Stream-Ripping : Musikindustrie verklagt YouTube-mp3.org in den USA

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Stream-Ripping: Musikindustrie verklagt YouTube-mp3.org in den USA
Bild: Travis Wise (CC BY 2.0)

Die Musikindustrie wendet sich gegen die Anbieter von Stream-Ripping-Diensten. Ins Visier gerät dabei zunächst die Website YouTube-mp3.org, dessen Betreiber in Deutschland sitzt. Die Website soll für über 40 Prozent der illegalen Ripping-Aktivitäten verantwortlich sein.

Nahezu alle Plattenfirmen nutzen YouTube und ähnliche Dienste, um die neusten Werke der Künstler zu präsentieren und visuell zu untermalen. Nutzer erstellen aus diesen Videos immer häufiger eine MP3-Datei, die als Musikdatei beliebig oft vervielfältigt und genutzt werden kann. Bei YouTube-mp3.org genügt schon der Link zum Video, um ein passendes MP3 zu erstellen, wobei die Schutzmechanismen von YouTube umgangen werden.

Diese gängige und einfache Praxis ist den Rechteinhabern der Musikstücke schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, weshalb es nun zu einer Allianz gekommen ist, die gemeinsam vor dem Bundesgericht in Kalifornien Klage gegen den Anbieter YouTube-mp3.org eingereicht hat. Unter den Klägern finden sich unter anderem auch Namen wie Capitol Records, Sony Music, Universal oder Warner Bros.

YouTube-mp3.org der größte Fisch im Wasser

In der online zugänglichen Klageschrift heißt es unter anderem, dass das Rippen mittlerweile zur größten Bedrohung für die Musikbranche geworden ist. Deshalb haben sich die Kläger mit YouTube-mp3.org auch den zur Zeit am stärksten frequentierten Anbieter vorgenommen, der für rund 40 Prozent der illegalen Ripping-Aktivitäten verantwortlich sein soll.

Hinter YouTube-mp3.org steht die deutsche Firma PMD Technologie UG mit Sitz im niedersächsischen Wedemark. Das Unternehmen hat bislang noch keine Stellung zur Klage bezogen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Betreiber mit seinem Dienst in das Visier der Musikbranche gerät, jedoch bisher nicht in diesem Ausmaß.

Größerer Schaden als illegale Downloads

Der starke Wachstum der illegalen Stream-Ripps geht einher mit dem stetigen Wachstum der Streaming-Abos. Bereits Mitte September dieses Jahres stellte die Deutsche Musikindustrie fest, dass der Schaden durch die unerlaubt erstellen MP3s mittlerweile höher sei als der Schaden durch illegale Downloads.