3/4 Huawei Nova (Plus) im Test : Die eleganteste Android-Mittelklasse

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Snapdragon 625 in 14 nm

Der Snapdragon 625 ist ein interessantes System-on-a-Chip von Qualcomm, weil die Eigenschaften eines Mittelklasse-SoCs mit einem modernen Fertigungsverfahren kombiniert werden, das bisher den Topmodellen von Qualcomm vorbehalten war. In der zweiten Generation der 14-Nanometer-Fertigung (Low Power Plus) von Samsung produziert bietet der Snapdragon 625 acht CPU-Kerne des Typs Cortex-A53 von ARM, die laut Huawei mit bis zu 2,0 GHz in der Spitze takten dürfen. Im Test mittels CPU-Z gemessen bewegte sich der Takt auf allen Kernen zwischen 652 MHz und 2,016 GHz.

Die Cortex-A53 punktet nur über viele Kerne

Aufgrund der für einen einzelnen Kern betrachtet eher niedrigen Leistung schneidet der Snapdragon 625 nur in den Multi-Core-Tests gut ab, in Single-Core-Messungen ist er dem Cortex-A72 oder Qualcomms Kyro-Kernen klar unterlegen. Die im Alltag erlebte Leistung ist dennoch gut und wird nur selten von Denkpausen unterbrochen.

Ausreichend Leistung auch für anspruchsvolle Spiele

Bei der Adreno-506-GPU ist ein deutliches Plus gegenüber der Adreno 405 zu spüren, die etwa im Snapdragon 617 oder vielen Modellen der 400er-Serie steckt. Auf rund 40 bis 50 Prozent mehr Leistung kommt die GPU im Schnitt aller Benchmarks. Mit aktuell beliebten Spielen aus dem Google Play Store, darunter Asphalt Xtreme, Subway Surfers und Slither.io, hatten beide Geräte im Test keine Probleme. Bei fordernden Spielen wie Asphalt Xtreme merkt man allerdings, dass 60 FPS nicht mehr erreicht werden können.

Unterschiedliche Kameras

Zum Snapdragon 625 hat Huawei auch gegriffen, weil das SoC im Gegensatz zu den kleineren Modellen die Aufnahme von Ultra HD mit 30 FPS unterstützt, während bei den kleineren Snapdragon 6xx und Snapdragon 4xx maximal 1.080p mit bis zu 60 FPS möglich ist. Huawei wollte in seiner gehobenen Mittelklasse aber unbedingt auch einen UHD-Modus anbieten.

Die Kamera bewirbt Huawei abgesehen vom für beide Modelle verfügbaren UHD-Modus grundsätzlich unterschiedlich. Das Nova kommt auf 12 Megapixel und soll mit einer Pixelgröße von 1,25 Mikrometer auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch gute Aufnahmen ermöglichen. Das Nova Plus kommt auf 16 Megapixel und soll mit OIS unbeabsichtigte Handbewegungen ausgleichen und bei längeren Belichtungszeiten helfen.

Die Kamera des Nova Plus steht hervor
Die Kamera des Nova Plus steht hervor

Auf Huaweis Website zum Nova ist die Angabe für die Blende falsch, tatsächlich ist f/2.2 richtig, nicht f/2.0. Das wiederum ist die richtige Angabe für das Nova Plus. Die Frontkamera ist hingegen mit f/2.0 für beide Modelle identisch, das gilt auch für die Auflösung mit 8 Megapixel und 1.080p-Auflösung im Videomodus.

Huawei Nova (Plus) im Test – Kamera

Das Nova hat in Summe die bessere Kamera

Bei der Fotoqualität ist das Nova dem Nova Plus bei Tageslicht immer vorzuziehen. Das liegt in erster Linie an der deutlich höheren Bildschärfe und dem viel besseren Dynamikumfang auch ohne HDR. Denn wie üblich bei Huawei beherrschen die Smartphones kein Auto-HDR, sodass dieser Modus immer erst manuell zugeschaltet werden muss. Erst bei Makroaufnahmen stimmt auch beim Nova Plus die Schärfe. Entgegen des Werbeversprechens sorgen bei beiden Geräten aber weder die großen Pixel noch der optische Bildstabilisator bei Nachtaufnahmen für deutlich bessere Aufnahmen. In Summe ist aber auch hier das kleine Nova die bessere Wahl.

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