Linux-Jahresrückblick 2016: Viele Fortschritte zum 25. Jubiläum 6/6

Ferdinand Thommes 97 Kommentare

Was erwartet den Pinguin 2017?

Linux und Open Source boomen in der Wirtschaft, der Fachkräftebedarf ist derzeit kaum zu decken. Eine Abschwächung dieser Tendenz ist nicht in Sicht und somit wird freie Software Seite an Seite mit proprietärer Software mehr und mehr zum Normalzustand werden. Linux konnte im vergangenen Jahr seinen Marktanteil sogar am Desktop erhöhen. Je nachdem, wessen Messmethode man vertraute, wurden hier leicht über zwei Prozent verkündet. Microsoft könnte mit seiner aggressiven Art, Windows 10 in den Markt zu drücken, diese Tendenz sogar unterstützt haben. Auch hier gibt es keinen Anlass, eine Abschwächung des Trends anzunehmen, so dass eine konservative Schätzung Linux in einem Jahr bei drei bis vier Prozent sieht.

Nachdem Kdbus Ende 2015 gescheitert war, heißt der neue Ansatz der Systemd-Entwickler Bus 1. 2017 wird vermutlich einen erneuten Ansatz sehen, eine Interprozesskommunikation im Kernel zu verankern.

Canonical könnte sich im kommenden Jahr bei anhaltender Erfolglosigkeit weiter von Ubuntu-Phone zurückziehen. Damit würde man allerdings die lange propagierte Konvergenz gleich mit in der Schublade der Canonical-Alleingänge verschwinden lassen. Des Weiteren wird das Internet der Dinge weiter um sich greifen und jedem nur möglichen Gerät auf dem Planeten einen Internetanschluss verpassen. Somit werden Hacker und Cyber-Kriminelle 2017 erneut genügend Angriffsfläche finden. Hier hat freie Software eine gute Chance, Standards zu setzen, die mehr Sicherheit in den Wildwuchs der Dinge bringen können.

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