Quartalszahlen: Micron steigert Umsatz um 58 Prozent

Michael Günsch 15 Kommentare
Quartalszahlen: Micron steigert Umsatz um 58 Prozent
Bild: Intel

Die Speicherbranche boomt und verdient. Durch die anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitig knappen Produktionskapazitäten können höhere Preise verlangt werden. Dies macht sich auch bei Micron in einem deutlichen Plus bei Umsatz und Gewinn bemerkbar.

Fast 60 Prozent mehr Umsatz

Am Abend hat Micron die Geschäftszahlen für das abgelaufene zweite Quartal des Fiskaljahres 2017 vorgelegt. Mit 4,648 Milliarden US-Dollar ist der Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um stolze 58 Prozent gewachsen. Musste Micron vor einem Jahr mit einem Minus von 97 Millionen US-Dollar noch einen Verlust ausweisen, konnte nun ein Nettogewinn von 894 Millionen US-Dollar verbucht werden. Der Rohertrag (Gross Margin) stieg von 19,7 auf 25,5 Prozent.

DRAM

Mit einem Anteil von 64 Prozent am Umsatz bleibt DRAM das größte Standbein von Micron. Für wachsende Einnahmen sorgten die höheren durchschnittlichen Verkaufspreise, die um 21 Prozent zugelegt haben sollen. Begünstigt wurde das Wachstum durch steigende Speicherpreise sowie Kostensenkungen in der Produktion, was die Margen entsprechen steigen ließ. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres soll der neue DRAM-Prozess 1Xnm (18nm) einen „bedeutsamen Ausstoß“ erreichen. Hier soll an den Erfolg mit der 20nm-Generation angeknüpft werden.

NAND-Flash

Die Storage-Sparte mit NAND-Flash leistete einen Beitrag von 30 Prozent am Umsatz. Micron verkauft den unter anderem in Smartphones, SSDs und Speicherkarten eingesetzten nichtflüchtigen Speicher, setzt diesen aber auch in eigenen Produkten ein. Mit rund 40 Prozent Anteil am NAND-Flash-Absatz sei der Consumer-Bereich rund um Speicherkarten und USB-Laufwerke am größten, gefolgt von SSDs im mittleren 20-Prozentbereich. NAND-Flash für Mobilgeräte wie Smartphones habe etwa 20 Prozent ausgemacht.

Vor allem der zunehmende Anteil der „kosteneffizienten“ TLC-3D-NAND-Generation am NAND-Ausstoß führte zu höherem Umsatz und steigenden Margen. Bis zum Ende des Fiskaljahres soll 3D-NAND einen Anteil von 75 Prozent der NAND-Flash-Produktion ausmachen und bis dahin soll auch die zweite Generation mit 64 Zellschichten (Layer) in Serie gefertigt werden. Hier hatte Micron im Vorfeld das branchenweit kleinste 256-Gigabit-Die angekündigt, das entsprechend die Kosten für 3D-NAND weiter senken soll. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet Micron, dass 3D-NAND bereits 90 Prozent der eigenen Produktion ausmachen wird.

3D XPoint

Im laufenden Fiskaljahr soll auch die neue Speichertechnik 3D XPoint, die aufgrund ihrer Eigenschaften sowohl für Storage-Produkte als auch Arbeitsspeicher verwendet werden kann, einen Beitrag zum Umsatz leisten. Während die SSDs der Reihe QuantX von Micron noch auf sich warten lassen, hat Partner Intel mit der Optane DC P4800X bereits eine Enterprise-SSD mit 3D XPoint vorgestellt.

Der Ausblick ist rosig

Für das laufende dritte Quartal des Geschäftsjahres 2017 erwartet Micron einen nochmals steigenden Umsatz, der im Bereich zwischen 5,2 bis 5,6 Milliarden US-Dollar liegen soll. Die Bruttomarge soll 44 bis 48 Prozent betragen und das operative Einkommen bei 1,8 bis 2 Milliarden US-Dollar liegen. Pro Aktie wird ein Überschuss von 1,43 bis 1,57 US-Dollar erwartet.

Das durchweg positive Quartalsergebnis in Kombination mit einer ebenso positiven Prognose für das nächste Quartal sorgten an der Börse für Schwung: Im nachbörslichen Handel legte die Micron-Aktie zwischenzeitlich um zehn Prozent zu.