AMD Radeon RX 480 : Crimson 16.7.2 legt bei der Leistung deutlich zu

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AMD Radeon RX 480: Crimson 16.7.2 legt bei der Leistung deutlich zu

Der Start von AMDs erster Polaris-Grafikkarte Radeon RX 480 verlief überwiegend positiv: Eine schnellere Grafikkarte zu diesem Preis gibt es aktuell nicht, und neue Funktionen sowie das Übertaktungs-Tool WattMan im Treiber überzeugen. Eine Eigenschaft machte hingegen negative Schlagzeilen: Der über den Spezifikationen liegende Stromverbrauch über den PCIe-Slot.

Der PCIe-Slot wird nicht mehr überlastet

AMD versprach, per Treiber nachzuhelfen, und hat schnell geliefert. Mit dem AMD Crimson 16.7.2 wurde die Lastverteilung geändert, sodass die Radeon RX 480 von nun an weniger als die maximal erlaubten 75 Watt über den PCIe-Slot zieht und sich stattdessen mehr über den 6-Pin-PCIe-Stromstecker genehmigt, der häufiger außerhalb der Spezifikationen betrieben wird. Der Crimson 16.7.1 ändert aber mehr als nur die Lastverteilung.

Der neue Treiber macht Polaris auch schneller

Anders als vielerorts erwartet, hat AMD den Stromverbrauch der Grafikkarte mit dem neuen Treiber nicht gesenkt, sondern parallel zur Umverteilung der elektrischen Last auch den Gesamtverbrauch leicht angehoben, was höhere Taktraten im Alltag möglich macht. Davon unabhängig will AMD die Geschwindigkeit in einigen Spielen verbessert haben. Und einen Kompatibilitätsmodus („Compatibility Mode“), der den Stromverbrauch auf Wunsch komplett in den Spezifikationen hält, gibt es auch.

Compatibility im Crimson 16.7.2
Compatibility im Crimson 16.7.2

Grund genug, den neuen Crimson 16.7.2 auf der Radeon RX 480 mit dem ersten Polaris-Treiber Crimson 16.6.2 sowie dem nicht frei verfügbaren Crimson 16.20, der Testern in letzter Minute vor dem Marktstart zur Verfügung gestellt wurde, zu vergleichen.

Die drei Treiber im Test

Sämtliche Benchmarks wurden mit dem Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Bei dem Crimson 16.20 handelt es sich um einen nicht öffentlichen Betatreiber für die Radeon RX 480, mit dem ComputerBase die Polaris-Karte zur Markteinführung getestet hat. Dieser beinhaltet erste minimale Verbesserungen gegenüber dem Crimson 16.6.2, mit dem Polaris erstmals läuft. Der Crimson 16.7.2 ist der aktuelle Treiber.

Benchmarks zeigen eine höhere Geschwindigkeit

Im Detail gibt es Abweichungen, aber insgesamt ist der erste Crimson 16.6.2 die langsamste Version und der neue Crimson 16.7.2 die schnellste. In 1.920 × 1.080 ist der Unterschied dabei nicht allzu groß. So agiert der Crimson 16.7.2 auf der Radeon RX 480 im Durchschnitt um drei Prozent schneller als der Crimson 16.6.2 und noch ein Prozent zügiger als der Crimson 16.20. Der Compatibility-Modus im neuen Treiber reduziert die Performance um zwei Prozent, sodass die Grafikkarte bei gesenkter Leistungsaufnahme dann gleich schnell wie mit dem Crimson 16.6.2 ist.

Sechs Prozent schneller in 2.560 × 1.440

Einen deutlich größeren Unterschied gibt es in 2.560 × 1.440 zu sehen. Das liegt daran, dass die Grafikkarte in der höheren Auflösung mehr belastet wird und dadurch der Energiebedarf ansteigt. Daher kann die Grafikkarte von dem offenbar minimal angehobenen Power-Target mehr profitieren. Zwischen dem ersten Crimson 16.6.2 und dem aktuellen 16.7.2 liegen hier im Schnitt sechs Prozent Unterschied. Das ist viel für einen neuen Treiber, erst recht wenn man bedenkt, dass es die Grafikkarte erst seit einigen Tagen gibt. Im Kompatiblitätsmodus ist die Radeon RX 480 dann immer noch zwei Prozent schneller als mit dem Crimson 16.6.2.

Je nach Spiel fällt der Vorsprung des Crimson 16.7.2 unterschiedlich groß aus. Am größten ist er in GTA V in 2.560 × 1.440, was daran liegt, dass AMD hier eine bekannte Bremse lösen konnte: Zwölf Prozent Zuwachs gegenüber dem ersten Treiber bedeuten einen Gleichstand mit der GeForce GTX 980. Auch in Just Cause 3 fällt die Differenz mit bis zu zehn Prozent sehr hoch aus. In den meisten Spielen liegt der Leistungsanstieg bei rund fünf Prozent. In einigen Titeln ist der Vorteil hingegen kaum messbar.

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