iPhone 8: Gesichtsscanner statt Touch ID für das rahmenlose iPhone

Tobias Reuter 65 Kommentare
iPhone 8: Gesichtsscanner statt Touch ID für das rahmenlose iPhone

Apple soll für das iPhone 8 laut des JPMorgan-Analysten Rod Hall einen frontseitigen 3D-Laserscanner planen, der das Gerät via Gesichtserkennung entsperrt. Der Login via Touch ID sei mangels Fingerabdrucksensor dagegen nicht mehr möglich. Der Homebutton falle zugunsten einer Touch-Bar-ähnlichen Leiste weg.

3D-Laserscanner soll Fingerabdrucksensor ersetzen

Da das OLED-Display des iPhone 8 höchstwahrscheinlich die gesamte Frontpartie des Smartphones einnimmt, bleibt für den Homebutton und dessen integrierte Fingerabdruck-Funktion kein Platz mehr. Frühere Berichte gingen davon aus, dass Apple Touch ID beim iPhone 8 trotzdem verbaue und auf das Display verlege. Rod Hall berichtet allerdings von einem kompletten Wegfall des Features.

Stattdessen soll ein neuentwickelter 3D-Laserscanner den Login per Gesichtserkennung übernehmen. Apple profitiere davon nicht nur durch die Einsparung des Homebuttons. Zusätzlich vereinfache sich der Prozess des Logins, da der Finger auf keinen bestimmten Bereichs des Geräts mehr gelegt werden muss und Handschuhe sowie feuchte Hände den Laser nicht stören.

Der Umstieg auf die Authentifizierung via Laser könne zudem zu einer höheren Verbreitung von Apple Pay führen, da die Technologie eine potenziell höhere Sicherheit biete als ein Fingerabdruck.

Lasertechnologie ermöglicht Augmented-Reality-Funktionen

Der 3D-Laser beherrsche auch andere Einsatzgebiete als die Gesichtserkennung. Hall spricht von Augmented-Reality-Features, die die Hand des Nutzers oder andere Objekte scannen und in Anwendungen einbauen. Der Analyst erwartet außerdem eine API für Entwickler, durch die etwa Onlineshops die Schuhgröße des Bestellers via Laser messen können.

Anwender müssen sich aber voraussichtlich noch gedulden, bis sie die Augmented-Reality-Funktionen nutzen können. Frühestens 2018 sei mit einem Marktstart zu rechnen, so Hall.

Höhere Produktionskosten für iPhone 8 erwartet

Der Scanner koste Apple zwischen 10 und 15 US-Dollar pro iPhone, was die durch das OLED-Display, die Glasrückseite, Wireless Charging und einen leistungsstärkeren Akku ohnehin gestiegenen Produktionskosten abermals erhöhe. Jüngste Gerüchte nennen einen iPhone-8-Endverbraucherpreis von über 1.000 US-Dollar.

Es sei noch nicht sicher, ob der 3D-Laser dem Top-Modell der diesjährigen iPhone-Generation vorbehalten bleibt oder Apple auch das iPhone 7S und 7S Plus damit ausrüsten wird. Apples vergleichsweise hohe Modul-Bestellmengen sollen theoretisch den Einsatz bei allen drei 2017er-iPhone-Modellen ermöglichen.

Mögliche Displayeinteilung des iPhone 8
Mögliche Displayeinteilung des iPhone 8 (Bild: 9to5mac.com)

iPhone 8 könnte Touch-Bar-ähnliche Leiste bieten

Auch der in Apple-Angelegenheiten meist gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo sprach vor wenigen Tagen über einen Wechsel von Touch ID zu einer anderen biometrischen Login-Methode. Apple setze beim iPhone 8 zudem auf eine Function Area am unteren Bereich des 5,8-Zoll-Displays, die der Touch Bar des aktuellen MacBook Pro ähnele. Die Fläche des normal nutzbaren Displays betrage 5,15 Zoll, der restliche Bereich sei für die Funktionsleiste reserviert.

Welche Features die Leiste bieten wird, ist nicht bekannt. Zu rechnen sei mit virtuellen Buttons, die sich an die jeweils geöffnete App anpassen und anwendungsspezifische Funktionen ermöglichen.