NZXT Kraken X52 im Test: Eine AiO-Wakü für Kontrollfreaks 4/5

Thomas Böhm 67 Kommentare

NZXT CAM

Mit der Software „CAM“ erlaubt NZXT die Steuerung und Überwachung der Kraken. Für den ComputerBase-Test wurde das Programm in der Version 3.2.26 genutzt. Das Tool wird mit dem Systemstart geladen: Im Testsystem startete es zuverlässig, auch nach dem Aufwecken des PCs aus dem Ruhemodus. Primär dient CAM der Steuerung der Kraken. Sowohl die Pumpe als auch die Radiatorlüfter können mit vorgefertigten oder selbst erstellten Profilen verwaltet werden.

NZXT CAM-Software
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Die Lüfter lassen sich zwischen 25 und 100 Prozent PWM einstellen. Die Pumpe erhält ein Leistungsintervall von 50 bis 100 Prozent. Das per 3-Pin-Lüfterstecker ausgegebene Drehzahlsignal hält sich allerdings nicht an die von CAM ausgegebenen Drehzahlen: Es besteht kein offensichtlicher Zusammenhang zur Lüfter- oder Pumpendrehzahl.

Wenn eine eigene Lüfterkurve gewünscht wird, kann diese anhand verschiedener Temperaturquellen erstellt werden. Zur Auswahl steht neben der CPU- und GPU-Temperatur auch die Flüssigkeitstemperatur der Kompaktwasserkühlung. Damit erhält die Kraken X52 eine Regelungsebene, die ansonsten nur von Custom-Wasserkühlungen in Kombination mit speziellen Lüftersteuerungen oder Mainboards mit einem Anschluss für externe Temperatursensoren erreicht werden kann.

CAM warnt bei Überhitzung

Bei der Kühlung des übertakteten Prozessors im ComputerBase-Testsystem erreicht die Kraken X52 hohe Flüssigkeitstemperaturen. Mit voller Drehzahl der Serienlüfter werden zwar noch moderate 37 °C erreicht, bei 800 U/min steigt die Temperatur aber bereits auf 51 °C an (bei Raumtemperaturen zwischen 22 und 23 °C). Während eine Custom-Wasserkühlung am besten unterhalb von 40 °C verbleiben sollte, warnt die Kraken X52 erst bei über 60 °C. Die Software weist auf die zu hohe Temperatur hin. Diese Flüssigkeitstemperatur wurde lediglich beim Messdurchlauf mit 500 U/min der Referenzlüfter erreicht. Die Kühlflüssigkeit stieg dabei auf maximal 63 °C an.

NZXT CAM-Software
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Neben Lüfter- und Pumpendrehzahl lässt sich auch die Beleuchtung der Kraken X52 einstellen. Sowohl das Herstellerlogo als auch der beleuchtete Ring der Pumpeneinheit lassen sich in verschiedenen Farben und mit mehreren Effekten beleuchten. NZXT muss hier aber noch an kleinen Fehlern der Software arbeiten: Bei einer Veränderung der Beleuchtung wird das momentan ausgewählte Profil für Lüfter und Pumpe überschrieben und muss anschließend erneut angepasst werden.

Schließlich übernimmt CAM auch noch die Systemüberwachung: Neben CPU und GPU können auch Daten des Mainboards und weiterer Hardware des PCs ausgelesen werden. Das Tool gibt zusätzlich zu den Taktraten auch Temperaturen und die Auslastung der Komponenten an.

Einflüsse durch die Pumpe

Drehzahlmessungen

Spannungsmessungen entfallen bei der Kraken X52, da die Drosselung der Pumpe ausschließlich über die USB-Verbindung stattfinden soll: Die Stromversorgung erfolgt über einen SATA-Stromanschluss. Als Fixpunkte werden maximale und minimale Leistung sowie eine Zwischenstufe mit 67 Prozent gewählt.

Pumpendrehzahl
    • 100%
      5.400,0
    • 67%
      3.950,0
    • 50%
      2.200,0

Die Pumpendrehzahl der Kraken X52 entspricht grob den beim Arctic Liquid Freezer ermittelten Werten. Das Tachosignal der H100i v2 von Corsair weicht davon ab, auch wenn der subjektive Geräuscheindruck dem der beiden anderen Kühlungen entspricht. Asetek erklärt diesbezüglich, dass die Pumpeneinheiten für jeden Käufer des Designs individuell optimiert werden – gibt aber keine weiteren Details preis.

Schalldruckmessungen

Der reine Schalldruck der Pumpe wird im offenen Aufbau bestimmt, wenn alle Lüfter stillstehen, so dass nur die Pumpe als Lärmquelle vorhanden ist.

Die Kraken X52 zeigt das typische Verhalten der Pumpe von Asetek: Ungedrosselt gehört sie zu den lauteren Kompaktwasserkühlungen. Die Pumpe macht mit einem Rasseln auf sich aufmerksam, das auch außerhalb des Gehäuses vernommen werden kann. Wird die Pumpe gedrosselt, nimmt der Schalldruck ab; er steigt jedoch bei sehr starker Drosselung wieder an.

Für die Kraken X52 stellt der Bereich zwischen 60 und 70 Prozent Pumpenleistung das Optimum dar: Bei 67 Prozent Drehzahl sinkt der Schalldruck auf angenehme 33,2 dB(A) ab, bei minimaler Drehzahl ertönt die Pumpe jedoch wieder über 34 dB(A). Im manuell ermittelten Optimalfall erreicht die Pumpe somit den geringsten Schallpegel sämtlicher bisher getesteten Kompaktwasserkühlungen mit der aktuellen Asetek-Pumpengeneration. So kann die Pumpe nur mit Mühe und bei absoluter Stille außerhalb des Gehäuses wahrgenommen werden.

Kühlleistung bei gedrosselter Pumpe

Um den Einfluss der Pumpe auf die Kühlleistung zu untersuchen, wird die AiO-Wasserkühlung im Referenzzustand bei 800 U/min in den drei Pumpeneinstellungen erneut getestet.

Die Pumpendrehzahl der Kraken X52 hat bis zu einer gewissen Drosselung nur einen geringen Einfluss auf die Kühlleistung. Wird die Umdrehungsgeschwindigkeit aber zu weit gesenkt, verliert die Kühlung deutlich an Leistung. Das entspricht der Charakteristik, die auch beim Arctic Liquid Freezer und der Corsair H100i v2 vorliegen. Die Cryorig A40 Ultimate nutzt zwar die gleiche Pumpe, ist aber nicht zur Drosselung vorgesehen, weshalb auf diese Messreihe verzichtet werden musste.

Für die Kraken X52 ist der ideale Bereich für die Pumpendrehzahl bei knapp 70 Prozent Leistung. So arbeitet die Pumpe möglichst leise und der Anwender verliert nur geringfügig an Kühlleistung im Vergleich zur maximalen Drehzahl. Eine noch geringere Umdrehungsgeschwindigkeit ist nicht zu empfehlen, denn die Pumpe wird dadurch lauter und die Kühlleistung lässt deutlich nach.

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