leistung bei wahlfreien Schreibzugriffen mit einer Warteschlange von 32 Befehlen ist alles andere als konstant. Schon in den ersten Minuten wird das Diagramm von starken Ausreißern nach unten geprägt und auch im späteren Verlauf sind Aussetzer mit Werten unter 1.000 IOPS zu verzeichnen. Für Virtualisierungs- und Server-Aufgaben mit hoher Befehlslast ist die SSD somit nur bedingt geeignet.

Ratings

Die Platzierung im Mittelfeld des Gesamt-Ratings verdankt die Patrio Ignite den guten Resultaten in AS SSD und Iometer. Bei PCMark 8 und den Praxistests ist die Leistung unterdurchschnittlich. Der Test zeigt einmal mehr: Wer sich rein auf synthetische Benchmarks verlässt, deckt Schwächen in der Praxis nicht auf.

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