Core X: Probleme mit Speicher und Leistung erinnern an Ryzen

Jan-Frederik Timm et al. 75 Kommentare
Core X: Probleme mit Speicher und Leistung erinnern an Ryzen

Zum Start von Core X am 19. Juni noch mit wenig Hardware ausgestattet, hat ComputerBase inzwischen ausführlichere Tests mit Intels neuer Plattform durchgeführt. Die im Test des Core i9-7900X beobachteten Probleme haben sich dabei bestätigt: Die X299-Plattform krankt aktuell noch in Bezug auf Speicher und Leistung.

Während die Z270-Plattform für Kaby Lake im Januar 2017 einen fehlerfreien Start hinlegen konnte, halten Probleme bei X299 auch drei Wochen nach Start der Plattform noch an. Sie erinnern in den Punkten Speicher und Leistung an die Probleme zum Start von AMD Ryzen im März 2017. Nur bei der Zeit, die Mainboards zum Booten benötigen, ist Intel schon jetzt auf dem gewohnten Niveau unterwegs; Platinen für Ryzen benötigten zu Anfang mitunter deutlich über eine halbe Minute bis zum Laden des Betriebssystems.

Probleme mit Speicher bei hohem Takt und niedrigen Timings

Sowohl Kaby Lake-X als auch Skylake-X sind für X299 mit bis zu DDR4-2666 spezifiziert. In Zusammenarbeit mit dem Quad-Channel-Interface von Skylake-X hat es in der Redaktion aber immer wieder Konfigurationen gegeben, die im DDR4-2666-Modus mit Timings von 16-16-16-1T einfach nicht starten wollten. Das Problem konnte letztendlich auf die Command Rate zurück geführt werden.

Im Gegensatz zu Skylake und Kaby Lake machen allerdings auch Taktraten, die über die offizielle Norm hinaus gehen, derzeit noch Probleme. Benchmarks mit DDR4-3200 bei Timings von 16-16-16-2T führen auf verschiedenen Mainboards in vielen Speicher-Konfigurationen oft nur zu einem schwarzen Bildschirm – selbst Module gleichen Typs können zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Quote der positiven Versuche steigt mit DDR4-3200 bei 17-17-17-2T, aber selbst dann kooperiert nicht jeder Speicher, der es eigentlich sollte, mit X299. Als größter gemeinsamer Nenner hat sich bisher DDR4-2800 bei moderaten Timings herausgestellt.

Probleme mit dem Speicher bei Ryzen hatten AMD schon kurz nach dem Start der Plattform dazu veranlasst, für Anfang Mai weitreichende Anpassungen am BIOS anzukündigen. Das Update auf AGESA 1.0.0.6 wurde letztendlich Ende Mai an die Hersteller von Mainboards ausgeliefert.

Leistung in Spielen variiert mit dem Mainboard

Auch ein weiteres Problem der neuen Core-X-Plattform erinnert an die Anfangszeiten von Ryzen: Insbesondere die Leistung in Spielen variiert von Mainboard zu Mainboard teilweise stark. Ohne die dafür verwendeten Platinen im Details zu nennen, konnten in einzelnen Titeln zusammen mit Skylake-X Unterschiede von bis zu 15 Prozent beobachtet werden, die nachweislich nicht auf andere Taktraten oder Timings von CPU und Speicher zurückzuführen waren. Es waren in beiden Fällen die zum Ende der letzten Woche neuesten BIOS-Versionen aufgespielt.

Der in diesem Fall von der geringeren Leistung betroffene Hersteller hat ComputerBase zum Wochenende ein neues Update zur Verfügung gestellt, getestet werden konnte es zur Stunde noch nicht.

Zur Leistung von Core X i7-7800X und i9-7900X in Spielen wird ComputerBase noch am Montag einen ausführlichen Vergleichstest mit den jeweiligen Vorgängern, Kaby Lake-X, Kaby Lake und Ryzen veröffentlichen.