Erste Lieblingsspiele: Der Weg der Redakteure zum PC-Spieler 2/3

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Andreas Frischholz

Während meine ersten Erfahrungen mit Gameboy, Super Nintendo und Spielen wie Die Siedler 2 weitgehend in der Erinnerung verblasst sind, war es Heroes of Might and Magic 2, das bei mir nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Das Spielkonzept funktioniert bis heute: Rundenstrategie, Stadt aufbauen, Rohstoffe sammeln, Armee aufrüsten und die Kämpfe. Es ist zeitlos und funktioniert auch später noch als Kickstarter für eine Zockerkarriere, wie Kollege McHardy zeigt.

Was mich vor allem beeinflusst hat, war der Koop-Modus. Heroes 2 war das erste Spiel, das ich mit einem Kumpel so exzessiv gespielt habe, dass wir uns damit erstmals die Nächte um die Ohren geschlagen haben. Es war also das Vorbild für die zahllosen LAN-Partys, die später folgten. Irgendwann waren wir so weit, dass wir nicht einmal mehr die normalen Maps gespielt haben, sondern die nicht ausbalancierten Zufallskarten. Heute würde mich das wahnsinnig machen, damals war ich aber wohl einfach leidensfähiger.

Frank Hüber

Die Anfänge des Computerspielens liegen bei mir beim Amiga 500 – mit Speichererweiterung, die per Schalter an der Tastatur aktiviert werden musste. Eines der ersten Spiele, das stundenlang gespielt wurde, war The Great Giana Sisters, das 1987 ursprünglich für den C64 erschien, ein Jahr später aber auch auf den Amiga 500 kam.

Lange war The Great Giana Sisters für den Amiga allerdings nicht erhältlich, denn Nintendo waren die Ähnlichkeiten zu dem gerade erst erschienenen Super Mario Bros. dann doch zu groß und kündigte rechtliche Schritte an. Nach nur wenigen Wochen verschwand das Jump 'n' Run deshalb schon wieder aus den Regalen.

Wie bei Super Mario Bros. hüpft der Spieler in Form der Heldin Gianna durch Pixelwelten, in diesem Fall allerdings Dungeons und statt mit Schildkröten muss er sich mit einäugigen Ungeheuern herumschlagen.

Zu den weiteren persönlichen Highlights auf dem Amiga 500 zählten North & South und Lemmings.

Robert Kern

Wir schreiben das Jahr 1997. Zwei Jahre nach der Indizierung des First-Person-Shooters Star Wars: Dark Forces erscheint der zweite Teil dieser Serie als Star Wars: Jedi Knight. Wieder spielt Kyle Katarn in der Hauptrolle und dieses Mal durfte das Lichtschwert auch aus der Verfolger-Perspektive geschwungen werden.

Der zweite Todesstern wurde zerstört und die Rebellen-Allianz baut die neue Republik auf. Es ist eine Zeit, in der junge Videospieler die Arbeits-PCs ihrer Papas heimlich mit 3Dfx-Beschleunigern ausrüsten und morgens öfter mal aufgrund von Bauchschmerzen und akuter Lucas-Artsitis nicht in die Schule können. Floppy-Disks und CD-Laufwerke lebten in friedlicher Koexistenz, Modems klangen, falls sie angeworfen werden durften, nach R2-D2. Das legendäre Half-Life dominierte schon zwei Jahre die Berichterstattung vor allem mit einem ausführlichen Technik-Bericht in der PC Games. Es sollte aber noch auf sich warten lassen, genauso wie die Matrox-Millenium-Grafikkarten, mit deren Direct3D 5.0 unfassbare Auflösungen von 1.280 × 1.024 Bildpunkten und flüssige Darstellung erreicht werden konnten. Nach Resident Evils OpenGL-Traumgrafik war Jedi Knight einer der wenigen Titel mit 3D-Beschleunigung.

Auch in der virtuellen Welt wurde nach der Macht gegriffen. Dunkle Jedi-Ritter suchten unter ihrem Anführer Jerec das legendäre Tal der Jedi. Realfilm-Zwischensequenzen und fantastische CGI zeichneten gleich zu Beginn ein düsteres Bild dieses skrupellosen Gegners doch die zweite Szene in einer Bar auf dem Schmuggler-Mond offenbart auch den inneren Kampf von Kyle Katarn. Getrieben von Rache sucht er den Mörder seines Vaters. Der innere Konflikt und die Intensität der Erzählung wird im Spielverlauf ausgebaut. Kyle beginnt, die Macht zu entdecken und die Spieler entdeckten den atmospärischen Soundtrack von John Williams auf der dritten CD des Spiels. Die Filmmusik spielte eine bedeutende Rolle wie auch bei Interstate '76, das im gleichen Jahr erschien.

Zum grandiosen Soundtrack bewegt man sich durch grandioses Leveldesign, das in seiner Verschachtelung die begehrten Secrets versteckt und am Ende mit der Vergabe von Sternen belohnt. In der vierten Mission vermacht der zu rächende Vater Katarn uns ein Lichtschwert: „Setze es für das Gute ein“, sein Hinweis. Doch so einfach wie sich Papa das denkt, wird dieser Auftrag im weiteren Verlauf nicht. Anfänglich entdecken wir die Grundkräfte wie Force Speed und Force Jump (bezeichnenderweise auf den F-Tasten) und unser weibliche Sidekick sexy Jan Ors hält uns in vernünftigen Bahnen. Ab der 12. Mission verführt die dunkle Seite Kyle mit dem Ausbau attraktiver aber böser Fähigkeiten wie Würgegriffen, die Endgegner in Lichtschwert-Kämpfen bringen uns zur Weißglut. Beim ersten Durchspielen wird vermutlich jeder die helle Seite wählen, beim zweiten fällt Jan Ors unserem Machthunger zum Opfer.

Egal wie man sich entschied, Jedi Knight war ein grandioses Spiel und markierte in Deutschland den Start für eine fantastische Reihe mit Mysteries of the Sith, Jedi Outcast, Jedi Academy und The Force Unleashed als Nachfolger.

Jan Lehmann

Beim Rückblick auf meine Computer(spiel)vergangenheit zaubert es mir ein kleines, freudiges Lächeln ins Gesicht. Abgesehen von der Grafik, die jedoch auch den Charm ausmacht, empfinde ich die alten Spiele noch heute wesentlich stimmiger und fesselnder als die derzeitigen „Blockbuster“. Meine Anfänge beschritt ich etwa Mitte der 90er-Jahre sowohl mit MS-Dos als auch Konsole. Neben DigDogs, Alex Kidd in Miracle World und Z bleiben mir noch heute wohlige Erinnerungen an das Mafiaspiel Dime City.

Neben verschiedensten Abschweifen und einem noch bis heute währenden Ohrwurm der verschiedenen Comand-and-Conquer-Soundtracks packte mich am Ende des Jahrzehnts das Final-Fantasy-Fieber. Hunderte Stunden wurden mit den Teilen 7 bis 10 verbracht. Neben der fortwährenden Auffassung, dass Teil VII und VIII die Besten sind, erschreckt es mich, wie lange ich für das Erlangen der Substanz „Ritter der Runde“ und der damit verbundenen Zucht eines goldenen Chocobos gebraucht habe.

Der wohl einschneidenste Punkt in meiner Computerzeit steht im festen Zusammenhang mit dem Rollenspiel Diablo 2 und der Erweiterung Lord of Destruction. Es glich nahezu einer Sucht, die in Zeiten von 56k-Modems enorme Kosten nach sich zog und gut drei Jahre anhielt. Mit einem Funken Stolz blicke ich dennoch auf meinen Level 97 Hammerdin zurück und könnte noch heute die wichtigsten Runenwörter runterbeten. Die hohen Erwartungen an den Nachfolger konnten demgegenüber nicht einmal ansatzweise erfüllt werden.

Carsten Lissack

Das erste Spiel auf dem Computer, das mich über einen längeren Zeitraum gefesselt hat und bis heute zu meinen in Erinnerung gebliebenen Lieblingsspielen gehört, ist Age of Empires II. Auch im Jahr 2016 ist das inzwischen über 17 Jahre alte Strategiespiel ein Klassiker auf vielen LAN-Parties. Zahlreiche Erweiterungen und Nachfolger haben sicher ihren Teil zum Erhalt der Beliebtheit beigetragen, auch wenn ich mit Ausnahme von Age of Empires I und Empire Earth nicht weiter mit der Serie vertraut bin.

Age of Empires II
Age of Empires II (Bild: ageofempires)

Nach dem Aufbau einer Wirtschaft und immer knapper werdenden Rohstoffen ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zum großen kriegerischen Showdown zwischen den Spielermächten kommt. Dabei verfügt jede Kultur über verschiedene Fähigkeiten und Technologien auf dem Land sowie auf dem Wasser.

Verschiedene Szenarios in Age of Empires II wie zum Beispiel der „Königsmord“, in dem der gegnerische König aus seiner Festung vertrieben und getötet werden muss, um zu siegen, machen darüber hinaus den Reiz des Spiels aus.

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