Patchday Juni 2017: Ausnahme-Updates für Windows XP und Vista

Jan-Frederik Timm 62 Kommentare
Patchday Juni 2017: Ausnahme-Updates für Windows XP und Vista

Der Patchday Juni 2017 bringt für das seit drei Jahren nicht mehr unterstützte Windows XP zum zweiten Mal trotzdem Sicherheitsupdates mit, für Windows Vista gibt es die erste Ausnahme drei Monate nach dessen Aus. Hintergrund sind gravierende Sicherheitslücken, die auch auf staatlicher Ebene genutzt worden sein sollen.

Nicht alle Patches sind neu

Nicht alle der am Dienstagabend verteilten Updates sind neu, einige wurden zuvor bereits für noch unterstützte Betriebssysteme oder im Rahmen der von Unternehmen und Behörden kostenpflichtig verlängerten Versorgung von Windows XP verteilt. Mit dem Patchday für Juni 2017 werden diese Updates jetzt aber allen Anwendern zur Verfügung gestellt; vorausgesetzt, Windows XP verfügt in 32 Bit über das Service Pack 3 respektive in 64 Bit über das Service Pack 2.

Reaktion auf den NSA-Werkzeugkasten

Die von Microsoft mit dem Update geschlossenen Sicherheitslücken sollen in der Vergangenheit bereits auf staatlicher Ebene genutzt und auf diesem Weg auch veröffentlicht worden sein. Microsoft stellt die Verbindung zwar nicht offiziell her, es dürfte sich aber um eine Reaktion des Konzerns auf die „Mutter aller Leaks“ aus dem April 2017 handeln – damals waren von der NSA genutzte Tools zum Ausnutzen bisher unbekannter Sicherheitslücken an die Öffentlichkeit geraten.

Windows XP und Vista sind „End of Life“

Seit dem Ende von Windows XP im April 2014 veröffentlicht Microsoft Sicherheitsupdates eigentlich nur noch für zahlende Unternehmen und Behörden, die einen Migrationsplan auf ein noch unterstütztes Betriebssystem aufweisen können. Die einzige Ausnahme war bis dato die Freigabe eines Patches für den Internet Explorer im Mai 2014. Für Windows Vista stellt Microsoft seit April 2017 keine Updates mehr bereit.

Microsoft stellt fest, dass die jetzt erfolgte Freigabe von Updates keine Abkehr von der bisher verfolgten Politik darstelle, die besagt: Betriebssysteme, die nicht mehr unterstützt werden, erhalten keine Updates mehr. Anwendern wird weiterhin geraten, auf ein aktuelleres Betriebssystem zu wechseln, auf denen viele der Lücken in der Vergangenheit schon geschlossen worden sind. Unter den Lesern von ComputerBase nutzen aktuell noch 0,46 Prozent Windows XP und 0,19 Prozent Windows Vista.