Kabel-Modding : Sleeves von CableMod im Vergleich zum Eigenbau

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Kabel-Modding: Sleeves von CableMod im Vergleich zum Eigenbau

Einzeln ummantelte Kabel der Hardware eines PCs sind ein Blickfang in Modding-Projekten. Das so genannte Sleeving macht die Stromversorgung von PC-Hardware zur Kunst. Doch nicht jeder kann oder möchte Sleeves selbst herstellen – denn dafür wird neben dem Mantel für die Kabel („Sleeve“) auch die passende Ausrüstung benötigt. Es muss selbst gecrimpt und natürlich für jede Litze einzeln der Sleeve angebracht werden. Das setzt neben den passenden Werkzeugen auch Zeit und Geschick voraus.

Im Test: Teuer kaufen gegen selber machen

CableMod hat sich auf den Verkauf von gesleevten Kabeln spezialisiert und bietet eine Lösung für Modder, die nicht selbst sleeven möchten. Nach vorgefertigten Kabel-Sets für eine Auswahl an modularen Netzteilen mehrerer Hersteller geht CableMod einen Schritt weiter und ermöglicht Kunden, via Online-Konfigurator individuell gestaltete gesleevte Kabel zu kaufen. ComputerBase hat sie ausprobiert und stellt die fertigen Kabel von CableMod einer Do-it-Yourself-Variante für Einsteiger gegenüber.

CableMod-Konfigurator

Im Konfigurator von CableMod können gesleevte Kabel selbst konfiguriert und anschließend bestellt werden – vorerst allerdings nur auf der globalen Internetpräsenz. Kunden können dabei auswählen, ob Kabelverlängerungen, die zu allen Netzteilen kompatibel sind, oder die Kabelbäume modularer Netzteile gewünscht werden. CableMod bietet zur Zeit Kabel für Netzteile von be quiet!, Cooler Master, Corsair, EVGA, Seasonic, Silverstone und XFX an.

Zwei Materialien und unzählige Farbvarianten

Die Sleeves können laut Konfigurator wahlweise aus Paracord („ModFlex“) oder Nylon („ModMesh“) angefertigt werden. Paracord ist auch aus Nylon – nach Rücksprache mit CableMod liegt der Unterschied dieser beiden Varianten in der Steifigkeit und dem Kabeldurchmesser. Kabel mit Paracord-Sleeve sind etwas dünner und flexibler als die „ModMesh“-Kabel.

Nachdem das gewünschte Kabel ausgesucht ist, kann sowohl die Länge des Kabels als auch die Sleeve-Farbe gewählt werden. Am Preis eines Kabels ändert sich dadurch nichts: Dieser wird bei der Wahl der Kabelart fest vorgegeben und hängt von der Sleeve-Art ab. ModMesh ist zwei Dollar teurer als Paracord.

Paracord-Sleeve wird von CableMod in 12 verschiedenen Farben angeboten und ModMesh-Sleeve in 15 Farben. Die Farben können für die einzelnen Litzen der Kabel frei eingestellt werden, wobei die zwei übereinander liegenden Litzen immer gleichfarbig sind. Ein 24-Pin ATX-Kabel kann also mit Sleeves in bis zu 12 unterschiedlichen Farben bestellt werden.

Für ein Set sind schnell 100 US-Dollar fällig

Die nachfolgend aufgeführten Preise beziehen sich auf Kabelverlängerungen. Kabel für modulare Netzteile können davon jedoch auch abweichen. Am teuersten sind 24-Pin-ATX-Kabel für modulare Netzteile. Diese schlagen in der Paracord-Version bereits mit 39,90 Dollar zu Buche. Die Kabellänge für Kabelstränge modularer Netzteile kann zwischen 15 und 90 Zentimetern in 5-cm-Schritten festgelegt werden, Kabelverlängerungen können zwischen 20 und 70 Zentimetern ausgewählt werden.

CableMod-Konfigurator: Kabelpreise in US-Dollar
Kabeltyp ModFlex (Paracord) ModMesh (Nylon)
24-Pin ATX-Verlängerung 24,90 Dollar 26,90 Dollar
8-Pin EPS-Verlängerung 9,90 Dollar 11,90 Dollar
8-Pin PCI-Express-Verlängerung 9,90 Dollar 11,90 Dollar
6-Pin PCI-Express-Verlängerung 9,90 Dollar 11,90 Dollar

Nachdem alle Kabel konfiguriert sind und eventuelles Zubehör wie Kabelkämme ausgewählt wurde, kann die Bestellung aufgegeben werden. Die weltweiten Versandkosten belaufen sich auf eine Pauschale von 20 US-Dollar. Für ein Set aus Kabeln für ein modulares Netzteil kommt so schnell eine Summe von über 100 Dollar zusammen.

Individuelle Kabel von CableMod

ComputerBase hat exemplarisch einige Kabel für das Netzteil be quiet! Power Zone mit Paracord-Sleeve konfiguriert und bestellt. Um die ganze Farbauswahl betrachten zu können, wurde ein kurzes 24-Pin ATX-Kabel in allen verfügbaren Farben ausgewählt. Eine PCI-Express-Verlängerung mit 60 Zentimetern Länge dient als alltagstaugliches Beispiel und wird als Vergleich zu einem eigenhändig gesleevten PCI-Express-Kabel des Power Zone eingesetzt. Obwohl die Kabel erst auf Bestellung gefertigt werden können und aus China importiert werden, waren die Kabel schon eine Woche nach der Bestellung in Deutschland.

Die Sleeves sind einwandfrei verarbeitet und völlig blickdicht. Das ATX-Kabel mit 24 Pins zeigt das gesamte Spektrum erhältlicher Farben, auch wenn die Kombination aller 12 an nur einem Kabel doch sehr bunt und durch das kurze Kabel sehr durcheinander wirkt. Für ordentliches Kabelmanagement bietet CableMod auch passende Kabelkämme aus milchig-transparentem Kunststoff an.

Die Kabel von CableMod sind dünner

CableMod setzt auf dünne AWG-20-Litzen (metrisches Äquivalent: 0,75 mm² Querschnitt). Als Vergleich: Das ursprüngliche Kabelset von be quiet! nutzt 18 AWG für Doppeladern und sogar 16 AWG für Einzeladern (1 mm² beziehungsweise 1,5 mm²); die neuen Kabel sind damit für geringere Stromstärken ausgelegt. Hier macht sich der Preiskampf bemerkbar.

Etwas Kritik gibt es auch

Ein Kabel wurde von CableMod allerdings falsch angefertigt: Das PCIe-Stromkabel wurde zunächst mit weißen und schwarzen statt blauen und schwarzen Sleeves geschickt. Wenn ein solcher Fehler vorkommt, sollten sich Kunden an den Support (support@cablemod.com) wenden, um kostenfrei den korrekten Ersatz zu erhalten. An manchen Pins wirkt außerdem der Sleeve etwas gequetscht oder verzogen, jedoch ist das Kritik auf hohem Niveau: Das fällt nur bei der Betrachtung aus nächster Nähe aus.

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