Erste Lieblingsspiele: Der Weg der Redakteure zum PC-Spieler

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Erste Lieblingsspiele: Der Weg der Redakteure zum PC-Spieler

Unsere ersten Lieblingsspiele

Unter dem Motto „Klassiker neu entdeckt“ wirft ComputerBase bereits seit mehreren Jahren einen Blick zurück auf ausgewählte Perlen der Spielegeschichte.

Doch wie sind überhaupt die Redakteure hinter ComputerBase zum Spielen am PC gekommen? Welche Spiele haben sie in den Anfängen begleitet und welches Spiel war ihr erstes Lieblingsspiel?

Genau dieser Frage möchten wir zu Weihnachten nachgehen und unseren Lesern einen Einblick in die Anfänge der PC-Spiele der Redakteure geben. Nicht nur die Spiele, sondern auch die Plattformen, auf denen die Redakteure ihre ersten Gehversuche unternommen haben, sind dabei höchst unterschiedlich, was nicht zuletzt dem breiten Alterspektrum der Redaktion geschuldet ist. War es bei dem einen der C64 oder Amiga, tauchten andere tatsächlich erst mit einem Windows-PC oder der PlayStation in die Welt der Spiele ein.

Wir wünschen frohe Festtage und viel Spaß mit diesem kleinen Einblick hinter die Personen von ComputerBase.

Sasan Abdi

Meine Videospiel-Karriere war in den 90er Jahre lange eher unstet. Als Heranwachsender hatte ich immer mal wieder Kontakt mit Vaterns Arbeits-PC, den ersten Systemen von Freunden (Tomb Raider!) und der PlayStation. Zum richtigen Spieler wurde ich aber erst 1999, als ich im Alter von 14 Jahren auf meinem ersten eigenen Rechner das zu dieser Zeit schon etwas betagte Warcraft 2 ausprobierte.

Das Spiel übte auf mich eine unfassbare Anziehungskraft aus. Analog malte ich mir Sonntags Schlachtpläne auf Papier auf, mit denen ich in der Kampagne beispielsweise eine schier uneinnehmbare Festung der Orks erstürmen würde. Hier ein Ablenkungsmanöver, da eine Armada, die Recken über den Fluss setzt: Ich glaube, Blizzard hat mit diesem Titel meine Vorliebe für Strategiespiele erschaffen.

Warcraft 2
Warcraft 2 (Bild: Blizzard)

Wolfgang Andermahr

Nach gefühlten Ewigkeiten des „Spielens am PC/Konsole bei Freunden“ war mein erstes Lieblingsspiel gleich das erste Spiel am neuen, heimischen PC, der mit fast sensationellen 100 MHz arbeitete: Big Red Racing, erschienen im Jahr 1996 und das quasi perfekte Spiel für einen damals Zehnjährigen.

An Big Red Racing kann ich mich heute immer noch erinnern, als hätte ich es letzten Monat noch gespielt. Ein Fun-Arcade-Racer, der sich überhaupt nicht ernst nimmt und alles völlig übertreibt – selbst in den Menüs. Ein Rennen auf dem Mars, ein Rennen im Bagger mit Nitro, im Schlauchboot, alles kein Problem. Das praktische Zurücksetzen („Juhuuu!“) gab es damals auch schon, ohne das man kein Rennen überlebt hatte.

Positive Erinnerungen an Big Red Racing habe ich viele. Alleine vor dem PC, vor allem aber im Split-Screen-Modus gegen einen Freund. Eine Mordsgaudi. Selbst wenn man verliert. Und während ich den Text schreibe, frage ich mich die ganze Zeit, wie toll es wäre, wenn es das Spiel in einer Neuauflage geben würde. Denn auch wenn ich mittlerweile eher zum Simulations-Rennfan geworden bin, ein Big Red Racing in modern würde immer noch verdammt viel Spaß machen!

Thomas Böhm

Als erstes richtig fesselndes PC-Spiel fällt mir vor allem ein Titel ein: Das legendäre Gothic von Piranha Bytes. Auf einem hochmodernen Rechner mit Windows XP und für damalige Verhältnisse mit beeindruckender Grafikpracht hat mich das Geschehen um den namenlosen Held im von Magie abgeschotteten Gefangenenlager wochenlang beschäftigt.

Gothic
Gothic (Bild: Piranha Bytes)

Als Online-Hilfen für den PC ohne Internetanbindung noch ein Fremdwort waren, wurde mit Schulfreunden stundenlang darüber debattiert, ob nun Sumpflager, altes oder neues Lager am besten seien. Nur um dann zu der Erkenntnis zu gelangen, dass hinterhältig das alte Lager an die Mannschaft um Lares verraten werden sollte, um anschließend dennoch ein Gardist zu werden. So mitreißend wie das ursprüngliche Gothic war für mich seither nur der neueste Titel der Witcher-Saga aus dem letzten Jahr.

Max Doll

Das Kramen in alten Erinnerungen bringt DOS-Klassiker wie Commander Keen IV (id Software), IndyCar Racing (Papyrus) oder Der Planer (Greenwood) hervor. Es sind aber nicht diese Hits der längst vergangenen MS-DOS-Ära, die zur #pcmasterrace bekehrt haben, sondern ein gut gealtertes Evergreen: Fallout aus dem Spielejahrgang 1997 war plattformexklusiv und gehört sowohl zu einem traditionell vom PC dominierten Genre als auch zu den Highlights der Videospielgeschichte.

Fallout (1997)
Fallout (1997)

Die Faszination von Fallout liegt nicht nur in der offenen Welt, den vielfältigen Vorgehensweisen, überraschenden Ideen und dem Einfluss des Spielers auf Charakter und Welt. Geringer Intelligenzwert zwingt zur Kommunikation in Grunzlauten, ist aber wie so vieles andere grundsätzlich eine mögliche Herangehensweise. Zu den spielerischen Vorzügen gesellt sich außerdem ein kritischer, satirischer Blick auf die (vergangene) Gegenwart; der Gesamtmix gewinnt dadurch umso mehr an Faszination. Das gilt erst recht, wenn man zur Jahrtausendwende Hardware stets an der Grenze des Obsoleten besitzt und notgedrungen auf das Zugpferd „Abwärtskompatibilität“ setzen muss.

Auf der nächsten Seite: Andreas Frischholz