Amazon Echo : Datenschützer warnen vor Kontrollverlust

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Amazon Echo: Datenschützer warnen vor Kontrollverlust

Selbst wenn sich der tatsächliche Start von Amazon Echo und Echo Dot in Deutschland verzögert, nutzen Datenschützer den Anlass, um vor Risiken der intelligenten Lautsprechersysteme zu warnen. Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz, spricht etwa im Tagesspiegel von einem potentiellen Kontrollverlust.

Amazons intelligente Lautsprechersysteme reagieren auf Zuruf der Nutzer, die Spracheingabe verarbeitet die intelligente Assistentin Alexa. Damit lässt sich dann nicht nur die Musik und das Smart Home steuern, ebenso soll Alexa Antworten auf Fragen des Alltags geben und sogar passende Empfehlung für Einkäufe liefern.

Nutzer sollten bei Kaufentscheidung „sorgsam abwägen“

Datenschützer wie Andrea Voßhoff beobachten solche Trends aber mit Sorge. „Intelligente Sprachassistenten, die ihre Umgebung ständig belauschen, sind aus Sicht des Datenschutzes kritisch zu bewerten“, so Voßhoff. Zumal Nutzer nur schwer nachvollziehen könnten, wo und in welchem Umfang die erfassten Informationen verarbeitet werden. Ebenso unklar sei, wie lange Amazon die Daten speichere.

Neben den generellen Problemen beim Datenschutz verweist Voßhoff zudem noch auf die Sicherheitslücken, mit denen zahlreiche Internetdienste zu kämpfen haben. Niemand könne also garantieren, dass die sensiblen Daten vollständig sicher sind. Ihrer Ansicht nach sollten Nutzer also „sorgsam abwägen, ob die praktischen Vorteile eines digitalen Assistenten die mögliche Rund-um-die-Uhr-Überwachung ihrer Privatsphäre rechtfertigt“.

Kritik stammt nicht nur aus Deutschland

Kritik kommt allerdings nicht nur aus Deutschland. Daniel Nesbitt von der britischen Bürgerrechtsorganisation Big Brother Watch erklärte im Tagesspiegel, Amazon Echo lerne „viel über die Nutzer“. Das betreffe sowohl Gewohnheiten als auch die Persönlichkeit. Nun weiß aber niemand, inwieweit Amazon die Daten auswertet.

Ähnlich schätzt Christopher Weatherhead von Privacy International die Lage ein. Er kritisiert: Wenn Amazon Echo in einem Haus installiert ist, wird nicht nur die Stimme des Besitzers aufgezeichnet, sondern auch die von Besuchern.