iPhone X und 8 (Plus): iOS 11 Golden Master verrät Namen und Spezifikationen

Jan-Frederik Timm 192 Kommentare
iPhone X und 8 (Plus): iOS 11 Golden Master verrät Namen und Spezifikationen
Bild: 9to5Mac

Zum Wochenende ist nach zehn Beta-Versionen für Entwickler das Golden Master von iOS 11 über Umwege ins Netz gelangt. Apple selbst veröffentlicht die finale Version in der Regel erst nach der Vorstellung neuer iPhones. Mit gutem Grund: Die finale Version von iOS 11 bestätigt viele Details zu iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X.

Die neuen iPhones heißen iPhone X, 8 und 8 Plus

Das fängt bereits bei den Namen der drei Modelle für das Jahr 2017 an, die bis zuletzt ein Geheimnis gewesen sind. Dem Code ist allerdings zu entnehmen, dass die Neuauflagen von iPhone 7 und iPhone 7 Plus (Test) nicht als s-Version, sondern als iPhone 8 und iPhone 8 Plus auf den Markt kommen und das Jubiläumsmodell mit formatfüllendem OLED-Display nicht iPhone 8 oder iPhone Edition, sondern iPhone X heißen wird. Aber Entwickler haben iOS 11 noch viele weitere Informationen zu den neuen iPhones entlockt.

2 oder 3 GB RAM wie beim iPhone 7 (Plus)

So wird das kleinere iPhone 8 mit 4,7 Zoll großem Display wie der Vorgänger 2 GB Speicher einsetzen, während das iPhone 8 Plus mit 5,5 Zoll erneut 3 GB aufweisen wird – genau so viel wie das Modell iPhone X.

Das iPhone X soll ein OLED-Display mit Apples True-Tone-Technologie wie die aktuellen iPad Pro mit 12,9, 10,5 und 9,7 Zoll erhalten. Die Auflösung soll bei 1.125 × 2.436 Pixeln liegen (iPhone 7 Plus: 1.080 × 1.920 Pixel).

Apple A11 Fusion mit sechs Kernen

Alle drei neuen iPhone werden auf das SoC Apple A11 Fusion setzen, der Apples im Jahr 2016 vollzogenen Strategiewechsel auf die nächste Stufe hebt: Denn der A10 Fusion war mit vier Kernen das erste Multi-Core-SoC mit einer Art Big-Little-Aufbau für das iPhone von Apple, der A11 Fusion soll jetzt wiederum bereits auf sechs Kerne setzen. Das neue SoC soll neben zwei Kernen mit hoher Leistung („Monsoon“) vier Kerne mit niedrigerer Leistung und gleichzeitig deutlich niedrigerem Verbrauch („Mistral“) einsetzen, der Apple A10 Fusion bot von beiden Klassen jeweils zwei. Der Apple A10X Fusion in den aktuellen iPad Pro bietet drei schnelle und drei effiziente Kerne.

Bestätigungen zur Anzahl der Kameras jedes neuen Modells hat iOS 11 bisher zwar nicht offenbart, wohl aber die Information, dass Videos in Ultra HD von der Hauptkamera auf allen neuen Modellen jetzt mit 60 FPS und Videos in Full HD mit 240 FPS (bisher 240 FPS bei 720p) aufgenommen werden können. Der auf iPhones mit Dual-Kamera verfügbare Porträtmodus (Test) soll darüber hinaus um eine neue Software-Funktion erweitert werden. Mit „Portrait Lighting“ soll sich der per Software weich gezeichnete Hintergrund hinter dem scharfgestellten Objekt umfangreich in der Beleuchtung anpassen passen.

So wird Face ID eingerichtet

Abschließend bestätigt wird durch das inoffiziell verbreitete Golden Master von iOS 11 auch der Wechsel vom Fingerabdruckscanner Touch ID auf den Gesichtsscanner Face ID beim iPhone X ohne Homebutton. Damit der Anwender nicht aus Versehen Zahlungen mit seinem biometrischen Gesichtsabdruck autorisiert, wird er in Zukunft zusätzlich einen Doppelklick auf den An-Aus-Schalter ausführen müssen – der soll auch aus diesem Grund beim iPhone X größer ausfallen als bisher.

Zu entnehmen ist iOS 11 auch der Prozess, mit dem Anwender auf dem iPhone X und offensichtlich auch auf dem iPhone 8 (Plus) ihr Gesicht einlesen lassen. Die Funktion könnte auf dem iPhone mit Touch ID alternativ zur Verfügung stehen und nicht exklusiv dem darauf angewiesenen iPhone X vorbehalten sein.

Geladen werden können soll das iPhone X in der Tat auch drahtlos. In diesem Fall wird es eine neue 3D-Animation geben. In 3D liegen offensichtlich auch ausgewählte Emojis vor, die Animojis. Sie sollen sich vom Anwender anpassen lassen, indem die eigene Stimme und der eigene Gesichtseindruck auf sie übertragen wird. Welche Gesichtszüge iOS 11 erkennen wird, ist dem OS in einer eigenen Liste ebenfalls bereits zu entnehmen.

Wenige Fragen bleiben offen

Für Apple ist die inoffizielle Veröffentlichung des Golden Master von iOS 11 ein schwerer Rückschlag. Viele Neuerungen der iPhones waren zwar bereits mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit korrekt benannt worden, nie zuvor wurden die Gerüchte aber noch im Vorfeld der Keynote am Dienstag um 19:00 Uhr deutscher Zeit durch Apple so eindeutig bestätigt.

Apple iPhone X Apple iPhone 8 Plus Apple iPhone 8
Software:
(bei Erscheinen)
iOS 11
Display: 5,80 Zoll
1.125 × 2.436, 463 ppi
OLED, HDR
5,50 Zoll
1.080 × 1.920, 401 ppi
IPS
4,70 Zoll
750 × 1.334, 326 ppi
IPS
Bedienung: Touch, 3D Touch, Gesichtsscanner Touch, 3D Touch, Fingerabdrucksensor
SoC: Apple A11 Bionic
2 × Monsoon
4 × Mistral
10 nm, 64-Bit
GPU: Apple Tri-Core
RAM: 3.072 MB
LPDDR4
2.048 MB
LPDDR4
Speicher: 64 / 256 GB
Kamera: 12,0 MP, 2160p
Quad-LED, f/1,8, AF, OIS
Sekundär-Kamera: 12,0 MP, f/2,4, OIS, AF 12,0 MP, f/2,8, AF Nein
Frontkamera: 7,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,2
Sekundär-Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: DC-HSPA
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓600 ↑150 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth: 5.0
Ortung: A-GPS, GLONASS, Galileo, QZSS
Weitere Standards: Lightning, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM
Akku: 2.716 mAh (10,35 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
2.691 mAh (10,28 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
1.821 mAh (6,96 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
Größe (B×H×T): 70,9 × 143,6 × 7,70 mm 78,1 × 158,4 × 7,50 mm 67,3 × 138,4 × 7,30 mm
Schutzart: IP67
Gewicht: 174 g 202 g 148 g
Preis: ab 1.149 € / ab 1.319 € ab 800 € / ab 998 € ab 708 € / ab 879 €
Update 17:30 Uhr

KGI-Analyst Ming-Chi Kuo hat zum Wochenanfang laut 9to5Mac konkrete Schätzungen zur geringen Produktionskapazität des neuen iPhone X veröffentlicht. Demzufolge soll die Tagesproduktion aktuell bei unter 10.000 Einheiten liegen.

iPhone 6s und 6s Plus hatte Apple im Jahr 2015 wiederum inklusive Vorbestellungen nach dem ersten Wochenende in Folge des Verkaufsstarts am Freitag dreizehn Millionen Mal verkauft. Bei einer Tagesproduktion von 10.000 Einheiten wären 1.300 Tage notwendig, um eine vergleichbare Nachfrage nach dem iPhone X zu bedienen. Die Gerüchten zufolge bis Jahresende von Apple bei Samsung bestellten 80 Millionen OLED-Panels würden 8.000 Tage oder zweiundzwanzigeinhalb Jahre ausreichen.

In Anbetracht des vermutlich sehr hohen Preises dürfte die Nachfrage nach dem Sondermodell zum 10. Jubiläum des iPhone zwar deutlich kleiner ausfallen, eine Kapazität von unter 10.000 Einheiten stellt aber auch dann noch einen gravierenden Flaschenhals in der Lieferkette dar. Sie kurzfristig signifikant zu erhöhen dürfte bei Apple aktuell oberste Priorität sein.