Quartalszahlen: AMDs viertes Quartal mit Umsatzplus in den roten Zahlen

Volker Rißka 59 Kommentare
Quartalszahlen: AMDs viertes Quartal mit Umsatzplus in den roten Zahlen
Bild: AMD

Mit Spannung wurde am Abend das letzte Quartal des Jahres 2016 von AMD erwartet. Nach dem Kursfeuerwerk an der Börse erwarteten die Analysten aber dennoch Verluste bei leicht gestiegenem Umsatz, denn neue Produkte konnte AMD im letzten Quartal noch nicht liefern. Alles blickt bei AMD deshalb auf das Produkt der Zukunft: Zen.

Noch lebt AMD nur von Ankündigungen, doch 2017 wird das wichtigste der letzten Jahre für den Konzern, denn jetzt müssen sie liefern. Die Börse hatte viele Vorschusslorbeeren in Richtung AMD investiert, der Kurs stieg 2016 rasant auf zwischenzeitlich 12,42 US-Dollar. Mittlerweile ist er wieder um 15 Prozent gefallen und pendelt um die Marke von zehn US-Dollar, denn alles wartet nun gespannt auf Zen, der in vermutlich einem Monat sein Debüt im Desktop als Ryzen feiern soll.

Im vierten Quartal mussten es einmal mehr die bisherigen Produkte richten, dabei halten AMD zuletzt quasi nur noch die Geschäfte mit den Konsolenchips sowie die Grafiklösungen über Wasser. Doch diese Konsolenchips werden an Sony und Microsoft bereits im dritten Quartal verkauft, sodass sie ihre Konsolen im vierten verkaufen können, deshalb ging der Umsatz dort massiv zurück – mit nahezu 1:1-Einfluss auf den Gesamtumsatz bei AMD. Der Umsatz stieg dementsprechend gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 1,106 Milliarden US-Dollar an (14 Wochen in Q4/2016 im Vergleich zu 13 in Q4/2015), primär wurde die Umsatzsteigerung durch den Verkauf von mehr GPUs gefördert. Denn im Vergleich zum vorangegangen dritten Quartal gingen die Umsätze insgesamt um 15 Prozent zurück – dies entfällt nahezu komplett auf die Konsolenchips.

Unterm Strich verbuchte AMD noch einen Nettoverlust von 51 Millionen US-Dollar. Das ist deutlich weniger als alle letzten Quartale und auch im Vorjahr, aber nur die Semi-Custom-Sparte rund um die Konsolenchips macht aktuell überhaupt Gewinn. Das Geschäft mit Grafikkarten und Prozessoren macht mit nun 600 Millionen US-Dollar (+28 Prozent) wieder den meisten Umsatz, doch operativ fuhr es 21 Millionen US-Dollar Verlust ein. Im Gegenzug machte die Semi-Custom-Abteilung bei 506 Mio. Umsatz (+4 %) 47 Mio. US-Dollar Gewinn.

Der Ausblick für das erste Quartal ist verhalten. Wenngleich der Konzern eine Umsatzsteigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet, entspricht dies immer noch einem Rückgang von elf Prozent gegenüber dem aktuellen Quartal – und damit wieder ein Ergebnis knapp an der Milliardenmarke. Die Auslieferung des „strongest set of high-performance computing and graphics products in more than a decade.“, wie CEO Lisa Su die kommenden Produkte beschreibt, sollen sich erst später im Jahr positiv auswirken. Die Auslieferung von Ryzen beginnt erst im März, Naples und Vega folgen im zweiten Quartal des Jahres.