Workflow: Apple übernimmt Automatisierungs-Tool

Tobias Reuter 3 Kommentare
Workflow: Apple übernimmt Automatisierungs-Tool

Apple hat den Kauf des iOS-Automatisierungswerkzeugs Workflow gegenüber TechCrunch bestätigt. Die Entwickler der App werden ebenfalls zum iPhone-Konzern wechseln. Workflow bleibt bis auf Weiteres im App Store und ist seit der Übernahme gratis erhältlich.

Automatisierung ganzer Ketten von Aktionen

Die App kümmert sich, ähnlich wie Automator in macOS, um die zeitsparende Automatisierung beliebiger Aufgaben, für die normalerweise mehrere einzelne Schritte notwendig sind. Workflow kann beispielsweise in einem Rutsch PDFs von Websites oder anderen Inhalten beliebiger Apps erstellen, indem der Nutzer das Workflow-Icon im Extension-Menü von iOS antippt. Auch 1-Klick-Aktionen wie „Sende eine Nachricht mit dem letzten aufgenommenen Screenshot“ oder „Finde das nächstgelegene Restaurant“ sind möglich.

Anwender wählen entweder vorgefertigte Automatisierungen aus der App-eigenen Galerie aus oder erstellen eigene Arbeitsabläufe. Die gespeicherten Workflows sind sowohl über die Anwendung, das iOS-Extension-Menü als auch via Widget verfügbar.

Apple bietet Workflow mittlerweile kostenlos an. Zuvor betrug der Preis 2,99 Euro.

Apple lobt Workflow für VoiceOver-Implementierung

In einem für den Konzern ungewöhnlichen Schritt äußerte sich Apple bereits gegenüber TechCrunch zur Übernahme. Statt des sonst bei ähnlichen Deals verwendeten Standardkommentars „Wir kaufen kleinere Technologieunternehmen von Zeit zu Zeit“ geht der iPhone-Hersteller explizit auf die Features der Anwendung ein: „Die Workflow-App hat den Apple-Design-Award 2015 wegen der hervorragenden Nutzung der iOS-Bedienungshilfen-Funktionen bekommen. Hervorzuheben ist die sehr gute Implementierung für VoiceOver, was die App auch für blinde oder schlecht sehende Anwender nutzbar und gut erreichbar macht.

Es gibt keine Angaben darüber, wie hoch die Übernahmesumme ist. Das ebenfalls nach Cupertino übersiedelnde Workflow-Entwicklerteam besteht aus Ari Weinstein, Conrad Kramer, Ayaka Nonaka und Nick Frey.

Der Workflow-Deal signalisiert Apples anhaltendes Interesse an Automatisierungs-Tools. Nach der Entlassung von Sal Soghoian, Apples ehemaligem Product Manager of Automation Technologies, gab es zunächst Spekulationen, wonach Apple dem Bereich Automatisierung nicht mehr allzu viel Aufmerksamkeit widme.