Tiefseekabel Marea : Facebook und Microsoft verbinden Europa und die USA

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Tiefseekabel Marea: Facebook und Microsoft verbinden Europa und die USA
Bild: Microsoft

Facebook und Microsoft kooperieren beim Bau eines neuen Tiefsee-Glasfaserkabels, mit dem die Übertragungskapazitäten über den Atlantik weiter ausgebaut werden. Das Marea (Gezeiten) genannte Kabel mit acht Glasfaserpaaren wird die USA und Europa zwischen Virginia Beach im Norden Virginias und dem spanischen Bilbao verbinden.

Die gewählte Route mit einer Länge von 6.600 Kilometern liegt deutlich weiter südlich als die üblichen Routen für transatlantische Glasfaserkabel, die in den USA vor allem in der Gegend von New York und New Jersey und in Europa vorzugsweise an der Südwest-Spitze Englands anlanden. Hierdurch soll nicht zuletzt die Widerstandsfähigkeit des transatlantischen Datenverkehrs gegen Störungen weiter gestärkt werden.

Anfängliche Kapazität von 160 Tbit/s

Das von der Telefónica-Tochter Telxius betriebene Marea-Kabel wird aber nicht nur das erste Kabel sein, das die USA direkt mit Südeuropa verbindet, sondern soll mit einer anfänglichen Übertragungskapazität von 160 Tbit/s auch die derzeit leistungsstärkste Glasfaser-Verbindung über den Atlantik werden. Von Bilbao aus sollen die Daten dann an Internetknoten in Afrika, Asien, Europa und Nahost weiterfließen.

Nicht nur Daten von Facebook und Microsoft

Für Facebook und Microsoft sind schnelle Datenverbindungen in alle Welt von großer Bedeutung, die zahlreichen Cloud- und Online-Dienste der beiden Unternehmen – alleine Microsoft betreibt mehr als 200 Cloud-Dienste – benötigen schnelle und zuverlässige Datenverbindungen mit geringer Latenz. Die Datenkapazitäten von Marea werden aber auch für andere Unternehmen nutzbar sein, Telxius wird Leitungskapazitäten über das Großhandelsgeschäft anbieten.

Geplante Route des MAREA-Kabels
Geplante Route des MAREA-Kabels (Bild: Microsoft)

Kompatibilität zu unterschiedlicher Netzwerkausrüstung

Als einen weiteren Vorteil von Marea heben Facebook und Microsoft das „offene“ Design mit Kompatibilität zu Netzwerkhardware verschiedener Hersteller hervor. Für die Kunden sollen dadurch geringere Kosten sowie einfachere Hardware-Upgrades resultieren, sodass die maximal möglichen Übertragungsraten des Kabels mit der Entwicklung optischer Technologien Schritt halten kann.

Der Baubeginn der neuen Tiefsee-Datenleitung soll im August dieses Jahres erfolgen, die Fertigstellung von Marea ist für Oktober 2017 vorgesehen. Etwa um die Zeit ist auch die Inbetriebnahme des neuen Netzwerks des NCP Consortiums (New Cross Pacific) vorgesehen, das die USA über den Pazifik mit China, Japan, Südkorea und Taiwan verbindet und für das Microsoft in Hilsboro, Oregon erstmals einen eigenen Landanschluss für Seekabel in Betrieb nimmt.