NAND-Flash: Speicherknappheit und Umsätze am Höhepunkt

Michael Günsch 33 Kommentare
NAND-Flash: Speicherknappheit und Umsätze am Höhepunkt

Laut TrendForce war die Knappheit bei Flash-Speicher im vierten Quartal 2016 am höchsten. Die Preissteigerungen führten den Umsatz nach dem starken dritten Quartal nochmals in neue Höhen. Alle Hersteller konnten den Überschuss deutlich steigern. Besonders groß fiel die Zunahme bei Micron und Intel aus.

Speicherknappheit treibt Preise und Umsatz

NAND-Flash ist gefragt wie nie. Zu der hohen Nachfrage gesellt sich eine Beschränkung der Produktionskapazitäten durch die anhaltende Umstellung auf die 3D-NAND-Fertigung. Diese Situation lässt die Preise für NAND-Flash und darauf basierende Produkte wie SSDs steigen. Höhere Verkaufspreise machen sich wiederum positiv beim Umsatz der Hersteller von NAND-Flash bemerkbar. Insgesamt wuchs der Umsatz der Branche gegenüber dem dritten Quartal 2016 laut der Studie von TrendForce um 17,8 Prozent auf mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

Weiter steigende Preise im ersten Quartal

Auch für das laufende Quartal ist keine Entspannung in Sicht. Laut Marktforscher Sean Yang werden die Vertragspreise für NAND-Flash-Produkte im ersten Quartal 2017 weiter steigen. Als Ursache werden abermals Engpässe durch die 3D-NAND-Migration angeführt. Bei den Herstellern seien durch die gegenüber dem vierten Quartal in der Regel geringeren Verkäufe keine großen Umsatzsteigerungen zu erwarten. Dennoch erwartet Yang, dass die Umsätze im Jahresverlauf Quartal für Quartal wachsen.

NAND-Flash-Hersteller: Umsatz und Marktanteil in Q4 2016
Hersteller/Marke Umsatz* Q4 2016 ∆ zu Q3 2016 Marktanteil Q4 2016 Marktanteil Q3 2016
Samsung 4.474 +19,5 % 37,1 % 36,6 %
Toshiba 2.200 +8,5 % 18,3 % 19,8 %
Western Digital (SanDisk) 2.127 +22,0 % 17,7 % 17,1 %
Micron 1.272 +26,9 % 10,6 % 9,8 %
SK Hynix 1.157 +9,0 % 9,6 % 10,4 %
Intel 816 +25,7 % 6,8 % 6,3 %
Gesamt 12.046 +17,8 %
*in Millionen US-Dollar, gerundet
Quelle: DRAMeXchange

Samsung behauptet Dominanz

Mit einer Umsatzsteigerung von fast 20 Prozent bleibt Samsungs Marktführerschaft auch im vierten Quartal unangefochten. Der Marktanteil nach Umsatz wird auf 37,1 Prozent beziffert. Bei Samsung macht 3D-NAND bereits einen Großteil der Produktion aus. Dennoch sei die Umstellung der Line 16 noch nicht abgeschlossen und die Line 17 sowie das neue Werk in Pyeongtaek werden voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr einen signifikanten Beitrag zur 3D-NAND-Produktion leisten.

Toshiba und Western Digital

Toshiba und Western Digital kooperieren bei der Entwicklung und Herstellung von NAND-Flash. Western Digital ist erst durch die Übernahme von SanDisk zu einem „Big Player“ in diesem Segment geworden. Beide Unternehmen verzeichneten im vierten Quartal Zuwachs beim Umsatz und planen im zweiten Halbjahr 2017 die breite Serienfertigung des 3D-NAND mit 64 Layern (BiCS3). Bis zum Jahresende soll der bisher geringe Anteil von 3D-NAND an der eigenen Produktion auf über 50 Prozent steigen.

Derweil steht Toshibas Speichergeschäft zum Verkauf. Das Unternehmen benötigt dringend Geld, um Milliardenverluste anderer Sparten auszugleichen. Zuletzt wurde auch Foxconn als Interessent gehandelt. Neue Gerüchte sprechen von einem gemeinsamen Gebot von Foxconn und TSMC.

Micron und Intel legen am stärksten zu

Mit einem Umsatzplus von 26,9 Prozent (Micron) und 25,7 Prozent (Intel) legen die als IM Flash Technologies (IMFT) kooperierenden Hersteller am stärksten zu. Micron hatte im dritten Quartal im globalen Ranking einen Platz verloren, rangiert nun aber wieder an vierter Stelle und kann SK Hynix hinter sich lassen. Intel ist laut der Statistik der kleinste Hersteller von NAND-Flash nach Umsatz.

Nach Samsung ist Micron der einzige Hersteller, bei dem 3D-NAND bereits über die Hälfte der Produktion ausmacht. Genau wie Toshiba will Micron im zweiten Halbjahr 2017 64-Layer-3D-NAND in Serie fertigen. Unter anderem hatte Micron das „kleinste 256-Gbit-Die der Welt“ angekündigt, das entsprechend Kostenvorteile bietet. Ohnehin legen Intel und Micron den Fokus beim 3D-NAND auf Kostensenkung, liegen dafür bisher bei der Leistung deutlich hinter Samsung zurück.

SK Hynix: Verkaufspreise stiegen um 14 Prozent

Mit einem Umsatzplus von neun Prozent legte SK Hynix nicht ganz so stark zu und musste Micron im Ranking vorbeiziehen lassen. Der Marktanteil sank wieder unter zehn Prozent. Trotz leichtem Rückgang beim Absatz sorgten 14 Prozent höhere durchschnittliche Verkaufspreise (ASP) für mehr Umsatz.

Beim 3D-NAND will der Hersteller wie die Mitbewerber ebenfalls im zweiten Halbjahr mit einer neuen Generation aufholen: 72 Layer und bis zu 512 Gigabit pro Die sind mit dem 3D-NAND V4 geplant. Momentan mache 3D-NAND lediglich etwa zehn Prozent am Ausstoß aus, bis zum Jahresende sollen es wie bei Toshiba und Western Digital über 50 Prozent sein.