For Honor Benchmark : In Blue Bytes PC-Version liegt die Konkurrenz gleichauf

Ubisoft hat diverse bekannte und erfolgreiche Spieleserien im Angebot. Mit For Honor traut man sich hingegen an eine völlig neue Reihe, die in einem Fantasy-Szenario spielt und dort den Kampf von Rittern, Wikingern und Samurai gegeneinander zelebriert. Bei der Performance auf dem PC liegen AMD und Nvidia gleichauf.

For Honor für den PC sieht gut aus

For Honor wurde hausintern von Ubisoft Montreal für den PC, die Xbox One und die PlayStation 4 entwickelt. Als Technikgrundgerüst kommt eine überarbeitete AnvilNext-2.0-Engine zum Einsatz, die mit Assassin's Creed: Unity ihre Premiere gefeiert hat und auch in Rainbow Six: Siege genutzt wurde. Gegenüber den Konsolenversionen gibt es auf dem PC die üblichen Verbesserungen wie höhere Auflösungen und schönere Texturen, sonst aber keine weitreichenderen Änderungen.

PC-Version „Made in Germany“

Die PC-Version wurde von Blue Byte entwickelt. Das Resultat: For Honor sieht auf dem PC im Test sehr gut aus, ohne die für Portierungen oft typischen Probleme wie Grafikfehler oder extreme Leistungsanforderungen aufzuweisen.

Wie Ubisoft ComputerBase soeben informierte, wird Blue Byte anders als im Artikel zuvor behauptet, doch nicht ab sofort für jede PC-Umsetzung zuständig sein.

Presets, Anti-Aliasing und Co.

For Honor bietet vier verschiedene Grafik-Presets (Low, Medium, High und Extreme) an, mit denen ohne große Mühe die Qualität verringert und damit die Performance erhöht werden kann. Extreme entspricht dabei der vollen Qualität, zusätzliche Möglichkeiten der Grafikverbesserung gibt es nicht.

Wenn die Performance des eigenen Rechners nicht ausreicht, ist es zunächst jedoch ratsam, eine einzelne Option abzuschalten: Die dynamischen Reflexionen. Diese sorgen zum Beispiel auf Pfützen und größeren Wasserstellen dafür, dass diese die Umgebung spiegeln. Das sieht optisch durchaus imposant aus, kostet jedoch massiv Performance. Sowohl auf einer AMD- als auch einer Nvidia-Grafikkarte lässt sich die Geschwindigkeit je nach Level zwischen 20 bis 40 Prozent erhöhen.

For Honor hat eine gute Kantenglättung

For Honor bietet drei verschiedene Post-Processing-Kantenglättungsmodi an: FXAA, SMAA und TAA. FXAA sowie SMAA sollte man jedoch ausschließen. Denn beide Techniken kommen nicht mit einer temporalen Komponente daher, sodass die Vegetation teils stark flimmert. TAA bietet hingegen eine temporale Komponente, sodass das gesamte Bild geglättet wird. Und das durchaus effektiv. Es flimmern nur noch wenige Objekte und dies auch nur gering. Bei höheren Auflösungen als 1.920 × 1.080 behält das Bild bei TAA die volle Schärfe. Unabhängig von der Einstellung reduziert sich die Performance dabei so gut wie gar nicht.

Zwei verschiedene Optionen für die Umgebungsverdeckung

For Honor nimmt an Nvidias GameWorks-Programm teil und bietet HBAO+ als Umgebungsverdeckung. Darüber hinaus gibt es noch MHBAO, das vom Grafikmenü als qualitativ höherwertig angesehen wird, was sich bestätigt. Während HBAO+ ein deutlich schickeres Bild auf den Monitor zaubert als bei abgeschalteter Umgebungsverdeckung, verbessert MHBAO dieses zusätzlich, indem weitere Objekte bearbeitet und andere mehr und andere weniger „eingeschwärzt“ werden. Der Gesamteindruck fällt mit MHBAO am besten aus. Sowohl HBAO+ als auch MHBAO reduzieren die Performance nur um etwa fünf Prozent.

Abgesehen von HBAO+ hat aus Nvidias GameWorks-Programm auch die Screenshot-Technologie Ansel den Weg in For Honor gefunden.

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Sämtliche Testreihen wurden auf dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Einzig der Core i7-6700K wurde mit den Standard-Taktraten betrieben. Als Treiber waren der Crimson 17.2.1 beziehungsweise der GeForce 378.66 installiert. Beide Treiber sind für For Honor optimiert.

Die Testszene spielt auf der 2on2-Variante der Map „Forrest“, die die forderndste Karte im gesamten Spiel ist. Als Wetter wird eine Schneelandschaft genutzt, die nicht ganz so fordernd ist wie Nebel. Somit handelt es sich bei der Testszene nicht um ein Worst-Case-Szenario. Der Großteil von For Honor läuft dennoch flüssiger als die Testsequenz.

Zwei verschiedene Einstellungen für die Benchmarks

Sowohl in 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 wird für die Benchmarks das Extreme-Preset und damit die maximale Grafikqualität genutzt. In 3.840 × 2.160 sind dann die dynamischen Reflexionen abgeschaltet, da diese sehr viel Performance kosten.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Extreme-Preset
2.560 × 1.440 Extreme-Preset
3.840 × 2.160 Extreme-Preset, dynamische Reflexionen aus

Aufgrund von Problemen mit Ubisofts Uplay fällt die Anzahl der getesteten Grafikkarten geringer aus als geplant.

Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

In For Honor liegen die aktuellen AMD- und Nvidia-Grafikkarten auf ein und demselben Niveau. So ist die GeForce GTX 1060 in 1.920 × 1.080 drei Prozent schneller als die AMD Radeon RX 480 und in 2.560 × 1.440 sind es noch ein Prozent. Beide Grafikkarte sind für Full HD bei voller Grafikpracht ausreichend. In 2.560 × 1.440 wird die Framerate für den ein oder anderen jedoch etwas zäh werden – die Grafikoptionen lassen aber viel Tuning zu.

Mit Abstand am schnellsten Im Testfeld arbeitet die GeForce GTX 1070. Die Pascal-Grafikkarte kommt bei leicht reduzierten Details auch in 3.840 × 2.160 auf spielbare Werte und erreicht in 2.560 × 1.440 bei maximalen Details fast die 60-FPS-Marke.

Ein Modell der Mittelklasse der letzten Generation wie die Radeon R9 380 oder die nicht getestete GeForce GTX 960 reicht dagegen nur mit etwas Wohlwollen für die vollen Grafikdetails aus.

Speicherverbrauch

Der Speicherverbrauch von For Honor fällt moderat aus. Für die maximalen Texturdetails sind in Full HD 3.072 MB ausreichend und dasselbe gilt für 2.560 × 1.440. Mehr ist erst in 3.840 × 2.160 nötig und auch dann reicht eine Grafikkarte mit 4.096 MB Speicher noch aus. Die Texturen sehen in dem Spiel dennoch gut aus.

Frametimes

For Honor fühlt sich beim Spielen wunderbar flüssig, quasi wie aus einem Guss, an, solange die Framerate hoch genug ist. Und das bestätigen auch die mit FCAT gemessen Frametimes, die schon fast perfekt sind. Die Bezeichnung „perfekt“ ist auf der Nvidia GeForce GTX 1060 schon wörtlich zu nehmen, während die AMD Radeon RX 480 etwas „unrundere“ Frametimes hat. Dennoch fühlen sich die Grafikkarten beider Hersteller im Spiel selbst absolut identisch an.

Fazit

Ubisoft beziehungsweise Blue Byte haben bei der PC-Version von For Honor eine gute Arbeit geleistet. Das Spiel läuft fehlerfrei auf dem PC, größere Schwierigkeiten sind während der Testreihen nicht aufgetreten. Es gibt ein großes Optionsmenü mit vielschichtigen Einstellmöglichkeiten, was die Optik gut auf den eigenen PC anpassen lässt. Und, nicht zu vergessen, am Ende ist die Grafik von For Honor vor allem eins: richtig schick!

Offenbar ist viel Optimierungsarbeit in die PC-Version geflossen. Denn die Anforderungen an die Grafikkarte sind zwar hoch, was in Anbetracht der gelungenen Optik aber immer noch mehr als angemessen ist. Darüber hinaus funktionieren AMD- und Nvidia-Grafikkarten gleich gut in For Honor. Für die volle Pracht muss es also schon eine aktuelle Grafikkarte der Mittelklasse sein, mehr aber auch nicht. Das ist erst bei höheren Auflösungen als Full HD nötig oder es muss in die Grafikqualität eingegriffen werden.

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