Twitch: Direkter Spielevertrieb und Provision für Streamer

Jan Lehmann 59 Kommentare
Twitch: Direkter Spielevertrieb und Provision für Streamer
Bild: Twitch

Twitch will zum zentralen Anlaufpunkt im Videospielsegment werden und wird ab Frühling 2017 Computerspiele direkt vertreiben. Neben so genannten Twitch-Truhen für den Käufer erhält der vorführende Streamer Provision auf generierte Käufe in seinem Kanal.

Streamer erhalten fünf Prozent Provision

Im Zuge des erweiterten Geschäftsmodells wird unterhalb des Stream-Bildschirms eine Kauffläche eingefügt. Der Finanzleiter von Twitch, Matt McCloskey, sieht hier drin eine dreiseitige Komponente zwischen Entwickler, Streamer und Community. Der bereitstellende Publisher erhält 70 Prozent aus dem Verkaufserlös. Dem gegenüber steht Twitch, die als Plattform 25 Prozent verdienen. Streamer, die über ihren Kanal Käufe generieren, erhalten fünf Prozent Provision. Um eigene Einnahmen zu erhalten, konnten Streamer bislang lediglich auf Affiliate-Links zu Online-Shops zurückgreifen. Mit so genannten Twitch-Truhen soll zudem auch der Käufer belohnt werden. Die Truhen enthalten besondere Twitch-Goodies wie beispielsweise Chat-Abzeichen, Emotes oder Bits für Cheering.

Eigener Launcher und überschaubares Angebot

Zur Markteinführung im Frühling soll bereits eine „Vielzahl an Videospielen“ verfügbar sein. Jedoch nennt Twitch keine konkreten Titel und verkündigt lediglich, dass sowohl Indie- als auch Triple-A-Titel der Publisher Ubisoft, Telltale Games, Digital Extremes, Hi-Rez Studios, tinyBuild, Paradox Interactive, Trion Worlds und Vlambeer vertreten sein sollen. Nutzer laden und spielen das Spiel über den Twitch Launcher oder über die entsprechenden Publisher-Plattformen.

Der Spieleverkauf über Twitch wird vorerst in der englischen Sprachversion und mit Preiskennzeichnung in US-Dollar erfolgen. Ob sich jene lediglich auf die Verkaufsplattform oder auch auf die Sprachversion des jeweiligen Spiels bezieht, ist derweil unklar und wurde von ComputerBase, bislang ohne Beantwortung, nachgefragt. Eine deutsche Version sei jedoch geplant.

Eine Befürchtung die bereits zur Übernahme im Raum stand

Die Streaming-Plattform Twitch wurde im August 2014 nach zahlreichen Gerüchten zum Preis von 970 Millionen US-Dollar durch Amazon aufgekauft. Kurz nach der Übernahme äußerte sich Twitchs Geschäftsführer Emmett Shear zuversichtlich und sah keine Gefährdung, dass aus dem Streaming-Dienst ein Online-Shop für Spiele werden könne. Shear führte weiter aus: „Das ist das Letzte, was ich möchte. Und ich denke, es ist auch das letzte, das Amazon will.“