3/3 Mafia 3 im Test : Die 60er sind zurück

, 415 Kommentare

Die Technik

Technisch überzeugt Mafia 3 auf dem PC bisher nicht. Dafür sorgt vor allem ein 30-FPS-Lock: Unverständlich, weshalb die Verantwortlichen das Spiel mit einer solchen Einschränkung veröffentlichen, der Shitstorm ist groß und war vorhersehbar.

Zur Verteidigung der Entwickler muss allerdings gesagt werden, dass das Problem in den nächsten Tagen per Patch behoben werden soll. Zudem ist Mafia 3 dennoch relativ passabel spielbar. Völlig verhunzt wird der Titel durch die Sperre also nicht.

So richtig gut sieht Mafia 3 nicht aus
So richtig gut sieht Mafia 3 nicht aus

Doch auch sonst wirkt die PC-Portierung nicht ganz ausgereift. Immer wieder stolpert man über unschöne Details wie Clippingfehler, ausgefranste Schatten und aufpoppende Strukturen. Auch nervt die übertriebene Unschärfe.

Nervige Steuerung, toller Sound

Auch bei der Steuerung hat man sich nicht viel Mühe gegeben. Mafia 3 spielt sich mit Maus- und Tastatur eher schwammig. Details wie der Umstand, dass Faustkämpfe mit einer Taste (Q) statt mit der Maus ausgeführt werden, sind typisch für Multi-Plattform-Entwicklungen. Gleiches gilt für das insgesamt hakelige Deckungssystem.

Über jeden Zweifel erhaben ist dagegen die Audio-Umsetzung. Hier treffen sehr gute deutsche Hauptsprecher auf eine passende musikalische Untermalung und den Sound der 60er und 70er.

Fazit

Mafia 3 könnte ein sehr gutes Spiel sein. Selten ist uns ein Titel untergekommen, der sein historisches Setting derart elegant einfließen ließ. Wenn wir uns durch New Bordeaux bewegen, spüren wir den Geist der Zeit – mit allen Vorzügen (der Swing der späten 60er!) und Abgründen (Rassismus, Kommunistenhatz). Hinzu kommt, dass die Stadt einen auch von der Aufmachung her packt: New Bordeaux ist abwechslungsreich – und lebt!

Ungewöhnliche Gäste beim Straßenfest
Ungewöhnliche Gäste beim Straßenfest

Diese Eigenschaften sind enorm wichtig für ein Open-World-Spiel wie Mafia 3. Insofern hätten wir gut verzeihen können, dass die Story nicht an den Drive und die Spannung heranreicht, die beispielsweise moderne TV-Serien und Filme bieten.

Zwei Punkte sind aber nicht so ohne Weiteres zu verzeihen. Da ist zum einen das Gameplay, dass gerade auf längere Sicht zu monoton ausfällt. Die Übernahme der Bezirke ist ein guter grundlegender Mechanismus, nur erfolgt das Ganze zu oberflächlich.

Der zweite Punkt betrifft die mäßige PC-Umsetzung. Man kann davon ausgehen, dass sich hier in den nächsten Tagen und Wochen noch einiges tun wird. Trotzdem bleibt unverständlich, weshalb die Entwickler die Spieler ohne Not mit einem 30-FPS-Lock gegen sich aufbringen.

Empfehlung mit Einschränkungen

Sollte sich der technische Aspekt tatsächlich wie erhofft klären, ist Mafia 3 ein gutes Spiel für all jene, die eine tolle Spielatmosphäre und grundsolide Action suchen, dabei aber auf eine hochkarätige Story und ein frisches, wirklich abwechslungsreiches Gameplay verzichten können.

Diese eingeschränkte Empfehlung macht deutlich, dass wir mit Mafia 3 nicht so richtig glücklich sind. Licht und Schatten liegen hier wie gesagt nah beieinander: Wir haben uns, auch mit Blick auf das bisher tadellose Image der Marke, mehr von dem Titel erhofft.

Mafia 3 – Test-Zusammenfassung

Kopier- & Jugendschutz

Mafia 3 funktioniert über Steam, sodass der Key über die Valve-Plattform aktiviert werden muss. Dazu ist einmalig eine Internetverbindung nötig; ein Wiederverkauf ist durch die Bindung an das Konto nicht möglich.

Die USK hat für den Titel keine Jugendfreigabe erteilt, sodass Mafia 3 ab 18 Jahren erhältlich ist.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.