Intel Denverton: Neue Atom-CPUs mit bis zu 16 Kernen in 14 nm

Volker Rißka 34 Kommentare
Intel Denverton: Neue Atom-CPUs mit bis zu 16 Kernen in 14 nm
Bild: Intel

Intels aktuelle Atom-C2000-Serie hat ein Problem, da tauchen passender Weise Leistungswerte des Nachfolgers C3000, Codename Denverton, auf. Mit zukünftig 2 bis 16 Kernen sind diese deutlich breiter aufgestellt als Avoton/Rangeley bisher und schließen so die Lücke vom Einstiegsbereich bis zum leistungsstarken Xeon D.

Einige Jahre Verspätung

Denverton – da war doch was!? Ursprünglich bereits im Jahre 2013 auf Roadmaps gezeigt, verzögerte sich das Projekt noch einmal deutlich länger als Broadwell-DE alias Xeon D. Hinter vorgehaltener Hand heißt es heute, dass die jetzt erscheinenden Prozessoren zwar noch Denverton heißen, mit dem 2013 geplanten Modell aber nicht mehr viel gemeinsam haben, sondern noch einmal gehörig aufgebessert wurden. Intel spürte in den letzten Jahren die erstarkende ARM-Konkurrenz und wollte sich gerade im Server-Bereich nicht das Wasser abgraben lassen, was dem Hersteller bisher auch gelungen ist: Im dritten Quartal des letzten Jahres entfielen 99,3 Prozent der Server-Auslieferungen auf die x86-Architektur.

Neue CPUs mit 2 bis 16 Kernen

Bereits zu Beginn des Jahres hatte Intel in die hauseigene Datenbank ARK das erste Modell auf Basis von Denverton aufgenommen, Details dazu aber nicht geliefert, Rückfragen von ComputerBase blieben bis heute unbeantwortet. Hinter dem Atom C3338 steckt der erste Denverton, der mit zwei Kernen bei bis zu 2,2 GHz Takt und einer TDP von 9 Watt den Einstieg für einen Preis von 27 US-Dollar markiert. Den zwei Kernen werden überraschend jedoch 4 MByte L2-Cache bereitgestellt, weshalb davon auszugehen ist, dass es sich eigentlich um einen größeren SoC mit mehr Kernen handelt, der auf zwei Kerne heruntergeschraubt wurde.

Rückhalt bekommt diese Vermutung durch Einträge in der Datenbank von SiSoft Sandra. Supermicro hat dort den Atom C3955 in einem Test hinterlegt, der 16 Kerne bei maximal 2,1 GHz zeigt. Die TDP-Klassifizierung für dieses Modell ist unklar, dürfte jedoch deutlich höher liegen als beim C3338 – 20 Watt und mehr werden vermutet. Der L2-Cache wird in dem Zusammenhang mit 8 × 2 MByte beschrieben.

Viel mehr Ausstattung und viel mehr Leistung

Zusammen mit Intels Datenbankeintrag lassen sich einige Details zur Plattform ablesen. Den kleinen Atom-CPUs können maximal 64 GByte DDR4-1866 an einem Single-Channel-Speicherinterface zur Seite gestellt werden, bei größeren Varianten sollen es bis zu 128 GByte inklusive ECC-Unterstützung im Dual-Channel-Modus sein, schreibt STH. Zehn SATA-Ports, vier integrierte LAN-Anschlüsse, zehn PCIe-3.0-Lanes und Support für die gängigen Intel-Instruktionen inklusive AES sollen der neuen C3000-Serie zu einem großen Leistungssprung gegenüber der bisherigen Modellserie verhelfen. Damit soll die Lücke zu Xeon D geschlossen werden, der im vergangen Jahr mit einer überraschend hohen Leistung überzeugen konnte und von Intel sogar künstlich eingebremst wurden. Unter anderem mit maximal 128 GByte RAM soll den kleineren regulären Xeon-Prozessoren keine Konkurrenz gemacht werden.

Atom C2558 vs. Atom C3558
Atom C2558 vs. Atom C3558 (Bild: STH)
Intel Atom C3558
Intel Atom C3558 (Bild: STH)

Ein Ersteindruck von zugespielten Testergebnissen zeigen laut STH einen Atom C3558, der die Aussagen untermauert. In AES-Tests sind die Zugewinne erwartungsgemäß sehr groß, in vielfältigen anderen Tests ordnet sich das Modell hinter dem Xeon D ein. Wann die größeren Varianten erscheinen, ist unklar, da sich Intel bisher nicht geäußert hat. Das kleinste Modell gilt bereits als vorgestellt, in Endprodukten ist es bisher aber noch nicht zu finden.