NAND-Flash : Knappheit gut für Hersteller, schlecht für SSD-Preise

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NAND-Flash: Knappheit gut für Hersteller, schlecht für SSD-Preise

Die anhaltend hohe Nachfrage nach NAND-Flash übersteigt das Angebot. Auch durch den Umstieg von der 2D- auf die 3D-NAND-Fertigung ist der Speicher knapp und teurer geworden. Die Speicherhersteller freuen sich entsprechend über höhere Umsätze. Beim Endprodukt SSD drohen Preissteigerungen.

Die TrendForce-Tochter DRAMeXchange hat Zahlen zum globalen NAND-Flash-Markt für das abgelaufene dritte Quartal vorgelegt. Laut der Studie stieg der Gesamtumsatz gegenüber dem zweiten Quartal um fast 20 Prozent auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Alle Hersteller konnten ein Umsatzplus im zweistelligen Prozentbereich verbuchen. Hohe Nachfrage, vor allem von Seiten der Smartphone-Industrie, sowie eine durch die Umstellung auf 3D-NAND bedingte Verknappung der Fertigungskapazitäten gelten auch im dritten Quartal als Hauptursache für steigende Speicherpreise. Hersteller profitieren von höheren Margen.

Hersteller/Marke Umsatz* Q3 2016 ∆ zu Q2 2016 Marktanteil Q3 2016 Marktanteil Q2 2016
Samsung 3.745 +20,6 % 36,6 % 36,3 %
Toshiba 2.027 +17,7 % 19,8 % 20,1 %
Western Digital (SanDisk) 1.744 +26,7 % 17,1 % 16,1 %
SK Hynix 1.061 +20,3 % 10,4 % 10,3 %
Micron 1.002 +10,4 % 9,8 % 10,6 %
Intel 649 +17,1 % 6,3 % 6,5 %
Gesamt 10.227 +19,6 %
*in Millionen US-Dollar, gerundet
Quelle: DRAMeXchange

SK Hynix überholt Micron

Bei den einzelnen Herstellern ist Samsung nach wie vor führend. Zählt man den Umsatz von Toshiba und Western Digital zusammen, beide kooperieren in verschiedenen Flash Ventures, liegen sie mit Samsung auf Augenhöhe. Erst durch die Übernahme von SanDisk wurde Western Digital zum großen NAND-Flash-Anbieter. An der vierten Position in der Rangliste nach Umsatz rangiert nun SK Hynix. Schon im zweiten Quartal konnte der südkoreanische Hersteller Micron fast einholen und jetzt knapp hinter sich lassen. Micron fertigt den NAND-Flash in Kooperation mit Intel als Joint-Venture IM Flash Technologies. Rechnet man den Umsatz von Intel und Micron zusammen, ist IMFT der drittgrößte Hersteller nach Samsung und Toshiba/Western Digital.

Flash soll im 4. Quartal noch teurer werden

Für das laufende vierte Quartal erwartet DRAMeXchange ein weiteres Anziehen der Vertragspreise für NAND-Flash. Laut Forschungsleiter Sean Yang ist im bei Endgeräten absatzstärksten Kalenderviertel mit einer noch stärkeren Nachfrage zu rechnen. Den Flash-Anbietern prophezeit Yang daher die höchsten Umsätze und Margen im Jahresverlauf 2016.

Auch SSDs werden teurer

Am Mittwoch hatte TrendForce in einer weiteren Meldung über steigende Preise bei Client-SSDs berichtet. Gemeint sind Client-SSDs für den PC-OEM-Markt, was somit nicht zwingend für Produkte im Endkundenhandel gelten muss. Gegenüber dem dritten Quartal prognostizieren die Marktforscher eine Preissteigerung von 6 bis 10 Prozent für SSDs mit MLC-NAND. Die durchschnittlichen Vertragspreise für Client-SSDs mit TLC-NAND würden voraussichtlich um 6 bis 9 Prozent anziehen. Auch für das erste Quartal 2017 erwartet TrendForce steigende Preise, da die meisten Hersteller (bis auf Samsung) weiter mit „Komplikationen“ bei der Umstellung auf 3D-NAND zu kämpfen hätten.